19.05.2020 - 15:51 Uhr
BärnauOberpfalz

Tschechen und Deutsche setzen Zeichen

Die Grenze nach Tschechien ist nun seit Mitte März geschlossen. Und das eigentlich genau zu den Jubiläumstagen der Öffnung vor 30 Jahren. Dennoch bleibt das historische Ereignis lebendig.

Ein Zeichen der bayerisch-tschechischen Freundschaft in Coronazeiten setzten Akteure des tschechischen Vereins „Terra Tachovia“ und des Vereins „Via Carolina-Goldene Straße e.V.“ mit einem „Samstag der Nachbarschaft“ direkt an der Grenze beim Schmuckerhof. Links und rechts des Schildes die Vorsitzenden Roman Soukup und Alfred Wolf.
von Autor AWOProfil

1990 wurde die Grenze nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geöffnet. In Bärnau, Waldsassen und Mähring hatten die Menschen beiderseits des Schlagbaums erstmals Gelegenheit, sich ohne Schranken zu begegnen. Nachdem an der sächsisch-tschechischen Grenze die Aktion "Samstage für Nachbarschaft" gestartet wurde, beteiligte sich an diesem Wochenende an der bayerisch-tschechischen Grenze eine große Anzahl an Initiativen, um eine Zeichen der Freundschaft zu setzen. Aber auch, um einen Appell an die Politik zu richten, endlich die Grenze für den kleinen Grenzverkehr wieder zu öffnen.

Blick in beide Richtungen

An einem symbolhaften Ort am Schmuckerhof bei Bärnau trafen sich Akteure des Vereins "Via Carolina - Goldene Straße" und des tschechischen Nachbarvereins "Terra Tachovia" zu einem grenzüberschreitenden Picknick unter Einhaltung der jeweiligen Corona-Vorschriften. Unmittelbar jenseits der Grenze stand der Schmuckerhof auf tschechischer Seite, nach Krieg und Vertreibung wurde der Hof nur 100 Meter vom alten Standort neu erbaut. Der Künstler Herbert Lankl hatte mit dem Vorsitzenden von "Terra Tachovia", Roman Soukup, an dieser Stelle einen Stein errichtet, durch den man in Richtung Prag und in Richtung Nürnberg sehen kann. Beide waren zum Picknick gekommen. Mit dabei auch Robert Dvorak aus Tachov, der vor fast 20 Jahren der Mitgründer der bayerisch-tschechischen Festspiele war. "Herzlich willkommen Nachbarn - Vítejte sousedé" stand auf einem Schild an der Grenze. Wie auf einem Picknickplatz machten es sich die Teilnehmer jeweils auf ihrer Seite auf Decken und Bänken gemütlich. Kuchen und Brotzeit hatte jeder mitgebracht. Ein Bierfass war genau in der Mitte platziert.

Open-Air-Stammtisch geplant

Nach Wochen gab es das erste Wiedersehen, mit vielen Geschichten und Anekdoten, was auf der anderen Seite so los ist. Das Einhalten von Abständen und Schutzmasken gehören inzwischen zum Alltag. Für den Juni verabredete man sich zum bayerisch-tschechischen Stammtisch, direkt an der Grenze: Jeder bleibt auf seiner Seite, aber trotzdem im Gespräch miteinander.

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