02.05.2021 - 12:59 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Eine Glasfaserleitung in jedes Haus in Bad Neualbenreuth

Die Gemeinde Bad Neualbenreuth will den Ausbau des Glasfasernetzes vorantreiben. Wie dies ablaufen soll, erklärten zwei Referenten im Marktrat.

Die Gästeinformation hat schon einen Glasfaseranschluss bekommen.
von Josef RosnerProfil

Die Markterkundung in Sachen Breitbandausbau in Bad Neualbenreuth ist abgeschlossen. „Wir wollen zukunftsfähig bleiben und jetzt den nächsten Schritt machen“, sagte Bürgermeister Klaus Meyer in der Marktratssitzung. Einstimmig billigte das Gremium den Einstieg ins Auswahlverfahren zum Breitbandausbau. Walter Huber (Breitbandberatung Bayern) und Hermann Prölß (Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung) werden die Gemeinde auf diesem Weg begleiten. Beide standen in der Sitzung Rede und Antwort.

„Wir haben beim Breitbandausbau schon ein ganz schönes Tempo vorgelegt“, sagte der Rathauschef. Nächster Schritt sei eine Glasfaserleitung in jedes Haus. Dies werde aufwendig sein und koste auch viel Geld: "Das ist aber die Zukunft", betonte Mayer.

90 Prozent Förderung

Walter Huber stellte das Ergebnis der Markterkundung vor: Künftig sollen bis zu 200 MBit/s für Privathaushalte und ein GBit/s für Gewerbetreibende durch den Glasfaserausbau erreicht werden. Laut Huber darf die Gemeinde mit einer Förderung von bis zu 90 Prozent rechnen, maximal 6 Millionen Euro. Mit Hilfe des „Vectoring“ sollen auch die Ortsteile noch besser erschlossen werden.

Insgesamt gebe es im Markt 495 förderfähige Adressen (Anschlüsse). Dazu wurde die Gemeinde in fünf Erschließungsgebiete eingeteilt, erste Sondierungsgespräche mit dem Anbieter Telekom wurden bereits geführt, sagte Huber. Nach ersten Berechnungen müsste die Kommune einen Eigenanteil von rund 700.000 Euro leisten. Es vergingen aber noch drei bis vier Jahre bis zum Baubeginn, so der Sprecher.

Mehrjährige Bauzeit

Bei den Ausbauarbeiten würde das Glasfaser bis an die Grundstücksgrenzen gelegt. Huber berichtete von einem hohen Bedarf an schnellem Breitband, das zeige die Coronakrise. Als weiteres Vorgehen schlug er den Einstieg ins Auswahlverfahren vor, dessen Kosten seien überschaubar, sagte der Sprecher. Zahlen wolle er demnächst im Marktrat vorstellen.

Meyer machte deutlich, dass die Breitbandversorgung eigentlich nicht Aufgabe einer Kommune sei, sondern die der Anbieter. „Doch uns bleibt keine andere Wahl. Wir müssen aktiv werden, wenn wir nicht auf der Strecke bleiben wollen“, sagte Meyer, der mit Ausbaukosten von bis zu 5 Millionen Euro rechnet. Dritter Bürgermeister Johannes Saalfrank (SPD-FW) meinte. „Glasfaserkabel ist Stand der Technik und die Zukunft.“ Hermann Prölß prognostizierte eine mehrjährige Bauzeit.

Der Beschluss zum Eintritt ins Auswahlverfahren fiel einstimmig. Das Rathaus und die Gästeinformation sind in den vergangenen Tagen schon mit Glasfaserkabel angeschlossen worden.

Der Marktrat diskutierte auch über Energiesparmöglichkeiten

Bad Neualbenreuth
Nahezu hergestellt ist bereits der Glasfaseranschluss für das Rathaus.
Walter Huber (Breitbandberatung Bayern) stellte das Ergebnis der Markterkundung für den Breitbandausbau vor. Nächster Schritt ist jetzt der Einstieg ins Auswahlverfahren.
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