03.10.2021 - 13:05 Uhr
BärnauOberpfalz

Kuriose, lustige und traurige Geschichten aus Paulusbrunn aufgedeckt

Rainer Christoph, Vorsitzender der Arge Paulusbrunn, stellt sein neues Buch über den verschwundene Ort vor. Es wird die Zeit von der Gründung der Walddörfer über die Vertreibung sowie die Zeit des Eisernen Vorhangs abgebildet.

Rainer Christoph, Vorsitzender der Arge Paulusbrunn, stellt sein neues Buch über das verschwundene Walddorf vor.
von Lena Schulze Kontakt Profil

2017 machte sich die Arge Paulusbrunn aus Bärnau auf Spurensuche im verschwundenen Walddorf Paulusbrunn im Böhmischen Wald an der bayerischen Grenze zu Bärnau. Resultat ist ein neues Paulusbrunn-Buch. Es entstand im Zuge der Sanierung der Böttgersäule im verschwundenen Dorf und der Installation des historischen Böttgerpfades samt Infotafeln, berichtet Arge-Vorsitzender Rainer Christoph.

Auf dem rund 16 Kilometer langen Wanderweg sollen sechs von insgesamt rund 25 Infotafeln von dem verschwundenen Dorf erzählen. „Auf den Infotafeln konnten wir gar nicht alle Geschichten unterbringen“, sagt Christoph. Dies holte der 74-Jährige nun mit dem Paulusbrunn-Buch nach.

Von der Gründung bis zum Eisernern Vorhang

Im Buch ausführlich dargestellt sind lustige, kuriose, spannende sowie tragische Anekdoten. Es wird die Zeit von der Gründung der Walddörfer über die Vertreibung und Neuordnung des Sudetenlands sowie die Zeit des Eisernen Vorhangs abgebildet. Die Zeitzeugen Rudolf Tomsu aus Tachov und der ehemalige Leiter der Bärnauer Grenzpolizeistation, Rudolf Braunschläger, beleuchten die Aufgaben der Bayerischen Grenzpolizei und der Tschechoslowakischen Grenzwache zwischen 1949 und 1989.

Auch Persönlichkeiten aus Paulusbrunn werden im dem Buch vorgestellt. Etwa kam Max von der Grün, der Autor des Jugendbuchs „Vorstadtkrokodile“, von dort. „Er hat als Kind mit seiner Mutter in Paulusbrunn gelebt. Seine Mutter stammte aus einem verarmten fränkischen Adelshaus und arbeitete als Dienstmagd“, fand Christoph heraus. Auch der bekannte Geigenbauer Andreas Bitterer stammte aus dem ehemaligen Walddorf. Der österreichische Schauspieler und Sänger Peter Kraus kaufte von ihm alle seine Gitarren. Behandelt wird auch das Thema: Wer war Dr. Josef Carl Böttger? Ihm sind der Weg und die Säule gewidmet.

Eine kuriose Geschichte gibt es von der letzten Beerdigung auf dem Paulusbrunner Friedhof, das einzige was heute noch von dem ehemaligen Ort zu sehen ist. Beleuchtet wird zudem die tschechisch-slowakisch orthodoxe Kirche, die in der Region rund 250 Mitglieder hat. Ebenfalls Thema ist die Europäische Wasserscheide zwischen dem Elbe- und dem Donau-Einzugsgebiet im Bereich der ehemaligen Gemeinde Paulusbrunn.

Vier Jahre am Buch gearbeitet

„Diese Nach-Recherchen waren eine Heidenarbeit“, sagt Christoph und hält das Buch stolz in den Händen. Seit 2017 kümmert sich der 74-Jährige ehrenamtlich um die Umsetzung des Projekts. „Da können Sie sich vorstellen, dass es mir während der Pandemie nicht langweilig wurde“, sagt der heute in Weiden lebende Rentner. Zur Unterstützung hat sich die Arge Paulusbrunn dafür das Projekt einige Partner ins Boot geholt: die Stadt Bärnau, die Gemeinde Obora und Halže, den Verein Via Carolina-Goldene Straße in Bärnau, das Wasserwirtschaftsamt Weiden sowie den Naturpark Nördlicher Oberpfalz. Gemeinsam mit Schülern aus Deutschland und Tschechien sowie Arge-Mitgliedern wurden Zeitzeugen befragt und interviewt. Dabei kamen viele überraschende und interessante Details zum Vorschein. „Ich bin sehr froh und dankbar über diese Zusammenarbeit. Es war eine riesen Bereicherung“, lobt der Autor die Arbeit der Beteiligten.

Von Moosweiblein und Elfen

„Diese Nach-Recherchen waren eine Heidenarbeit“, sagt Christoph und hält das Buch stolz in den Händen. Seit 2017 kümmert sich der 74-Jährige ehrenamtlich um die Umsetzung des Projekts. „Da können sie sich vorstellen, dass es mir während der Pandemie nicht langweilig wurde“, sagt der heute in Weiden lebende Rentner.

Zur Unterstützung hat sich die Arge Paulusbrunn dafür das Projekt einige Partner ins Boot geholt: Die Stadt Bärnau, die Gemeinde Obora und Halže, den Verein Via Carolina-Goldene Straße in Bärnau, das Wasserwirtschaftsamt Weiden sowie den Naturpark Nördlicher Oberpfalz. Gemeinsam mit Schülern aus Deutschland und Tschechien sowie AG-Mitgliedern wurden Zeitzeugen befragt und interviewt. Dabei kamen viele überraschende und interessante Details zum Vorschein. „Ich bin sehr froh und dankbar über diese Zusammenarbeit. Es war eine riesen Bereicherung“, lobt der Autor die Arbeit der Beteiligten.

Mit im Angebot ist das Büchlein „Sagenhafte Paulusbrunner und Bärnauer – Geschichten mit historischen Hintergründen“. Bei den Geschichten vom Thanhauser im tiefen Tannenwald, Wassermännern, Moosweiblein, Trollen, Elfen, den Schweden und teuflischen Geschichten spürt der Leser den Zauber dieser waldreichen Grenzregion, durchstreift die Walddörfer des Tauchauer und Bärnauer „Ländchens“. Auch das lange vergriffene Buch über die Geschichte des Siedlerweges in Tirschenreuth ist wieder zu erhalten. Alle drei aktuellen Bücher gibt es auf Bestellung bei der Buchhandlung Rode in Tirschenreuth oder bei Ingrid Leser in Bärnau (E-Mail: leser.baernau[at]t-online[dot]de) sowie bei Rainer Christoph (E-Mail: rjchristoph[at]t-online[dot]de).

Rainer Christoph beleuchtet die Geschichte des Siedlerwegs in Tirschenreuth

Tirschenreuth

Rainer Christoph nutzte die Corona-Zeit, um ein Sagenbüchlein zusammenzuschreiben

Bärnau

 

 

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