25.03.2021 - 13:06 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Ein Trauerkranz auf dem Weg von Bad Neualbenreuth nach München

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Eigentlich wollte Floristin Andrea Burger das Gebinde vor ihr Blumengeschäft legen, um auf ihr Anliegen und das des Handels aufmerksam zu machen. Doch dann hatte ihr Mann Quirin Meyer die Idee. "Der Kranz muss laufen lernen", sagte er.

Andrea Burger bei der symbolischen Übergabe des Trauerkranzes an Bürgermeister Klaus Meyer vorm Rathaus Bad Neualbenreuth.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht Andrea Burger aus Bad Neualbenreuth auf die Situation des Einzelhandels aufmerksam. Denn die Beschränkungen in der Corona-Pandemie nerven langsam immer mehr und bringen kleine Betriebe immer mehr in die Bredouille.

In Bad Neualbenreuth soll am Montag, 29. März, ein Trauerkranz anstatt eines Trauerzuges auf den Weg durch Bayern starten, "im stillen Gedenken der Opfer des ewigen Lockdowns", wie Andrea Burger sagt: Niedergelegt wird der vom Blumenstüberl im Ort bereitgestellte Kranz, begleitet von einer Schweigeminute, an den Rathäusern und Landratsämtern des Freistaats Bayern bis nach München: Dort, am Maximilianeum, soll er seine letzte Ruhe finden.

Öffnungsstrategien

"Wir müssen jetzt mal sehen, wie das funktioniert", sagt Andrea Burger und ist gespannt, wie die Initiative unterstützt wird. "Durch diese Aktion soll auf die Lage der Selbstständigen und Unternehmen im Freistaat aufmerksam gemacht werden", so Andrea Burger über ihre Motivation. Bürgermeister und Landräte sollen aufgefordert werden, sich verstärkt für Öffnungsstrategien usw. einzusetzen anstatt einfach nur hinzunehmen, dass die Staatsregierung immer wieder nur weitere Lockdowns verhängt. "Denn mit den Unternehmen gehen auch die Kommunen zugrunde."

"Durch diese Aktion soll auf die Lage der Selbstständigen und Unternehmen im Freistaat aufmerksam gemacht werden."

Floristin Andrea Burger

"Im Gedenken an alle Unternehmen, für die der Lockdown zum Knockout wurde", hat Andrea Burger auf die beiden Schleifen des Kranzes geschrieben. Die Botschaft soll in ganz Bayern ankommen. Funktionieren soll das so: Zur Kranzniederlegung soll eine Abordnung einer anderen Kommune kommen, die wiederum nach der Schweigeminute den Kranz an sich nimmt, um ihn später in ihrer Heimatgemeinde niederzulegen.

Kondolenzbuch

"Derjenige, der den Kranz besitzt, sorgt dafür, dass die Reise weitergeht", sagt Andrea Burger: Es wird Kontakt zu weiteren Kommunen aufgenommen, um einen Termin zur Niederlegung und die weiteren Details zu organisieren. "So soll gewährleistet werden, dass der Kranz auf seiner Reise nicht geklaut oder beschädigt wird."

Dem Kranz ist ein Kondolenzbuch beigefügt, in denen die einzelnen Regionen ihre Trauer bekunden können. "Dieses Buch soll mit dem Kranz am Ende an der Bayerischen Staatskanzlei niedergelegt werden."

Möglichst viele Leute erreichen

"Mir stinkt das langsam", sagt Andrea Burger über den Anlass für die ungewöhnliche Aktion. Sie weiß aus ihrem Bekanntenkreis, dass Leute mit kleinen Betrieben "am Pleitegehen sind", wie sie sagt. Als sie ihrem Mann von der Idee mit dem Kranz am Geschäft erzählte, entwickelte dieser die Aktion weiter: "Die Idee ist super, aber der Kranz muss laufen lernen." Denn es sollen möglichst viele Leute erreicht werden.

Nach dem Start am Montag geht's gleich weiter: Heike Suchanek, Inhaberin des Geschäfts "Kunstfleckerl" in der Klosterstadt, wird den Trauerkranz in Bad Neualbenreuth abholen und nach Waldsassen bringen.

Eine weitere kreative Idee von Andrea Burger in der Coronazeit

Bad Neualbenreuth
"Im Gedenken an alle Unternehmen, für die der Lockdown zum Knockout wurde" – so heißt es auf den Schleifen des Trauerkranzes, der von Bad Neualbenreuth nach München gebracht werden soll.

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