23.10.2020 - 15:51 Uhr
AuerbachOberpfalz

Hundesteuer steigt in Auerbach

Ab 2021 zahlen Hundebesitzer in Auerbach mehr Hundesteuer. Das geht aus der neugefassten Satzung hervor, die der Stadtrat am Mittwoch verabschiedete.

Ein Rottweiler ist als Kampfhund der Kategorie 2 eingestuft. Sein Besitzer braucht ein sogenanntes Negativzeugnis, damit er das Tier halten kann. Rottweiler gibt es auch in Auerbach, ebenso weitere Kategorie-2-Kampfhunde wie etwa Bullterrier oder American Bulldog.
von Markus Müller Kontakt Profil

Bisher kostet laut Homepage der Stadt der erste Hund 30 Euro Hundesteuer im Jahr, der zweite 45, der dritte 60. Die neue Regelung legt 75 Euro für den ersten Hund fest, 150 für den zweiten (und jeden weiteren) und 700 für jeden Kampfhund.

Wobei Bürgermeister Joachim Neuß einschränkte: „Es gibt in Auerbach keinen Kampfhund als solches.“ Es gebe zwar Hunde, die Kampfhunderassen angehörten, aber die hätten alle ein Negativzeugnis.

Gesteigerte Aggressivität

Jetzt sind Kampfhunde laut Landesstraf- und Verordnungsgesetz „Hunde, bei denen auf Grund rassespezifischer Merkmale, Zucht oder Ausbildung von einer gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren auszugehen ist“. Wie schaffen die es, dass man sie – zumindest verwaltungstechnisch – nicht mehr als Kampfhunde betrachtet?

Aufklärung kann Christine Hollederer leisten, die Pressesprecherin des Landratsamtes. Dort ist nämlich das Veterinäramt in das einschlägige Verfahren eingebunden.

Laut Hollederer ist es in Bayern verboten, Kampfhunde der Kategorie 1 zu halten. Das wäre etwa ein Pitbull. Bei Kampfhunden der weniger gefährlichen Kategorie 2 – Beispiele sind Rottweiler, Mastiff oder Bullterrier – wird die Kampfhunde-Eigenschaft erst einmal vermutet. Sie ist durch ein Gutachten zu widerlegen, damit das Tier auch gehalten werden darf.

Allerdings macht so ein Gutachten erst ab einem Alter von eineinhalb Jahren Sinn. „Bis dahin stellt die Gemeinde ein vorläufiges Negativzeugnis aus, wenn das Tier nicht negativ aufgefallen ist“, erklärte Hollederer auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Ablauf dieser Frist muss ein qualifizierter Tierarzt oder ein bestellter Hundetrainer ein Gutachten über den Hund anfertigen.

Veterinäramt überprüft

Das Veterinäramt überprüft dann, ob die Einschätzung plausibel ist, und gibt der Gemeinde eine Empfehlung. „Die Gemeinde stellt dann das endgültige Negativzeugnis aus, das unbefristet gilt, für gewöhnlich aber mit Auflagen zur Haltung versehen ist.“

Der Auerbacher Stadtrat beschloss die neue Hundesteuersatzung ohne Gegenstimme. Sie gilt ab 1. Januar 2021. Die aktuelle Satzung stammt aus dem Jahr 2006 und entspricht nicht mehr der Mustersatzung, die im August vom bayerischen Innenministerium herausgegeben wurde.

Wie Sulzbach-Rosenberg mit Kampfhunden umgeht

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