06.05.2021 - 14:16 Uhr
BärnauOberpfalz

Stier: Ziegler-Werk wichtiger Schritt für Zukunft von Bärnau

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Die Vorgänge um die Ausweisung des Sondergebiets treiben auch Alfred Stier um, der gerne eine Bürgerversammlung abgehalten hätte. Das geht nicht, deshalb reagiert der Bürgermeister im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Die Ziegler-Group ist bereits Besitzer der Fläche „Am langen Rain“.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Ein Bürgerbegehren sowie eine Unterschriftenliste der Anwohner am Kellerberg sind aktuell die markanten Stationen bei der geplanten Ausweisung des Sondergebiets "Am langen Rain". Dort will die Ziegler-Group ein Werk für die Herstellung von Holzfaser-Dämmplatten errichten. Alfred Stier, aber auch das Unternehmen, befürworten die Einbindung der Bürger. Doch sieht Stier in dem Vorhaben einen wichtigen und vertretbaren Schritt für die Entwicklung der Stadt. Mit einem Ratsbegehren will die Stadt die Entscheidung für die Ansiedlung auf breite Front stellen.

Pflanzung großer Bäume

Überrascht war auch Alfred Stier von den Angaben in den Verfahrensunterlagen, in denen eine "erhebliche Auswirkung auf das Schutzgut Mensch und seine Gesundheit" beschrieben wird. Auf Nachfrage bei den Planern wurde dem Bürgermeister aufgezeigt, dass es sich dabei vorwiegend um die Auswirkung auf das Landschaftsbild handle. Unter dem Begriff Schutzgut würden zahlreiche Aspekte zusammengefasst und auch die Erholungsnutzung beleuchtet. In den Unterlagen würden aber auch die entsprechenden Reaktionen dargestellt, etwa eine intensive Bepflanzung des umgebenden Grünstreifens durch große Bäume, schilderten die Planer. Damit würden auch die gesetzlich geforderten Maßnahmen erfüllt. Nicht verschließen will sich der Bürgermeister den Bedenken der Anwohner. "Ich sehe die Probleme und nehme sie ernst", versichert das Stadtoberhaupt. Doch nennt Alfred Stier auch die Fakten. Und danach sei den Anwohnern schon damals beim Bau ihrer Wohnhäuser die umgebende Situation bekannt gewesen. So hätte der Flächennutzungsplan schon seit den 90er Jahren oberhalb des Kellerberges ein angrenzendes "allgemeines Wohngebiet", eine Umgehungsstraße sowie die Gewerbefläche "Am langen Rain" dargestellt. Gegen den Bau der Umgehung seien keine Einwände der Anwohner gekommen, erinnert Stier. Und von der Straße sieht das Stadtoberhaupt deutlich mehr Lärm ausgehen, als von dem Dämmplattenbetrieb. "Da wird doch kein Sägewerk gebaut", verdeutlicht Alfred Stier das Vorhaben.

Hilfe für Daseinsvorsorge

Ein entscheidender Punkt ist für den Bürgermeister aber die Zukunft der Stadt und Gemeinde. Und dabei hätte gerade Bärnau gegen einen deutlichen Bevölkerungsverlust zu kämpfen. Mit der geplanten Betriebsansiedlung hofft Stier dem entgegen zu wirken. Dabei will das Stadtoberhaupt vor allem die Situation für die jungen Leute verbessern. Und schließlich würde das Vorhaben auch eine große Chance bieten, die Daseinsvorsorge auf sichere Füße zu stellen. Und mit der Ziegler-Group sieht Stier den passenden Investor für eine Planung, die eine positive Entwicklung der Stadt mit gewährleistet. Gerade die so wichtige Daseinsvorsorge im Ort könne allein mit dem Bereich Tourismus nicht gestemmt werden, machte Stier aber auch klar.

Bericht über die Unterschriftenaktion sowie eine Reaktion der Ziegler-Group

Bärnau

Das Bürger- oder vielleicht Ratsbegehren hält Alfred Stier aber für einen richtigen Schritt. Damit könnte auch der Standpunkt der Bevölkerung erkundet werden. Dass er selbst für die Betriebsansiedlung stimmt, wird keinen überraschen.

Hintergrund:

Veranstaltung in der Turnhalle nur für geladene Gäste

  • Am heutigen Freitag hat die Stadt um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung als Reaktion auf die Unterschriftenliste der Anwohner vom Kellerberg angesetzt. Der Ort wurde aber von der Freilichttribüne in die Turnhalle verlegt. Die Veranstaltung können aufgrund der Vorgaben allerdings nur geladene Gäste besuchen. Dazu gehören natürlich die Anwohner. Mit dabei sind Bürgermeister Alfred Stier, die Stadträte sowie Vertreter der Verwaltung und des Bauamtes. Ebenso wollen sich Vertreter der Ziegler-Group den Fragen stellen.
  • Nach dem Bürgerbegehren gegen das laufende Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanverfahren will die Stadt dieses Anliegen mit einem Ratsbegehren ergänzen. Die Abwicklung würde dann durch die Stadt erfolgen, das Bürgerbegehren praktisch unnötig. Die Fragestellung des Bürgerbegehrens soll nach den Plänen von Alfred Stier übernommen werden. Bei der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch im Pfarrsaal soll über das Ratsbegehren abgestimmt werden.
    Seitens der Initiatoren des Bürgerbegehrens wurde mitgeteilt, dass aktuell die Sammlung von Unterschriften weiter durchgeführt wird. Schließlich könnte sich der Stadtrat auch gegen das Ratsbegehren aussprechen und dann wäre wichtige Zeit verloren.
  • Aktuell lässt die Ziegler-Group Bodenuntersuchungen im Bereich des künftigen Sondergebiets vornehmen. Das Unternehmen ist bereits Besitzer der rund 12 Hektar großen Fläche. Gegenüber Bürgermeister Alfred Stier hätte der Betrieb die Errichtung von fast 40 Häusern im Baugebiet „Am Galgen“ (65 Parzellen) zugesichert. Dabei sollten Häuser zum Teil selbst genutzt, aber auch vermietet werden. Natürlich könnten auch Häuser erworben werden. Beim Baugebiet „Am Galgen“ werde die Ziegler-Group übrigens auch die Kosten für die Erschließung übernehmen, freut sich Stier über das Engagement des Unternehmens.

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