09.11.2020 - 10:47 Uhr
AuerbachOberpfalz

Auerbacher Bürgerinitiative gegen Bebauungsplan „Adolf-Kolping-Straße“

In der Septembersitzung des Auerbacher Stadtrates fasste das kommunale Gremium den Aufstellungsbeschluss zur Ausweisung eines neuen Baugebietes in der Adolf-Kolping-Straße. Nun formiert sich Widerstand.

Eine neu gegründete Bürgerinitiative wendet sich gegen die Ausweisung eines neuen Baugebietes in der Adolf-Kolping-Straße.
von Autor SCKProfil

Das neue Baugebiet in der Auerbacher Adolf-Kolping-Straße schmeckt nicht jedem. Mittlerweile haben Wolfgang Ziebell und die Anwohner aus der Adolf-Kolping-Straße sowie die Eigentümer und Pächter der angrenzenden Schrebergärten im unmittelbaren Bereich des geplanten Baugebiets eine Bürgerinitiative gegen die Bebauung einer der letzten Grünflächen im Stadtinnern gebildet. Erste Unterschriften sammelte Wolfgang Ziebell als Vorsitzender der Bürgerinitiative am vergangenen Samstag während der Öffnungszeiten am Auerbacher Wertstoffhof. Gegenüber Oberpfalz-Medien formulierte er die Bedenken. "Die Bürgerinitiative strebt mit ihrem Begehren einen Bürgerentscheid über die Rücknahme des geänderten Flächennutzungsplanes an und wendet sich gegen die Errichtung des Wohnparks Adolf-Kolping-Straße." Das Bürgerbegehren sehe keine nachvollziehbaren Aussagen zum tatsächlichen und bezahlbaren Bedarf an Eigentumswohnungen in Auerbach. Es beklage den Verlust an Attraktivität und Wohnqualität im Wohnviertel, den Verlust von Parkplätzen rund um den Friedhof für die Friedhofsbesucher wie auch einer der letzten städtischen Grünflächen, so Ziebell. Kein Verständnis habe man für die damit zu erwartenden Beseitigung der Lindenbäume, die in ihrer Blütezeit eine Hauptnahrungsquelle für die Bienen darstellen. Bis zum 27. November werben nun die Angrenzer an den geplanten Wohnpark für die Unterzeichnung dieses Antrags auf Durchführung eines Bürgerbegehrens. Zehn Prozent der im Stadtgebiet wohnenden wahlberechtigten Bürger sind als Unterzeichner nötig, damit die Initiative mit ihrem Antrag auf Bürgerentscheid Erfolg haben kann, so Ziebell. weiter.

Bereits beim Verkauf des Areals als Grünfläche an die HD Bau GmbH vermissten die Betroffenen die Transparenz im Gesamtverfahren, heißt es von der Bürgerinitiative. Allerdings erfolgten danach die Änderung des Flächennutzungsplans und die Ausweisung als Baugebiet für die Errichtung von Mehrfamilienhäusern auf einer Teilfläche des Flurstückes. Erst später erfuhr Hans Rupprecht, der Zweite Vorsitzenden der Initiative, dass hier ein Wohnpark mit drei Häusern mit 27 Wohneinheiten entstehen soll. Auf seinem Grundstück, heute ein Schrebergarten, wurde ihm der Bau eines Eigenheims verwehrt, weil die Grünfläche für eine Friedhofserweiterung vorgehalten wurde, erzählt er gegenüber Oberpfalz-Medien. Für alle Gärten dieser Zeile würden die geplanten Häuser mit Parterre und zwei Stockwerken die Sonneneinstrahlung stark beeinträchtigen. Auch Pfarrer in Ruhe Hans Eisend hegt Befürchtungen für seinen Obstgarten.

Kritik übte der Vorsitzende Wolfgang Ziebell an der Änderung des Flächennutzungsplans und der Ausweisung eines Baugebietes im „vereinfachten Verfahren“ gemäß Paragraf 13 a Baugesetzbuch, bei dem keine Umweltprüfung und kein ökologischer Ausgleich erforderlich sei. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens mit öffentlicher Auslegung und Behördenbeteiligung sieht er die Möglichkeit, dass die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt oder auch der Bund Naturschutz Teile des Bürgerbegehrens unterstützt und sich gegen die Fällung der Linden und die Beseitigung der innerörtlichen Grünfläche wendet. Ziebell nannte das im vereinfachten Verfahren fehlende Bodengutachten. "Bekannt ist die Übersäuerung des Friedhofbodens im Bereich des alten Friedhofs." Aus religiöser Sicht bedauert er den Verkauf eines als Friedhofsgelände vorgesehenen Areals und weist hin auf den Verfall der Friedhofs- und Begräbniskultur. Er zitierte von einem Flyer der Dresdner Friedhöfe: „Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Erinnerung unsere Liebe“.

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