26.04.2021 - 14:10 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Straßenbeleuchtung: Bad Neualbenreuth auf einem "positiven Sonderweg"

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Ganz verschließen will sich der Marktrat dem Thema nicht. Denn Energiesparen an sich ist ja auch nicht falsch. Wie das aber bei der Straßenbeleuchtung noch gelingen könnte, darüber wurde jetzt in Bad Neualbenreuth debattiert.

Derzeit werden Gehwege rund um das Sibyllenbad nachts kaum frequentiert. Wenn die Straßenlampen stundenweise ausgeschaltet würden, ließe sich Geld sparen – so die Meinung im Marktrat. .
von Josef RosnerProfil

Engagiert wurde in der jüngsten Marktratssitzung über das Thema Straßenbeleuchtung und mögliche Reduzierungen und Einsparpotentiale beraten. Reinhold Bauer – er ist Leiter der gemeindlichen Kläranlage und Experte, was die Straßenbeleuchtung in Bad Neualbenreuth angeht – erläuterte Einzelheiten.

Bauer stellte den Markträten die aktuelle Straßenbeleuchtung vor und zeigte die Potenziale auf, wie sich noch mehr Energie einsparen ließe. Am Ende der mitunter leidenschaftlich geführten Diskussion wurde deutlich: „Das Thema wird uns weiter beschäftigen“, wie nicht nur Bürgermeister Klaus Meyer feststellte.

Zuvor sah Meyer die Gemeinde Bad Neualbenreuth bei der Straßenbeleuchtung ohnehin schon auf einem „positiven Sonderweg“, wie es hieß. Dabei dankte Meyer Reinhold Bauer, der sich schon seit Jahren innovativ um die Straßenbeleuchtung der Marktgemeinde kümmere. Ihm sei es zu verdanken, dass die Marktgemeinde bei der Stromversorgung der Straßenleuchten viel Geld spare.

Sparen nur durch Abschalten

Bauer berichtete dem Marktrat, dass er seit 2014 eine Datenbank über Stromverbrauch und -kosten führe. Die Straßenlaternen verbrauchten inzwischen ohnehin schon deutlich weniger Strom als früher. Ein Grund dafür sei der Einsatz von energiesparenden Leuchten. Aktuell, so Bauer, lasse sich wohl kaum noch zusätzlich Strom sparen – es sei denn, man schaltet den Strom nachts stundenweise aus. „Wollen wir das oder wollen wir das nicht?“, fragte Bauer.

"Wollen wir das oder wollen wir das nicht?“

Reinhold Bauer über das Abschalten der Straßenlaternen

Reinhold Bauer über das Abschalten der Straßenlaternen

Bürgermeister Klaus Meyer resümierte: „Wenn wir weitere Kosten einsparen wollen, dann nur durch stundenweise Abschaltung der Leuchten in der Nacht.“ Gleichzeitig bat Meyer die Ortssprecher, in ihren Bereichen zu prüfen, ob dies überhaupt möglich ist. Vielleicht ließen sich auch nur Teile der Straßenbeleuchtung ausschalten. „Wir müssen über verschiedene Modelle diskutieren“, so Meyer.

Kooperation mit Sternwarte

Der Bürgermeister konnte sich durchaus vorstellen, dass nachts bei kaum frequentierten Gehwegen die Straßenlaternen stundenweise für zwei bis vier Stunden ausgeschaltet werden. Gleichwohl sah er auch Gefahren. „Was ist, wenn sich Gäste auf den dann dunklen Geh- und Radwegen verletzen?"

„Was ist, wenn sich Gäste auf den dann dunklen Geh- und Radwegen verletzen?"

Bürgermeister Klaus Meyer

Bürgermeister Klaus Meyer

Ortssprecherin Angela Frank sah in der Stromabschaltung sogar eine touristische Chance – etwa in Kombination mit einer Zusammenarbeit mit der Sternwarte Tirschenreuth. Zweiter Bürgermeister Christian Hebert (CSU-CWG) machte deutlich: „Wir müssen bei der Stromabschaltung unterscheiden zwischen dem Markt und den Dörfern. Wir sind ein Kurort, das darf nicht vergessen werden."

Potenzial eher minimal

Für Bürgermeister Meyer war klar, dass ein Kompromiss gefunden werden muss. Allerdings gebe es durchaus Straßenlampen, die für einige Stunden abgeschaltet werden könnten. „Wir müssen das halt erproben“, sprach er sich für Versuche aus. Hubert Stark (SPD-FW) sah das Einsparpotenzial bei den Stromkosten eher als minimal an. Das sah auch der Bürgermeister so. „Wir müssen halt nach Einsparpotentialen suchen“.

Alfons Schnurrer (CSU-CWG) betonte, dass unbedingt an die Urlauber und Gäste gedacht werden müsse. „Wir als Einheimische kennen unsere Straßen und Wege, aber die Auswärtigen nicht. Wenn keine Straßenlampen mehr brennen, ist dies auch eine Gefahrensituation“, sagte Schnurrer. Hubert Stark machte deutlich, dass die Idee zum Stromsparen erst durch die Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr ins Gespräch gekommen sei.

Um den Energieverbrauch ging es auch bei einer anderen Abstimmung im Marktrat Bad Neualbenreuth

Bad Neualbenreuth
Hintergrund:

Straßenlampen: Stromverbrauch deutlich gesunken

  • 2017 waren es 111.000 Kilowattstunden, heute sind es nur noch 42.000 Kilowattstunden im Jahr, rechnete Reinhard Bauer die Einsparung in den vergangenen Jahren vor.
  • Im Gemeindebereich gibt es aktuell 580 Brennstellen. Laut Bauer wurde dabei die Anzahl der Leuchten in den vergangenen Jahren noch ausgebaut.
Rund 580 Brennstellen an Straßenlampen gibt es in der Marktgemeinde Bad Neualbenreuth. Schon in vergangenen Jahren wurden durch dein Einsatz neuer Leuchtmittel Kosten eingespart.

 

 

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