30.03.2021 - 12:04 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Bad Neualbenreuth vor enormen Investitionen in die Zukunft

Im Haushalt sind Ausgaben in Höhe von 8,4 Millionen Euro vorgesehen. Damit steigt die Gesamtverschuldung auf 1,2 Millionen Euro. Beklagt wurden bei der Sitzung des Marktrats die fehlenden Einnahmen. Der Beschluss fiel dennoch einstimmig.

Das Kinderhaus "Tillenzwerge" soll für 1,55 Millionen Euro saniert werden. Während der Arbeiten werden die Mädchen und Buben in Ausweichräumen in der Schule unterkommen.
von Josef RosnerProfil

Enorme Ausgaben plant dieses Jahr die Bäder-Marktgemeinde Neualbenreuth. Nachdem noch Investitionen aus dem vergangenen Jahr anstehen, sollen heuer insgesamt 8,4 Millionen Euro ausgegeben werden. Bürgermeister Klaus Meyer nannte es unerlässlich, auch im Hinblick auf den erreichten Bäderstatus, die geplanten Investitionen durchzuführen.

Sorge bereitet dem Bürgermeister die fehlenden Einnahmen aus dem zurückgehenden Wasserverkauf und aus dem Kurbeitrag, angesichts fehlender Gäste. Der Haushalt 2021 wurde am Ende einstimmig verabschiedet. Entschuldigt gefehlt haben Erwin Löw und Michael Jaworeck (beide CSU-CWG).

Erarbeitet hatte den diesjährigen Haushalt in bewährter Weise Kämmerer Stefan Döllinger. Ihm galt der Dank des Bürgermeisters und der Markträte. Bürgermeister Klaus Meyer stellte den Räten in Auszügen das umfassende Zahlenwerk vor. Es war bereits im Finanzausschuss am 15. März vorberaten worden.

Über 400.000 Euro Kredit

Der Verwaltungshaushalt umfasst 3,546 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 3,541 Millionen Euro. Der Gesamthaushalt beläuft sich damit auf 7,087 Millionen Euro und ist damit um 3,55 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Finanziert wird der Haushalt mit einer Kreditaufnahme in Höhe von 404.260 Euro.

Die Gesamtverschuldung zum Jahresende 2020 lag bei 1,212 Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 897 Euro bedeutet. Zum Jahresende 2020 wurden insgesamt 1351 Neualbenreuther als Einwohner geführt.

Nur die Hälfte an Kurbeitrag

Probleme bereiten der Marktgemeinde die gesunkenen Einnahmen aus dem Kurbeitrag. Ursprünglich war mit 200.000 Euro kalkuliert worden, im vergangenen Jahren waren es nur knapp 104.000 Euro. "Heuer haben wir bislang noch keinen Cent an Kurbeiträgen eingenommen", haderte Bürgermeister Klaus Meyer.

"Heuer haben wir bislang noch keinen Cent an Kurbeiträgen eingenommen."

Bürgermeister Klaus Meyer

Bürgermeister Klaus Meyer

Rückläufig ist zudem die Gewerbesteuer. War 2020 noch mit 244.000 Euro kalkuliert worden, so sind es heuer nur 180.000 Euro. Bei den Ausgaben stehen die Gelder für Baumaßnahmen in Höhe von 2,87 Millionen im Mittelpunkt. Etwas gestiegen sind zudem die Personalausgaben in Höhe von 1,26 Millionen Euro für insgesamt 31 Mitarbeiter.

Mehr Kreisumlage

An Kreisumlage muss der Markt heuer 623.500 Euro aufbringen, fast 24.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Für den Zweckverband Sibyllenbad muss die Gemeinde 119.500 Euro beitragen. Der Rücklagenbestand zum Jahresbeginn 2021 betrug 494.000 Euro, dieses Geld ist heuer komplett im Haushalt mit verplant. Es verbleibt nur der Mindestrücklagenbestand in Höhe von 34.558 Euro.

