15.10.2021 - 12:19 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Mobilfunkversorgung in Bad Neualbenreuth ein "leidiges Thema"

Telefonieren oder Surfen im Internet mit dem Smartphone: Vor allem für Kurgäste am Tillenberg ist das nicht immer ein Vergnügen. Bürgermeister Klaus Meyer nannte jüngst im Marktrat, warum das so ist.

Die Mobilfunkantennen am Grenzlandturm bereiten Bürgermeister Klaus Meyer Kummer.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Mit der Mobilfunkversorgung befasste sich der Gemeinderat Bad Neualbenreuth in seiner Sitzung am Donnerstag. Doch bereits beim Treffen des Gremiums im Vormonat beklagte Bürgermeister Klaus Meyer die sprichwörtlich "weißen Flecken". Und dass es recht offenbar lange dauert, diese zu beseitigen.

"Ein leidiges Thema", meinte der Rathauschef auf Anfrage von Gemeinderat Erwin Löw im Tillensaal, wäre die Situation mit den Mobilfunkantennen am Grenzlandturm. Mitunter wurde Meyer auch laut. "Das ist nicht in Ordnung, was da mit uns gemacht wird."

"Es ist zum Haare raufen", schimpfte Meyer. Fakt ist, dass drei Mobilfunkanbieter Antennen am Grenzlandturm montiert haben – Telekom, Vodafone und Telefónica. Die Anlagen seien umgerüstet worden gegen leistungsfähigere Varianten. Damit beginnen die Probleme im Detail.

Nicht freigeschaltet

Denn zwei der dort mit Antennen vertretenen Anbieter hätten ihren Job erledigt, die Telekom allerdings lasse sich Zeit, berichtete Meyer. "Wir werden immer wieder vertröstet." Laut Info aus dem Rathaus muss die Bundesnetzagentur die Antennen überprüfen und "freimessen", wie die offizielle Bezeichnung heißt. Die Freischaltung könne aber nur erfolgen, wenn alle drei Anbieter ihre Anlagen umgerüstet haben. Damit könnten Kunden der Telekom, aber auch die der beiden anderen Anbieter den modernsten Mobilfunkstandard nicht nutzen.

Inzwischen sind weitere Schreiben an die Verantwortlichen erfolgt, wie Meyer auf Anfrage erklärte – bisher ohne großen Erfolg. Besser versorgt sind die umliegenden Ortschaften - etwa Ottengrün, Hardeck, Schachten. Dort sind die Signale zu empfangen, die die Antennen am ehemaligen Fernsehumsetzer an der Zufahrt zum Sibyllenbad abgibt.

Kurgästen fehlt das Netz

"Wie können wir da Druck aufbauen?", so Meyer an die Runde im Tillensaal und schob die Antwort in Form einer Frage gleich hinterher: "Kündigen wir alle unsere Mobilfunkverträge?" Nach den Worten von Meyer wäre auf politischer Ebene eine Koordinierungsstelle nötig, die alle Anbieter unter den sprichwörtlich einen Hut bringt. Marktrat Johannes Saalfrank regte in der Diskussion in der September-Sitzung an, die Problematik in einer Bürgermeisterdienstversammlung zu thematisieren.

Bürgermeister Meyer erzählt, dass sich vor allem Kurgäste über die fehlende Mobilfunkversorgung beklagten. Der Rathauschef nennt aber noch einen anderen Aspekt: So etwa könne es gut sein, dass Notrufe der Funklöcher wegen nicht oder nicht rechtzeitig abgesetzt werden könnten.

In den Ballungszentrum sei dies keine Problem; dort gebe es genügend Nutzer, die einen Ausbau rechtfertigten. Meyer hofft mit dem Verweis auf die Kurgäste bei den Anbietern eine größere Resonanz zu erzielen; denn die seien nicht begeistert, wenn sie während des Aufenthalts in Bad Neualbenreuth kein Netz hätten. Dabei ginge es gar nicht so sehr um schnelle Datenübertragung. "Mir wäre schon recht, wenn ich ohne Funkloch telefonieren könnte." Seitens der Telekom war bis zum späten Freitagvormittag keine Stellungnahme zu erhalten.

Im westlichen Landkreis gibt es Probleme mit dem Internet

Pullenreuth

"Es ist zum Haare raufen."

Bürgermeister Klaus Meyer zum Thema Mobilfunk in Bad Neualbenreuth

Bürgermeister Klaus Meyer zum Thema Mobilfunk in Bad Neualbenreuth

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.