16.07.2021 - 16:28 Uhr
AuerbachOberpfalz

Lärm-Messungen am Truppenübungsplatz Grafenwöhr

Wenn auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr geübt wird, kann es laut werden. Davon sind auch die umliegenden Gemeinden und Städte betroffen. Die Entwicklung der Lärmimmissionen war nun Thema einer Inforunde.

Auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels finden immer wieder Manöver statt. Davon bekommt meistens auch die Bevölkerung etwas mit.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Gemeinsam mit US-Streitkräften hat die Bundeswehr Arbeitsgruppen eingerichtet, die zum Lärm auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr Messkampagnen durchführen. Laut einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr wurden so zum Beispiel die Großübungen messtechnisch begleitet und eine Internetseite für die Öffentlichkeit mit allgemeinen und aktuellen Informationen eingerichtet. Fachleute stellten die Ergebnisse nun in Auerbach vor. Dazu eingeladen worden waren die Bürgermeister von Auerbach, Eschenbach, Pressath, Grafenwöhr, Vilseck, Freihung und Kirchenthumbach sowie die Landräte aus Amberg-Sulzbach und Neustadt a.d. Waldnaab.

Bei den in den letzten beiden Jahren durchgeführten Messungen seien die Richtwerte an einzelnen Tagen der Übungen überschritten worden, wobei aber das Maximum der Messwerte in Nähe der Richtwerte gelegen habe und die Immissionswerte nicht überschritten worden seien. Der Presseinformation zufolge habe sich das Übungs-Aufkommen Corona-bedingt verringert und so hätte es im Jahr 2020 nur 25 Lärmbeschwerden gegeben, im Vergleich zu 2019 mit 53. In 2021 seien bisher sechs Beschwerden bis zur Jahresmitte eingegangen.

Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß bedankte sich bei der Bundeswehr für die Messungen. „An dieser Stelle ist es wichtig, dranzubleiben und weitere Analysedaten für die Zukunft und zum Schutz der Bevölkerung zu gewinnen“, sagte er. „Die Bürger reagieren unmittelbar auf Lärm und laden ihre Beschwerden im Rathaus ab.“

Die Bundeswehr sagte zu, die Messungen auszuweiten, um ein besseres Gesamtbild zu erhalten. Des Weiteren werde beabsichtigt, eingehende Beschwerden zu Flug- und Schießlärm zusammenzuführen. Die Arbeitsgruppe Lärmimmissionen werde sich auch den Fragen aus den Reihen der Teilnehmer zu einer möglichen Lärmbelästigung durch Drohnen stellen. Damit solle weiter zur Verbesserung der Information und zum Lärmschutz selbst beigetragen werden.

Insgesamt gibt es in Grafenwöhr vier Messanhänger, die leicht versetzt werden können. Mit der modernen Technik soll ab September ein größtmögliches Gebiet um den Übungsplatz abgedeckt werden.

Die US-Landstreitkräfte Europa und Afrika, als verantwortlicher Betreiber des Truppenübungsplatzes, informierten über den Übungsbetrieb, freiwillige Maßnahmen zur Lärmminderung, laufende Umweltbemühungen und beantworteten Fragen der Teilnehmer.

Das nächste Informationsgespräch soll in zwei Jahren in Eschenbach stattfinden.

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Grafenwöhr
Hintergrund:

Der Truppenübungsplatz

  • Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr wurde 1910 gegründet.
  • Seit Ende des Zweiten Weltkrieges obliegt die Verantwortung der US-Army.
  • Mit über 22.000 Hektar Fläche gehört er zu den größten Übungsplätzen Europas, auf denen scharf geschossen wird.
  • Der Platz bietet Übungsraum für über 4000 Soldaten.
  • Hier kommen regelmäßig deutsche, US- und NATO-Streitkräfte zusammen, um gemeinsam im Sinne der transatlantischen Sicherheit, die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

 

 

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