19.07.2020 - 13:01 Uhr
BärnauOberpfalz

Yoga vor mittelalterlicher Kulisse in Bärnau

Die Volkshochschule muss wegen des Coronavirus kreative Lösungen finden. Für die Yoga-Kurse weicht sie auf die Wiese des Geschichtsparks in Bärnau aus.

Yoga vor mittelalterlicher Kulisse wirkt auf den Betrachter sehr ästhetisch und anmutig.
von Ulla Britta BaumerProfil

15 Frauen und Männer bewegen sich exakt nach den Vorgaben von Eckhard Stiegler auf einer gemähten Wiese. Die Sonne scheint, wenn auch nicht wirklich, obwohl es bereits Juli ist, von einem lauschigen Sommerabend die Rede sein kann. Gegen den frischen Wind tragen die Gruppenmitglieder lange Sporthosen und langärmelige T-Shirts.

Yogalehrer Stiegler gibt die Anweisungen, alles auf Abstand, versteht sich. Das Bild, das sich bietet, ist sehr idyllisch und harmonisch, wenn auch der Grund für den außergewöhnlichen Kurs im Geschichtspark an den Corona-Beschränkungen liegt. Die Idee, ins Freie auszuweichen, ist allerdings nicht neu. Yoga im Geschichtspark Bärnau-Tachov hat es auch im Jahr 2019 bereits gegeben, was sich nun bewährt. Auf der Wiese vor der sogenannten Motte (Turmhügelburg) bot sich ein Open-Air-Kurs mit Eckhard Stiegler geradezu an.

Einblicke in das Yoga-Training von Eckhard Stiegler:

Idyllischer und effektiver kann Yoga kaum sein, denn hier atmen Geist, Körper und Seele in der freien Natur richtig auf. Dass Yoga draußen dazu verhelfen wird, überhaupt noch Kurse anbieten zu können, haben sich bis vor kurzem weder Eckhard Stiegler noch VHS-Leiterin Angelika Schraml vorstellen können. Nach den Lockerungen in der Coronakrise gehört Yoga jeweils am Montag und Mittwoch zu den wenigen Angeboten der Volkshochschule, die überhaupt noch vor den Sommerferien freigegeben werden konnten.

Stiegler hat sich bewusst für die Fortgeschrittenenkurse entschieden. Denn mit den erfahrenen Yoga-Schülerinnen und -Schülern kann er die Freiluftübungen gut umsetzen. Was der Lehrer allerdings sehr vermisst, sind die Körperkontakte. Diese, sagt er, seien bei Yoga nun einmal das A und O. „Ich kann die Kursteilnehmer nicht mehr korrigieren, wie ich das möchte“, nennt er die Nachteile wegen Corona. Die Abstandsregelungen erschweren die Kursleitung wesentlich. Konnte Stiegler vorher Übungsfehler wie zum Beispiel bei der Körperspannung direkt an dem jeweiligen Teilnehmer sofort erkennen, muss er nun seine Schüler aus der Ferne beobachten. Was wesentlich mehr verbalen Erklärungsbedarf erforderlich macht.

Mit dem nun aufgeteilten Kurs von jeweils 16 Personen jeweils am Montag und Mittwoch am Spätnachmittag musste Stiegler aber wenigstens niemandem aus dem Fortgeschrittenenkurs absagen. Alle Teilnehmer können weiter ihrem Hobby nachgehen. Damit nach der langen Abstinenz keine Kurseinheit mehr ausfallen muss, wird bei schlechtem Wetter in die große Schulturnhalle ausgewichen, wo die Abstands- und Hygienebestimmungen gut eingehalten werden können. Allerdings verzichtet Stiegler noch auf Anfängerkurse, so dass Yoga-Neulinge auf ein Startzeichen durch die VHS warten müssen.

Yoga-Lehrer Eckhard Stiegler muss nun mehr verbal die Übungen erklären. Denn Körperkontakt ist wegen Corona verboten.
Ausreichend Abstand ist auf der Wiese vor dem mittelalterlichen Wehrturm möglich. Deshalb können die Yoga-Kurse wieder gut stattfinden.
Kursleiter Eckhard Stiegler (links) gibt die Übungen vor, die Gruppe macht nach, was er zeigt.

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