03.07.2021 - 22:30 Uhr
AuerbachOberpfalz

Lob für Frankenpfalz: „Wir schaffen jetzt wesentlich mehr“

2008 hat die Arbeitsgemeinschaft Frankenpfalz ihr erstes Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept erstellt. Seit 2019 wurde ein neues entwickelt. Einen großen Unterschied zwischen den beiden erfuhr man im Auerbacher Stadtrat.

Das LBV-Projekt "Ochsentour 2.0", ein Rundweg um die Grubenfelder Leonie, für die dieser hölzerne Auerochse steht, ist eines der Vorhaben im oberpfälzisch-mittelfränkisch-oberfränkischen Grenzgebiet, die ganz wesentlich dank der Frankenpfalz-Förderung zustande kamen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Umsetzungsmanagerin Verena Frauenknecht stellte dem Stadtrat die Anstrengungen der Frankenpfalz beim inzwischen fertigen zweiten Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) vor. Es soll in den nächsten Jahren den Handlungsrahmen für die Arbeitsgemeinschaft vorgeben. Leitprojekte dabei sind etwa ein Baulücken- und Leerstandskataster, ein Bürgerbus-Netzwerk für die Region, die Optimierung der Übernachtungsmöglichkeiten oder die langfristige Sicherung der Gesundheitsversorgung.

„Wir schaffen jetzt wesentlich mehr“, lobte Bürgermeister Joachim Neuß die Arbeit der seit Anfang 2019 tätigen Projektmanagerin. Früher sei die Frankenpfalz von den Bürgermeistern der acht Mitgliedsgemeinden quasi als Nebenbeschäftigung vorangetrieben worden. Jetzt könne sich Verena Frauenknecht jeden Tag darum kümmern, dass etwas vorwärtsgehe. Mit Erfolg: „Die Frankenpfalz wächst deutlich besser zusammen, wir werden schlagkräftiger.“

Eigener Archivar angestrebt

Neuß verdeutlichte das Prinzip der Freiwilligkeit bei der interkommunalen Kooperation innerhalb der Frankenpfalz am Beispiel des Archivprojekts. Während Auerbach schon „ein bestens funktionierendes Archiv“ für die Akten aus der Verwaltung habe, wollten die anderen Mitgliedskommunen gemeinsam einen eigenen Archivar einstellen, der eventuell sogar Kommunen außerhalb der Arbeitsgemeinschaft mit betreuen könne.

Welche Projekte die Frankenpfalz im Jahr 2021 fördert

Auerbach

Einstimmig genehmigt wurde der Haushalt der Spitalstiftung für 2021 (Verwaltungshaushalt 91.700 Euro, Vermögenshaushalt 291.700 Euro). Kämmerer Michael Bierl hielt aber fest, dass es aufgrund der ständig steigenden Unterhaltskosten für die Mietgebäude der Stiftung immer schwieriger werde, den Haushaltsausgleich sicherzustellen. Zumal auch aus dem bis 2022 noch leerstehenden Bürgerspital erst einmal keine Einnahmen erwirtschaftet werden könnten.

Joachim Neuß ergänzte, die Stiftung habe ja nur Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Dabei müsse sie zusätzlich Wohnberechtigungsscheine oder Mietpreisdeckelungen berücksichtigen. Zudem sei es im Schenklschulhaus schon zum zweiten Mal vorgekommen, „dass wir eine Wohnung nach der Vermietung bis zum Rohbau sanieren mussten“. Schlussfolgerung von Neuß: „Die Bürgerspitalstiftung wird wohl nie wirtschaftlich prosperierend sein.“

Solarpark auf sechs Hektar

Für den Bebauungsplan „Solarpark Ortlesbrunn“ wurden die eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen abgewogen und teilweise in die Unterlagen eingearbeitet. Die Firma Voltgrün Energie GmbH will dort auf einer Fläche von 6,19 Hektar mit 14.000 Modulen einen mittleren jährlichen Ertrag von 6,7 Millionen kWh „grünen Strom“ produzieren. Der Stadtrat folgte dem einstimmig.

So wurde der Solarpark Ortlesbrunn im Auerbacher Stadtrat vorgestellt

Auerbach

Als stellvertretender Verbandsrat für den Zweckverband Realschule Auerbach wurde anstelle des ausgeschiedenen Stadtrats Uwe Ditz aus der CSU-Fraktion Bernhard Hinteregger bestimmt.

Bei den Anfragen wollte Josef Lehner (CUU) wissen, welche Folgen der Verkauf eines Areals beim Maffei-Gelände habe. Die Fläche hatte dem Freistaat gehört und war von der KLJB Nitzlbuch als Johannisfeuerplatz genutzt worden.

Fläche bei Maffei verkauft

Laut Neuß wurde der Verkauf mit den Betroffenen abgesprochen, auch mit Vertretern des Fördervereins Maffeispiele. Die KLJB sei per Vertrag Pächter des Geländes gewesen. Der neue Eigentümer müsse in diesen Pachtvertrag einsteigen, werde ihn aber kündigen. Die KLJB-Vertreter akzeptierten jedoch, dass die gewerbliche Entwicklung in Auerbach Vorrang habe.

