10.03.2021 - 11:39 Uhr
BärnauOberpfalz

Neuer Radweg verbindet Vizinalbahn- und Bocklradweg

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Wäre es nicht sinnvoll, zwei Hauptradwege zu verbinden? Diese Frage stellte sich Lothar Müller. Und die Idee des radbegeisterten Plößberger Bürgermeisters fiel auf fruchtbaren Boden. Nun fehlen nur noch die Schilder und ein pfiffiger Name.

Eingeklinkte Zusatzschilder sollen, wie hier bei Bärnau, auch auf die neue Route hinweisen.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Der Bocklradweg ist seit Jahren ein Renner. Ebenso gut kommt der Vizinalbahnradweg bei Einheimischen und Gästen an. Wo früher die Eisenbahn fuhr, sind an schönen Tagen jetzt massenhaft Radler, Läufer und Spaziergänger unterwegs. Nun folgt der Lückenschluss, der nicht nur Gemeinden, sondern auch zwei Landkreise verbindet.

Auf knapp 24 Kilometern Länge hat die Ikom Stiftland eine Route ausgetüftelt, die möglichst viele Vorteile vereint. "Wir wollten bereits vorhandene, verkehrsarme Wege nutzen. Die Tour sollte familienfreundlich sein und in reizvoller Landschaft verlaufen", beschreibt Ikom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser die Ziele. Gleichzeitig sollte der Lückenschluss zwischen den beliebten Radwegen nicht zu lang ausfallen.

Ausgearbeitet hat die Route Ikom-Regionalmanager Markus Frank. Beim Blick auf die Karte fällt auf, dass Hauptstraßen komplett vermieden wurden. Nur an zwei Stellen ließen sich Querungen nicht vermeiden, nennt Frank die Staatsstraße bei Ziegelhütte und die Kreisstraße bei Kalmreuth. "Wichtig war auch die Einbindung in das bestehende Radwegenetz." So gelang es, zwischen Floß und Plößberg ein Stück des Simultanradweges mit verkehrsarmer Streckenführung einzubeziehen.

Burgruine Haselstein der höchste Punkt

Der Lückenschluss bietet bei Floß einen gut erreichbaren Startpunkt, ebenso auf Seiten des Vizinalbahnradweges am ehemaligen Bahnhof Liebenstein sowie alternativ vom alten Iglersreuther Bahnhof aus. "Parkplätze sind wichtig, auch Picknickplätze", benennt Kaiser wichtige Kriterien, um den Radlern entgegenzukommen. Auch sollte der Weg nicht allzu steil ausfallen. "Die Steigungen lassen sich natürlich nicht wegzaubern, aber 320 Höhenmeter Anstieg auf der gesamten Streckenlänge sind vertretbar", findet der Ikom-Geschäftsführer. Höchster Punkt der Route ist auf 680 Metern bei der Burgruine Haselstein, niedrigste Stelle Oberndorf auf 470 Metern.

Genau 23,4 Kilometer lang ist die neue Route, die zwei beliebte Radstrecken verbindet. Sie führt vom Vizinalbahnradweg bei Liebenstein – oder alternativ ab Iglersreuth – über Plößberg bis nach Floß.

Der größte Teil des Lückenschlusses verläuft auf erdgebundenen Wegen. Etwa 7 Kilometer sind asphaltiert. Einzelne Streckenabschnitte sollen noch verbessert werden, deutet Wolfgang Kaiser an. Ein großer Teil führt durch den Wald. "Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Staatsforsten wäre der Radweg nicht zu verwirklichen", betont der Geschäftsführer. Ebenso lobt er die Kooperation mit den beteiligten Gemeinden Plößberg, Bärnau und Floß sowie den beiden Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth: "Ein echtes interkommunales Projekt."

Geringe Kosten

Ab Liebenstein verläuft die neue Spange über Honnersreuth und Dürnkonreuth, überquert die Waldnaab beim Liebenstein-Stausee und die Staatsstraße bei Ziegelhütte. Südlich von Ödschönlind geht es in den Wald, über den Großen Weiher nach Plößberg, nach Unterprommenhof und Dreihöf. Auf etlichen Kilometern Forstwegen geht die Strecke weiter und trifft zwischen Konradsreuth und Kalmreuth auf die Straße Richtung Floß. Am westlichen Ortsrand mündet die Route schließlich in den Bocklradweg.

Die Gesamtkosten für den Lückenschluss beziffert die Ikom inklusive Montage, die von den Bauhöfen der beteiligten Gemeinden übernommen werden soll, auf knapp 7000 Euro. Für die Materialkosten, rund 2500 Euro, kommen die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie die Gemeinden Plößberg und Bärnau anteilig auf.

Damit die Radler im Sommer den neuen Pfaden folgen können, fehlt jetzt noch die Beschilderung. Und dazu braucht es nicht nur etliche neue Pfosten und Wegweiser. Es fehlt auch ein griffiger Name für den neuen Weg. Momentan steht er unter dem Arbeitstitel "Lückenschluss". Wolfgang Kaiser und Markus Frank sind noch auf keine wirklich zündende Idee gekommen: "Es darf auch etwas Witziges sein. Holzweg zum Beispiel", scherzt Frank wegen der Streckenführung durch waldreiches Gebiet. Vorschläge sind noch bis Ende März willkommen.

Radeln und Wandern im Land der 1000 Teiche

Tirschenreuth
Markus Frank (links) und Wolfgang Kaiser haben schon mal ein Rad mitgebracht zum Fototermin. Noch fehlt wie hier bei Ödschönlind die Beschilderung der neuen Radwegverbindung zwischen den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt.
Hintergrund:

Wie soll die neue Verbindung heißen?

Die Ikom Stiftland sucht einen aussagekräftigen Namen für den neuen Radweg:

  • Denkbar sind historische, landschaftliche oder regionale Bezüge.
  • Vorschläge sind bis 31. März 2021 über info[at]ikomstiftland[dot]de oder Telefon 09635/9240-164 möglich.
  • Zur Inspiration ist die Karte mit dem genauen Verlauf auf der Startseite (www.ikomstiftland.de) unter "Aktuelles" abrufbar.
  • Für den besten Vorschlag gibt es einen Gutschein über 150 Euro, einlösbar bei der Bike-Station Tirschenreuth.

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