03.12.2018 - 09:27 Uhr
AuerbachOberpfalz

Bewahrer der bergmännischen Tradition

Für den Kirchzug zur Barbarafeier des Auerbacher Bergknappenvereins am ersten Adventssonntag nehmen die Bergleute mit ihren Gästen am ehemaligen Hotel Goldner Löwe Aufstellung. Dann geht es los.

Kirchliche Barbarafeier.
von Autor SCKProfil

Von hier aus zog man mit Marschmusik der Bergknappenkapelle Auerbach zum Gottesdienst in die Pfarrkirche, in der Blumenschmuck die Statue der heiligen Barbara, Patronin der Bergleute, zierte. Zwei Püppchen in maßgefertigter Bergmannstracht waren mitgetragen worden und wurden vor dem weltweit einmaligen Erzaltar in Position gebracht. Im Altarraum fanden auch die Fahnenabordnungen der befreundeten Bergknappenvereine aus Königstein und Pegnitz und die Gastgeber Platz.

In Bergmannstracht standen Fabian und Martin Gottschalk, Enkel eines Auerbacher Kumpels, mit Weihrauchschiffchen und -fass sowie die Brüder Josef und Herbert Schäffner als Ministranten neben Zelebrant Pater Tomasz Rostek am Altar. Die Bergknappenkapelle mit Orgelbegleitung gestaltete die Eucharistiefeier, bei der Theologiestudent Stefan Heberl in Form einer Ansprache seine Gedanken zum Sonntagsevangelium vortrug.

Vom Gottesdienst führte der Zug ins Unter Uns-Schützenheim nach Nitzlbuch zur weltlichen Barbarafeier. Dort begrüßte Andreas Wilhelm, der Vorsitzende des örtlichen Bergknappenvereins, den Vorsitzenden des Landesverbands der bayerischen Bergmann-, Hütten- und Knappenvereine, Armin Kraus, aus Hahnbach, sowie die Vorsitzenden Jörg Wettengel (Pegnitz) und Manfred Stollner (Königstein) mit ihren Kameraden.

Bei seinen Worten an die Bergleute zeigte Bürgermeister Joachim Neuß Verständnis für die Trauer der Bergleute angesichts des Abschieds vom Bergmannswesen vor 30 Jahren und des Verlusts ihres Arbeitsplatzes. Er versuchte allen den positiven Aspekt näherzubringen, dass dies auch ein Abschied von der schweren und risikoreichen Arbeit unter Tage war. Vorstellbar für die jetzige Generation seien ihre Gefühle und der hohe persönliche Einsatz beim Verdienen des täglichen Brots schon allein dadurch, wenn man an die Ängste der zwölf thailändischen Jungs denkt, die in einer Höhle eingeschlossen waren und wussten, es gibt nur eine Hilfe von außen oder gar keine.

Der stellvertretende Landrat Martin Weiß hob neben den steinernen Zeugen des Bergwerksmuseums auf Maffei auch die Barbarafeier als geistiges Zeugnis der Kumpels hervor. "Sie pflegten ihre eigene Kultur und ihre Kameradschaft mit festem Zusammenhalt." Begründet war dies durch die Gefahr in der Grube, die Kameradschaft und Zusammenhalt brauchte, um die schwierigen Arbeitsbedingungen zu ertragen und die Gefahren gemeinsam zu bestehen. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz bezeugte seinen Respekt vor der Bewahrung der Tradition und wünschte dem bayerischen Landesverband viel Erfolg bei der Jugendarbeit, damit auch sie lerne, sich der Bergmannskultur zu erinnern uns sie wachzuhalten.

Landesverbandsvorsitzender Armin Kraus schließlich philosophierte über die erste Strophe des Bergmannslieds, eines Lieds, das man hier in der Oberpfalz landauf-landab kenne. Es verweise auf die Bergleute und ihre Traditionen, die das Leben der Region auf unverwechselbare Weise geprägt haben. "Aus ihnen schöpfen die ehemaligen Bergleute nach allen Strukturveränderungen ihre Kraft."

Kirchzug zur Barbarafeier.
Der Landesverbandsvorsitzende Armin Kraus (links) und Andreas Wilhelm, Vorsitzender des Bergknappenvereins Auerbach, versprechen in ihren Ansprachen, die bergmännische Tradition wachzuhalten.
Die Bergknappenkapelle unter Leitung von Klaus Adelhardt.
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