18.09.2019 - 09:09 Uhr
BayernOberpfalz

Tarifstreit beim BR: Sendeausfälle durch 24-Stunden-Warnstreik

Erstmals ist es im Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) zu Sendeausfällen durch einen befristeten Warnstreik gekommen.

Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi haben Redakteure und freie Journalisten des Bayerischen Rundfunks zu einer Arbeitsniederlegung für 24 Stunden aufgerufen.
von Agentur DPAProfil

Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi haben Redakteure und freie Journalisten für diesen Mittwoch zu einer Arbeitsniederlegung für 24 Stunden aufgerufen. Besonders betroffen waren im Radio die Informationswelle B5 aktuell, das Programm Bayern 2 und BR Klassik. Sie alle wurden auf Bayern 3 umgeschaltet, wie der BR mitteilte. BR Heimat, Bayern plus und PULS sendeten ein eigenes, aber reduziertes Programm. BJV-Chef Michael Busch sagte auf Anfrage am Morgen in München: "Die Aktionen sind gut angelaufen."

Der öffentlich-rechtliche BR versucht nach eigenen Angaben die Auswirkungen auf das Programm den Tag über so gering wie möglich zu halten. Es könne aber zu Beeinträchtigungen im Ablauf oder zeitweisen Sendeausfällen kommen.

Gewerkschaften fordern sechs Prozent

Die Gewerkschaften orientieren sich am jüngsten Tarifabschluss für die Angestellten der Bundesländer. Sie fordern eine Erhöhung von sechs Prozent bei den Gehältern, Honoraren und Gagen. Der Sender bietet bislang zum 1. Oktober 1,9 Prozent mehr und in einer zweiten Stufe zum 1. April nächsten Jahres nochmals 2,0 Prozent. Hinzu käme eine Einmalzahlung für die Monate April bis September dieses Jahres.

BR-Verwaltungsdirektor Albert Frenzel betonte, dass der Rundfunkbeitrag seit vielen Jahren nicht erhöht worden sei. Der Sender müsse sein Angebot an einem reinen Teuerungsausgleich orientieren. Ziel sei, einen weiteren Abbau von Programm und Beschäftigung abzuwenden. BJV-Chef Busch sagte dagegen, man müsse an den Strukturen sparen und nicht bei den Beschäftigten.

Warnstreiks mit Auswirkungen auf ARD und ZDF

Die Tarifverhandlungen betreffen nach BR-Angaben rund 3500 feste Mitarbeiter und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.

Bei anderen ARD-Sendern gab es in dieser Tarifrunde bereits in den vergangene Wochen Streikaktionen - und nun auch wieder am Mittwoch. So konnten ARD und ZDF das "Morgenmagazin" nicht live senden wegen eines Warnstreiks beim Westdeutschen Rundfunk (WDR).

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