Die Marktgemeinde will heuer viel investieren. Insgesamt werden mit den Investitionen aus dem vergangenen Jahr, die heuer mit umgesetzt werden, rund 8,4 Millionen Euro ausgegeben. Beim Großteil der geplanten Investitionen fließen Zuschüsse von 60 bis 90 Prozent. "Wir gestalten die Zukunft unserer Bädergemeinde", sagte der Bürgermeister, der darauf verwies, dass ohne staatliche Unterstützung vieles nicht gehen würde.

Ausgleich für entgangene Kurbeiträge

Weiter gab der Bürgermeister bekannt, dass als Ausgleich entgangener Kurbeiträge für 2020 und 2021 ein Antrag auf Bedarfszuweisung bei der Regierung der Oberpfalz und dem Statistischen Landesamt Bayern gestellt wird. Trotz der enormen Investitionen sei es unerlässlich, den konsequenten Sparkurs der vergangenen Jahre fortzusetzen, um die finanzielle Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen.

Hoffnung setzt Bürgermeister Klaus Meyer auf die weitere Gewährung von Stabilisierungshilfe 2021. "Wir sind mit unserem Haushalt gut unterwegs und gestalten Zukunftsfähiges", sagte der Bürgermeister, der von einem genehmigungsfähigen Haushalt sprach.

Den einstimmig gefassten Haushaltsbeschluss nannte Meyer ein starkes Votum für die Zukunft der Marktgemeinde. "Das ist jetzt mein siebter Haushalt, den wir einstimmig verabschiedet haben, darauf bin ich stolz und dankbar", sagte Meyer zum eindeutigen Votum der Markträte.

Mit einer neuen Attraktion wartet der der Sibyllenbad-Kurpark auf

Bad Neualbenreuth
Hier sollen nach erfolgter Sanierung Veranstaltungen aller Art stattfinden. Unser Bild zeigt das Erdgeschoss des ehemaligen Raiffeisen-Lagerhauses.
Das Gemeindearchiv und Vereinsräume sollen im Dachgeschoss des ehemaligen Lagerhauses unterkommen.
Insgesamt 2,468 Millionen Euro sollen in die Revitalisierung des ehemaligen Raiffeisenareals investiert werden.
Auch die nahegelegene Teichanlage wird neu hergerichtet und gehört zum zum Gesamtprojekt „Revitalisierung Raiffeisenareal“.
Hintergrund:

Die größten Ausgabe- und Einnahmeposten

  • Größter Ausgabenpunkt ist die Revitalisierung des Raiffeisenareals mit 2,46 Millionen Euro, mit einer Förderung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten.
  • Weitere große Ausgabepunkte sind das Kunsthaus Maiersreuth mit 1,93 Millionen Euro (Förderung bis zu 90 Prozent) und der Umbau, Sanierung und Verlegung des Kindergartens mit 1,55 Millionen Euro (Förderung bis zu 90 Prozent).
  • Für den Straßenausbau (Urlspitzweg mit Anlage Parkplätze) sind 810.000 Euro eingeplant, für den Mobilfunkausbau 565.000 Euro, für die Quellsanierung 320.000 Euro. Hinzu kommen Investitionen in die Sanierung der Haupt-und Nebenwege im Friedhof mit 150.000 Euro, die Wanderwegsanierung mit 180.000 Euro, die Errichtung eines landwirtschaftlichen Lehrpfads mit 115.000 Euro sowie die Sanierung der Kapelle am Kirchberg und der Wegeverbindung Weidaweg/Am Bühl mit jeweils 100.000 Euro.
  • Als wichtigste Einnahme wies Bürgermeister Klaus Meyer Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen in Höhe von 2,33 Millionen Euro aus.
  • Hinzu kommen 646.000 Euro aus dem Gemeindeanteil an der Gewerbesteuer, Schlüsselzuweisungen in Höhe von 606.500 Euro, Gebühren 527.000 Euro, Einnahmen aus Verkäufen, Mieten und Pachten in Höhe von 486.000 Euro.
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