23.11.2020 - 05:57 Uhr
BayernOberpfalz

Betreuung von Obdachlosen teurer: Winter steht bevor

Der Winter naht, schon jetzt sind viele Nächte bitterkalt. Für Obdachlose eine große Herausforderung. Aber auch für Helfer und Städte, die insbesondere wegen der Corona-Pandemie besonders viele Herausforderungen haben, die Obdachlosen zu unterstützen.

Ein obdachloser Mann hält in einem Nachtcafé seine Tasse.
von Agentur DPAProfil

Die Koordinationsstelle Wohnungslosenhilfe Bayern warnt vor finanziellen Engpässen bei der Versorgung von Wohnungs- und Obdachlosen. „Durch die Hygienemaßnahmen kommen hohe Mehrkosten auf die Kommunen zu. Und das, wo die finanzielle Belastung vor Corona schon hoch war“, sagte Jörn Scheuermann von der Koordinationsstelle Südbayern in München. Er fordert deshalb Hilfe durch Bund und Länder.

Die Mehrkosten entstehen laut Scheuermann unter anderem dadurch, dass zusätzliche Räume für den Übernachtungsschutz angemietet werden, um die Abstandsregeln einhalten zu können. So auch in München: „Im Normalbetrieb nächtigen in einigen Zimmern zehn bis zwölf Personen. Während der Pandemie werden diese Zimmer nur mit fünf bis sechs Personen belegt“, sagte Hedwig Thomalla vom Sozialreferat der Stadt München. Man habe eigene Quarantäneunterkünfte geschaffen, um Kontaktpersonen und Infizierte isolieren zu können. „Für Menschen aus Risikogruppen wurden in einem Hostel 160 zusätzliche Bettplätze angemietet“, berichtete Thomalla.

Auch in Nürnberg, Regensburg und Würzburg wurden die Unterkunftsmöglichkeiten erweitert, um den Übernachtungsschutz trotz Abstandsregeln aufrecht erhalten zu können. Die größeren Städte können solche Maßnahmen laut Scheuermann noch relativ leicht umsetzen, da sie auch auf städtische Immobilien zurückgreifen können. „Je kleiner die Stadt und je kleiner die Kommune ist, desto schwieriger wird es, Ausgleichsflächen zu schaffen.“

Beim Sozialreferat der Stadt München schätzt man die Situation für Obdachlose diesen Winter als schwieriger ein als in den letzten Jahren. „Aufgrund des Lockdowns sind weniger Menschen unterwegs und das Betteln oder Pfandflaschen sammeln ist erschwert. Es fallen momentan auch Verdienstmöglichkeiten als Tagelöhner zum Beispiel in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe weg“, sagte Hedwig Thomalla. Außerdem sei die Versorgung in den Wärmestuben derzeit nur eingeschränkt möglich. „Aufgrund der Abstandsgebote haben diese Anlaufstellen derzeit wesentlich weniger Aufenthaltsmöglichkeiten.“

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Neben Spenden kann bei der Versorgung von Obdachlosen durch Sensibilisierung geholfen werden, wie Christian Gerlinger vom Sozialreferat der Stadt Augsburg erklärte: „Niemand muss im Freien übernachten, die Aufnahme in das Übergangswohnheim ist stets möglich. Es ist wichtig, dass obdachlose Menschen über diese Möglichkeit informiert werden. Deshalb ist es sinnvoll, entweder obdachlose Menschen auf diese Möglichkeit anzusprechen oder Polizei und Ordnungsdienst zu informieren.“

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