15.10.2021 - 15:54 Uhr
BärnauOberpfalz

Stadt Bärnau wagt sich an Planung für Mittelalterspectaculum 2022

Großveranstaltungen für die Zeit nach Corona zu planen, ist nicht einfach. Die Stadt Bärnau traut sich trotzdem und will in die Vorbereitungen für das Mittelalterfest im kommenden Jahr einsteigen.

Nach vierjähriger Pause soll 2022 wieder Marktspectaculum in Bärnau stattfinden. Der Festausschuss steigt nun in die Planung ein.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Das Marktspectaculum soll im kommenden Jahr wieder stattfinden. Bedenken, das Event durchzuführen, gab es zum einen wegen der bevorstehenden Bauarbeiten in der Silberstraße im Zentrum der Altstadt. Zum anderen könne man sich nicht sicher sein, mit welchen Besucherströmen man nach der Pandemie rechnen könne. Die Sorgen des Bürgermeisters und einiger Stadträte konnten zwar nicht gänzlich begraben werden, doch stimmte das Gremium in der Stadtratssitzung am Donnerstag einstimmig dafür, das Spektakel abzuhalten.

Vereine sind Feuer und Flamme

Bei einem vorangegangenen Treffen mit insgesamt 22 Vereinen, Ortsteilen und Gruppen sprachen sich die Beteiligten für eine Durchführung des Mittelalterfestes aus. Termin soll am dritten Juni-Wochenende – am 18. und 19. Juni 2022 – sein. Zuletzt fand das Mittelalter-Event 2018 statt, 2020 musste es aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Eine erneute Absage für 2022 würde voraussichtlich dazu führen, dass sich die beteiligten Darsteller, Händler, Musik- und Rittergruppen andere Alternativen suchen und für ein späteres Marktspectaculum in Bärnau nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Dass eine Umlenkung der Besucher aufgrund der Baustelle in der Silberstraße erfolgen muss, sei klar. Der Weg über das Postgassl und die Bischof-Senestrey-Straße sei zwar etwas länger, hätte aber sogar einen Vorteil. Die Umleitung sei besucherfreundlicher, da der Weg aber bei weitem nicht so steil wie der Silberberg sei.

Silberstraße erst später sanieren

Zweiter Bürgermeister Michael Schedl (CSU) sprach sich für das Fest aus. Das Marktspectaculum durchzuführen bringe nach zwei Jahren ohne größere Veranstaltung in der Stadt ein Stück Normalität zurück. „Wir sollten uns trauen und ein Zeichen setzen. Für die Baustelle am Silberberg finden wir schon eine Lösung“, sagte er. „Die Vereine haben darauf gewartet, dass was umgeht“, warf Kurt Fischer (BWG) ein. Die Straßensanierung könne doch auch erst zwei Wochen später beginnen. Stefan Schmidkonz (JWG) ist der Meinung, dass es im Sommer 2022 wegen Corona keine Probleme geben sollte: „Es ist zu 95 Prozent eine Außenveranstaltung.“

Gottfried Beer (SPD) sprach ein hohes Risiko an: Man wisse nicht, ob sich die Leute trauen nach der Pandemie ein so großes Fest zu besuchen. „Wenn die Vereine der Meinung sind, dass es geht, dann hab ich keine Einwände.“ Beer schlug aber vor, sich bei der Planung zurückzuhalten. „Es sollte nicht die Gigantonomie entscheiden!“ Diese Bedenken seien nicht von der Hand zu weisen, fand Bürgermeister Alfred Stier. 2022 sei eine völlig neue Situation für das Marktspectaculum und nicht mit vorherigen zu vergleichen. Man wisse nicht, ob und wie viele Besucher kommen, welche Umsätze man generiere. „Ich wills nicht verhindern“, sagte Stier. Er plädierte auf eine besonnene Vorbereitung, es sollten keine finanziellen Risiken eingegangen werden.

Die Ausgabengrenze für den Festausschuss – insgesamt acht bis zehn Vereinsvertretern – wurde auf 30 000 Euro festgesetzt. Sie haben, wie üblich, einen Haushaltsplan für das Fest zu erstellen, den der Stadtrat abzusegnen hat. Die gesamte Organisation und operative Abwicklung übernimmt der Festausschuss. Als Festleiter übernimmt Christian Gleißner, der bereits in den Vorjahren eng mit seinem Vorgänger Alfred Wolf zusammengearbeitet hat. Gleißner soll sich aus dem Festausschuss einen verbindlichen Vertreter wählen. Es wäre suboptimal, wenn die gesamte Planung an einem städtischen Angestellten hängt, brachte Beer ein.

Die Stadt übernimmt die Vorfinanzierung von Werbung und Gagen, diese sollen durch Eintritts- und Standgelder refinanziert werden. Soweit Verluste bei der Durchführung des Events auftreten sollen, teilen sich Stadt und Vereine das Defizit. Es soll zudem ein Bürgerfest-Fonds eingerichtet werden, in den die beteiligten Vereine Teile ihres Erlöses einbringen, sowie die städtischen Erlöse aus dem Fest fließen. Diese Mittel sollen für einen guten Zwecks verwendet werden. Laut Festleiter belaufen sich die Rücklagen aktuell auf 13 000 bis 14 000 Euro.

Bildergalerie vom Mittelalterfest in Bärnau 2018

Bildergalerie vom Ritterturnier beim letzten Marktspectaculum in Bärnau 2018

Ritterturniert und Marktspectaculum anlässlich 675 Jahre Bränau

„Wir sollten uns trauen und ein Zeichen setzen.“

Zweiter Bürgermeister Michael Schedl (CSU)

 

 

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