18.10.2019 - 17:38 Uhr
BärnauOberpfalz

"Schwarzer Bär" in Bärnau eingeweiht

Nach rund zwei Jahren Bauphase erhält das Mehrgenerationenhaus den Segen. Das Projekt, das zum Großteil durch Fördermittel verwirklicht wurde, ist eine "Alternative zur Grünen Wiese".

von Susanne Forster Kontakt Profil

Ein Fundstück aus dem Jahr 1928 bescherte vier Geschwistern eine Einladung zu der Einweihungsfeier. Die Urkunde, die während der Bauarbeiten gefunden wurde, gehörte Josef Thoma, dem ehemaligen Wirt des "Schwarzen Bären". Sie wurde an Josef Thoma, seinen Enkel und Namensvetter, übergeben. Er kam zusammen mit seinen Schwestern Beate Pritscher und Maria Hager und Bruder Helmut Thoma, um das Dokument seines verstorbenen Großvaters entgegen zu nehmen. Bürgermeister Alfred Stier überreichte die vom "Deutschen Gastwirts-Verband" ausgestellte Auszeichnung zur "25-jährigen Geschäftsjubelfeier", wie auf der Urkunde zu lesen.

Foto-Collage überreicht

Die Architekten Florian Schabner und Daniel Musall vom Architekturbüro Schabner haben gemeinsam mit Architekt und Städteplaner Klaus Stiefler von der RSP Architektur und Stadtplanung GmbH aus Bayreuth den Umbau begleitet. Sie überreichten der Stadt Bärnau Kommunal GmbH zum Dank eine Foto-Collage. Darauf zu sehen sind Bilder, die das Objekt vor und nach dem Umbau zeigen. Christian Grödl, Geschäftsführer der Kommunal GmbH und technischer Leiter des Projekts, war begeistert.

Nach der Eröffnungsrede durch Stier sprach Hubert Schmid, zuständig für die Städteförderung bei der Regierung der Oberpfalz. "Die Gelder, die flossen, sind gut und sinnvoll angelegt. Die Altstadtwohnungen sind toll", resümierte er. Von den rund 3,2 Millionen Euro Gesamtkosten seien rund 2,25 Millionen Euro bezuschusst, hieß es. Die hohe Förderquote, so Schmid, sei der Förderoffensive Nord-Ost-Bayern zu verdanken, in der das Projekt "Schwarzer Bär" mit aufgenommen wurde. Im Gespräch mit Kommunal-GmbH-Geschäftsführerin Marion Mark, sie managte die Finanzierung, und Architekt Klaus Stiefler zeigte er sich begeistert vom barrierefreien Mehrgenerationenhaus samt Innenhof und deutete Interesse an Projekten gleicher Art an. "Es lohnt sich, in Bärnau in den Gebäudebestand zu investieren", sprach er sich für schon konkret geplante Projekte aus. Laut Stier seien Förderungen für die Umbaumaßnahmen im "Alten Schloss", im Bischof-Senestrey-Haus oder im Ackerbürgerhaus zugesichert.

Keine "Grüne Wiese"

Architekt Klaus Stiefler teilte seine Erinnerungen an sein "erstes Mal in Bärnau". Er sehe in dem modernisierten Gebäude eine "Alternative zum Wohnen auf der Grünen Wiese" und lobte die städtebauliche Entwicklung der Knopfstadt. "Bärnau ist fast so weit wie Bayreuth", scherzte er. Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier überbrachte "Grüße des gesamten Stiftlands". Er habe selbst bereits "schon ein paar Ruinen hergerichtet" und "selbst schon ein Mehrgenerationenhaus" gebaut. Das Projekt "Schwarzer Bär" sei nicht nur ein Aufschwung für Bärnau, sondern habe "ein Stück Stiftland weiterentwickelt", lobte er.

Die Segnung nahmen Stadtpfarrer Konrad Amschl und Pfarrerin Stefanie Schön aus Tirschenreuth vor. Danach durften die Gäste das Gebäude und drei Wohnungen besichtigen. Die 61-jährige Maria Stock, die in der ersten Etage eine Zwei-Zimmer-Wohnung bewohnt, genieße jetzt einen Neubau und fühle sich sehr wohl, sagte sie. Ihr Haus, das schon alt ist und in Thanhausen steht, habe sie verkauft. Auch Heike Brenner, die mit ihren zwei Söhnen und ihrer Mutter in einer rund 70 Quadratmeter großen Wohnung im zweiten Stock eingemietet ist, "fühlt sich wohl". Das Konzept, so Brenner, erfülle ihre Familie mit drei Generationen bereits in ihrer Wohnung. Mit den anderen Mietern, darunter ein Paar mit Kind, eine alleinstehende Frau oder Maria Stock, verstehe sie sich sehr gut.

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