18.02.2021 - 20:13 Uhr
AuerbachOberpfalz

Genanalyse bestätigt: Wolf riss Schaf bei Auerbach

Das Raubtier, das am 8. Februar bei Michelfeld (Stadt Auerbach) ein Schaf gerissen hat, war tatsächlich ein Wolf. Das ist im Landkreis Amberg-Sulzbach der erste bestätigte Nutztierriss seit dem erneuten Vorkommen von Wölfen in Bayern.

Die beiden Herdenschutzhunde des betroffenen Wanderschäfers sind immer bei den Schafen in der Umzäunung. Das von einem Wolf gerissene Schaf hatte sich allerdings außerhalb des Zauns aufgehalten.
von Markus Müller Kontakt Profil

Als die Redaktion von Oberpfalz-Medien am Mittwoch im Zuge der Berichterstattung über ein bei Michelfeld auf einer Wiese gefundenes totes Schaf nachfragte, lag dem Landesamt für Umwelt (LfU) das Ergebnis der Genanalyse noch nicht vor. Doch am Donnerstag bestätigte die Behörde dann per Pressemitteilung, was sich schon durch Riss- und Fraßbild angedeutet hatte: das ausgewachsene Schaf war Opfer eines Wolfs geworden.

Laut LfU hatte sich das Schaf, das zur Herde eines Wanderschäfers gehörte, „über Nacht abseits der von Herdenschutzhunden bewachten Herde und außerhalb des Schutzzaunes aufgehalten“. Ein Experte des Netzwerks Große Beutegreifer hatte die Situation vor Ort begutachtet und genetische Proben genommen. „Die Ergebnisse der Genanalyse bestätigen einen Wolf als Verursacher“, heißt es jetzt in der Pressemitteilung.

Wölfe seit 2017 vor Ort

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es im Landkreis Amberg-Sulzbach zwar schon seit 2017 immer wieder gesicherte Wolfsnachweise gab, aber bisher „keinen Nutztierriss unter der nachweislichen Beteiligung eines Wolfes“. Von Wölfen getötete Wildtiere waren in der Region dagegen schon fast ein gewohntes Bild, seit das im Veldensteiner Forst beheimatete Rudel sowohl in den Jahren 2018 und 2019 als auch 2020 Nachwuchs bekommen hatte.

Zweiter Fall wird untersucht

Wie das LfU auf Nachfrage mitteilte, wird derzeit im Umfeld des 6000 Hektar großen Waldgebiets noch ein zweiter Nutztierriss untersucht. Für den bereits bestätigten Fall gilt: „Eine weitergehende Analyse des gewonnenen Genmaterials soll Aufschluss über Geschlecht und mögliche Herkunft des Tieres bringen.“ Es wäre aber keine Überraschung, wenn es dem Veldensteiner Rudel angehörte.

Das LfU verweist darauf, dass Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern über den Wolfsriss informiert wurden. Für sie gilt: „Nutztierhalter, deren Weiden im Umfeld von Gebieten mit standorttreuen Wölfen oder Ereignisgebieten liegen, können sich Herdenschutzmaßnahmen fördern lassen. Anträge können bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestellt werden.“

Schäden, die Nutztierhaltern durch Wolfsrisse entstehen, können durch den Ausgleichsfonds Große Beutegreifer kompensiert werden. Weitere Informationen dazu bietet das Internetangebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Was der betroffene Wanderschäfer zur Bedrohung seiner Herde durch Wölfe sagt

Auerbach

Das Internetangebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt in Sachen Wolf

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