10.08.2020 - 11:06 Uhr
BärnauOberpfalz

Geschichtspark Bärnau: Manöver wie im Mittelalter

Gleich an zwei Tagen präsentierten fast 100 Darsteller im Geschichtspark in Bärnau am Wochenende ein mittelalterliches Militärmanöver. Dabei kämpften die Soldaten auch gegen die Hitze.

von Konrad RosnerProfil

Ein mittelalterliches Militärmanöver war am Wochenende im Geschichtspark Bärnau-Tachov angesagt. Allerdings litt dieses Militärlager unter der sengenden Hitze, denn am Samstag und Sonntag hatte es jeweils über als 30 Grad. 97 Darsteller aus ganz Deutschland waren zum Manöver gekommen, um authentisch aufzuzeigen, wie es im frühen Mittelalter so alles ablief.

Maik Elliger aus Weimar fungierte als versierter Moderator. Er hatte immer einen flotten Spruch auf Lager und gab viel Wissenswertes über diese Zeit weiter. Eines vornweg: Das Mittelalter war keineswegs so blutrünstig, wie es in vielen Filmen dargestellt wird. Elliger dazu: „Vergesst die Filme.“ In Bärnau werde die Realität gezeigt.In zwei Schauen wurde die Mode der Adeligen, Bauern und Soldaten vom 9. bis zum 13. Jahrhundert präsentiert. Klar wurde, die Männer damals trugen keine Hosen, sondern „Beinlinge“. Die Adeligen trugen Mode mit viel Seide.

Schwer zu tragen

Schwer zu tragen hatten die Soldaten, denn deren Kettenhemden waren nicht ganz leicht. So ein Hemd hatte eine Gewicht zwischen 8 und 18 Kilogramm, dazu einen schweren Helm aus Metall. Unter dem Kettenhemd hatten die Soldaten noch eine Wolljacke an. Und dann mussten sie natürlich auch noch kämpfen, da gab es so manchen Kreislaufkollaps, berichtet Elliger.

Plan B für das Geschichtspark-Jubiläum

Bärnau

Höhepunkt waren die Militärmanöver im freien Gelände des Geschichtsparks, in dem Slawen gegen Soldaten kämpften. Mit dabei waren auch drei Pferde, die die berittene Kavallerie darstellten. Eindrucksvoll wurde demonstriert, wie damals gekämpft wurde, vorgeführt von der leichten und der schweren Infanterie. Soldaten der leichten Infanterie sind wesentlich schneller, während die Soldaten der schweren Infanterie besser geschützt sind. Im Kriegsfall agierte die schwere Infanterie bei einem Angriff im Zentrum, während die leichte Infanterie an den Flanken überfallartigen Attacken startete.

Mit Klischees aufräumen

War beides im Einklang miteinander, habe man Schlachten gewinnen können. Das wichtigste Instrument war neben den Waffen das Schild, mit dem man Angriffe abwehren konnte. So manches Film-Klischee wurde aufgeräumt. Das Allerwichtigste an diesem Tag waren jedoch nicht die Waffen, sondern die Getränke: Wasser wurde zuhauf getrunken, was aber bei der Hitze auch nötig war. Wegen der hohen Temperaturen waren aber nicht so viele Besucher gekommen. Die Anzahl der Akteure war wesentlich größer.

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