Zur Auerbacher Bewerbung für die Landesgartenschau informierte Neuß, die Interessenbekundung sei abgeschickt worden. „Jetzt heißt es Daumen drücken.“

Eingeleitet hatte Bürgermeister Neuß die Stadtratssitzung mit Würdigungen von zwei kürzlich verstorbenen Auerbacher Kommunalpolitikern: Josef Sichelstiel, der von 1966 bis 1990 den Kreistagen von Eschenbach und später Amberg-Sulzbach angehört hatte, sowie Erich Höllerer, von 1984 bis 1996 Kreisrat in Amberg-Sulzbach.

Über die Ergebnisse des nichtöffentlichen Teils der Stadtratssitzung informierte die Verwaltung per Pressemitteilung.

  • „DigitalPakt Schule“

Demnach wurden Aufträge für den „DigitalPakt Schule“ vergeben. Dabei geht es um die Ertüchtigung von LAN- und WLAN-Netz sowohl in der Grund- als auch in der Hauptschule. Die Vergabe lag deutlich unter der Kostenschätzung von 44.000 Euro. Die Hardwareausstattung besorgt die Firma Smart Computing Services (Pegnitz) zum Bruttoangebotspreis von 9809 Euro. Die Verkabelungsarbeiten erledigt dieselbe Firma zusammen mit dem Subunternehmer Elektro Glenk aus Pegnitz für 20.647 Euro.

  • Glasfaseranschlüsse für Schulen

Der Auftrag für die Glasfaseranschlüsse für die beiden Schulen und das Rathaus ging an die Telekom Deutschland Business Solutions GmbH. Für die Grundschule kostet das 22.850 Euro brutto, für die Mittelschule 33.887 Euro, für das Rathaus 26.103 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt jeweils bei zehn Prozent der Summe.

  • Aufpreis für Aushub

Bei der Sanierung der Bachgasse fielen 600 Tonnen Aushub an, alles Material der Deponieklasse 1. Der Auftrag zur Entsorgung ging zum Preis von 45.706 Euro an die Baufirma Prösl. Da die Schlussrechnung für die Baumaßnahme mit 80.000 Euro unter der Vergabesumme liegt, kann diese Entsorgung noch mit den ursprünglich geplanten Haushaltsmitteln gedeckt werden.

  • Abriss in Hagenohe

Das mit den Bürgern von Hagenohe ausgearbeitete Konzept für die Dorferneuerung Hagenohe beinhaltet den Ankauf und Abbruch des Anwesens Hagenohe 3 („Wagner-Anwesen“). An dieser Stelle soll zukünftig der Dorfplatz entstehen. Aufgrund der Pandemie konnten die notwendigen Ortsversammlungen zur Verabschiedung des Konzepts noch nicht stattfinden, doch die Entscheidung für den Abbruch wurde laut Stadtverwaltung bereits von der Mehrheit der Hagenoher Bürger befürwortet. Da das Gebäude in der Standsicherheit gefährdet ist, kann der Abbruch nicht aufgeschoben werden. Der Stadtrat erteilte den Auftrag an die Firma Kornburger aus Betzenstein für 53.550 Euro.

  • Leck in Phosphat-Behälter

In der Kläranlage Auerbach wurde bei der letzten TÜV-Prüfung an dem doppelwandigen Behälter, in dem das Phosphatfällmittel bevorratet ist, ein Leck in der inneren Wand festgestellt. Ein weiterer Betrieb des Behälters ist daher ausgeschlossen. Der Auftrag für den Austausch des Behälters ging an die Firma Quantos aus Moosburg (62.678 Euro). Dazu wird der Austausch der Mess- und Regeltechnik zur Phosphatfällung für 33.598 Euro kommen, sobald das Landratsamt die Rückforderung der Abwasserabgabe der letzten drei Jahre genehmigt hat, die in die Finanzierung einfließen kann.

  • Straße wird viel teurer

Beim Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Gunzendorf–Penzenreuth entstanden durch die unerwartet aufwendige Stabilisierung des Untergrunds Mehrkosten von 217.702 Euro. Außerdem enthielt der zu entsorgende Asphalt in größerer Menge Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) als kalkuliert. Die Entsorgungskosten betragen hier 73.951 Euro.

Der Stadtrat genehmigte in beiden Fällen die Gelder. Die Deckung soll aber erst im Haushalt 2022 erfolgen.

Die weiteren Themen des Auerbacher Stadtrats in der Sitzung am 30. Juni

Auerbach
Hintergrund:

Mitgliedsgemeinden der Frankenfalz

  • Auerbach
  • Betzenstein
  • Hartenstein
  • Hirschbach
  • Königstein
  • Neuhaus a. d. Pegnitz
  • Plech
  • Velden

 

 

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