29.03.2019 - 19:28 Uhr
AuerbachOberpfalz

Saniertes Auerbacher Rathaus "ein Meisterwerk"

Die Rechnung ist nicht schwer, aber eindrucksvoll: 601 Jahre und 26 Tage, nachdem Pfalzgraf Johann von Neumarkt den Auerbachern den Bau eines Rathauses erlaubt hatte, wurde am Freitag das grundlegend sanierte Gebäude neu eingeweiht.

von Markus Müller Kontakt Profil

Als Bürgermeister Joachim Neuß im herausgeputzten Sitzungssaal die Stadträte und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen begrüßte, äußerte er "Erleichterung, dass wir diese Maßnahme so unaufgeregt über die Bühne bringen konnten". Das sei vor allem auf zwei an maßgeblicher Stelle Beteiligte zurückzuführen: Architekt Urban Meiller und Stadtbaumeisterin Margit Ebner. Unter ihrer Regie sei es gelungen, ein 600 Jahre altes Gebäude in ein modernes Dienstleistungszentrum zu verwandeln - eine Herausforderung bei den heutigen Vorschriften, aber in der Gesamtschau auch "ein Meisterwerk".

"Funktional war es längst nicht mehr", blickte Neuß auf den Zustand zurück, der die Sanierung - sie war zuletzt 1928/29 in dieser Art geschehen - notwendig machte. Wer jemals gesehen habe, wie bei Trauungen Angehörige im Rollstuhl in den zweiten Stock getragen wurden, habe das sofort bestätigt. Eine schrittweise Sanierung bei laufendem Betrieb hätte laut Neuß fünf bis sieben Jahre gedauert und eine halbe Millionen Euro mehr gekostet. So galt die Generalsanierung unter Verlegung der Verwaltung in den ehemaligen Goldnen Löwen schnell als alternativlos.

Schneller als geplant

Bis zu 24 Monate Bauzeit hatte man geschätzt, doch bereits nach 21 Monaten waren die Arbeiten abgeschlossen. Architekt Urban Meiller wusste, wem das zu verdanken war: Stadtbaumeisterin Margit Ebner, die viele Entscheidungen schnell gefällt habe, sowie den beteiligten Firmen - fast alle aus der Region -, die bei Problemen immer prompte Lösungen gefunden hätten. Und auch eine "gute Seele" der Baustelle machte Meiller aus: den für die Planung der Haustechnik zuständigen Bernhard Dimler aus Gunzendorf; der sei fast täglich vor Ort gewesen.

Was ist nun im Rathaus so grundlegend anders als zuvor? "Es ist mal hell", nannte Meiller als wichtigsten Punkt. Farbigkeit und lichtdurchflutete Räume hätten eine ganz andere Atmosphäre geschaffen. Bange Fragen habe er zur Fassade gehört, die bei Regen eine dunklere Farbe annehme. Deshalb stellte der Architekt klar: "Das soll so sein. Die Farbigkeit wird sich immer verändern." Zur Kostenseite bemerkte Bürgermeister Neuß rundum zufrieden, nachdem 98 Prozent der Arbeiten abgerechnet seien, liege man bei 3,6 Millionen Euro, also nur gut fünf Prozent über dem ursprünglichen Ansatz - und das, obwohl im Laufe der Zeit einige unvorhergesehene Anforderungen dazugekommen seien.

Streit ja, aber mit Respekt

Die kirchliche Segnung des Gebäudes lag in den Händen von Pfarrerin Helga von Niedner und Dekan Markus Flasinski. Sie baten um "Gottes Schutz und Segen für alle, die hier ein- und ausgehen". Es sei in Ordnung, wenn an diesem Ort auch mal gestritten werde, doch das müsse friedlich geschehen und mit Respekt vor der Haltung des anderen.

Die Bevölkerung kann sich beim Tag der offenen Tür an diesem Samstag selbst ein Bild vom neuen Aussehen des Rathauses machen. Geöffnet ist von 10 bis 15 Uhr. Mehr Bilder aus dem Rathaus: www.onetz.de/2676876

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