01.07.2021 - 21:04 Uhr
AuerbachOberpfalz

Auerbacher Bauhof bekommt eine neue Werkstatt, aber kein Salzsilo

Den Neubau einer Werkstatt für den Bauhof hatte die SPD bereits im Januar 2020 beantragt. In der Sitzung des Stadtrats am Mittwoch zeigte sich: In die Sache ist jetzt Bewegung gekommen. Nicht zuletzt wegen Gewerbebetrieben in der Stadt.

Der städtische Bauhof in Auerbach wird umgestaltet, wobei der Stadtrat auch die aktuelle Entwicklung bei den Kfz-Werkstätten in der Stadt im Auge behalten musste.
von Markus Müller Kontakt Profil

Die Sozialdemokraten hatten sich nach einer Besichtigung des Auerbacher Bauhofs Gedanken gemacht, wie die Situation dort verbessert werden könnte, und die Verwaltung gebeten, drei Vorschläge zu prüfen: 1. Neubau einer Werkstatt, da die unzulänglichen alten Hallen ein effektives Arbeiten erschwerten; 2. Nutzung eines Salzsilos, da die Lastwagen, die das Streusalz anliefern, meistens zu breit für das Abladen in der Lagerhalle seien; 3. eine Stelle für einen „Hausmeister“ für alle Liegenschaften der Stadt schaffen, weil dann mehr regelmäßige Wartungsarbeiten zu geringeren Kosten für Reparaturen führen könnten.

Als die Stadtverwaltung diese Optionen prüfte, stieß die neue Werkstatt auf die größte Sympathie. Im Fuhrpark der Stadt Auerbach werden nämlich inklusive der Feuerwehren 55 Fahrzeuge betrieben, „darunter zahlreiche Groß- und landwirtschaftliche Fahrzeuge bis hin zur Feuerwehrdrehleiter“, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. „Diese können in der derzeitigen Werkstatt nicht ausreichend repariert, nur unzureichend gewartet und auch nicht geprüft werden.“ Dadurch fielen nicht unerhebliche externe Werkstattkosten an sowie zeit- und personalaufwendige Fahrten in größere Städte der Region zu Reparaturen und Prüfungen.

Bewährte Werkstatt hört auf

Für den Neubau einer Werkstatt im Bauhof sprach zudem, dass laut Verwaltung eine bewährte örtliche Lkw-Werkstatt mittelfristig wohl nicht weiterbetrieben wird. Dann müssten nicht nur die städtischen Fahrzeuge auswärts repariert werden, sondern es würde auch für andere lokale Lkw-Betreiber eine Werkstatt vor Ort fehlen. Eine neue Werkstatt im Bauhof könnte demnach zeitweise auch an externe Dienstleister vermietet werden.

Darüber hinaus hätten zwei einheimische Prüfsachverständige großes Interesse an einer regelmäßigen Anmietung der Bauhof-Werkstatt zu Prüfzwecken gezeigt. Ferner sei nach neueren Informationen davon auszugehen, „dass eine bereits in der Stadt vorhandene und bestens ausgestattete Lkw-Werkstatt künftig ebenfalls extern angemietet werden kann. Zudem ist der Bau einer weiteren Werkstatt mit Prüfplatz geplant, die ebenfalls an externe Dienstleister vermietet werden soll.“

Kein Prüfplatz

Die Verwaltung schlussfolgerte daraus, es sei in Zukunft sichergestellt, dass die städtischen Fahrzeuge in diesen Werkstätten vor Ort geprüft werden könnten. Deren Anmietung für die Reparatur sei aber nicht zielführend. „Aus diesem Grund erscheint der Bau einer neuen Werkstatt mit zwei Arbeitsplätzen ohne Prüfplatz im Bauhof sinnvoll.“ Für dieses Vorhaben habe ein „renommierter Hersteller“ ein Angebot in Höhe von 220.000 Euro brutto vorgelegt. Bei Bedarf könnte da auch eine Prüfhalle angebaut werden. Das ließe die Baukosten um 40.000 Euro steigen.

Den Umbau der Salzhalle dagegen stufte die Verwaltung mit 65.000 Euro als zu teuer ein. Da sei es günstiger, bei den zwei Salzlieferungen im Jahr Fahrzeuge mit Abschiebetechnik auf der Ladefläche kommen zulassen. Sie könnten die bestehende Salzhalle befahren. Jährlicher Aufpreis dafür: 2000 Euro.

Die Sache mit der Hausmeisterstelle hatte sich überholt, weil die Stadt für diese Aufgaben mittlerweile ein fachübergreifendes Hausmeister-Team gebildet hat, das die gesamten Gebäude der Stadt betreut und sich gegenseitig vertritt.

Peter Danninger zeigte sich namens der SPD-Fraktion zufrieden mit dem einstimmigen Beschluss, den Bau einer Werkstatt im Bauhof voranzutreiben. Sein Parteifreund Günther Cermak – als Busunternehmer ein Mann vom Fach – hält hier einen Bremsenprüfstand für notwendig: „Da geht es auch um Sicherheit.“

Bauantrag kommt in neuer Form wieder

Schon zum zweiten Mal kam der Bauantrag für zwei Mehrfamilienhäuser auf dem Grundstück Hopfenoher Straße 15 in den Stadtrat. Denn nach dem positiven Beschluss in der Oktobersitzung 2020 hatte der Bauherr, die HD Bau Bauträger GmbH von FW-Stadtrat Dieter Hofmann, den Antrag zurückgenommen, weil sich im Februar 2021 das Abstandsflächenrecht geändert hatte. In der neuen Planung haben die Häuser jetzt Flachdächer statt Satteldächer. In den beiden Gebäuden sollen für eine Investitionssumme von 1,4 Millionen Euro sieben Wohnungen entstehen. Sie sind zwischen 51 und 100 Quadratmeter groß. Zehn Stellplätze decken den notwendigen Bedarf laut Stellplatzsatzung.

„Es würde mich freuen, wenn die Firma HD Bau auch in Auerbach Wohnungen bauen dürfte, nicht nur in Pegnitz“, bemerkte Bürgermeister Joachim Neuß, nachdem er das Projekt kurz vorgestellt hatte. Das bezog sich offenbar auf den Bürgerentscheid vom März, mit dem eine Wohnanlage dieses einheimischen Investors in der Adolf-Kolping-Straße verhindert worden war.

Nach Ansicht von CSU-Fraktionssprecher Herbert Appl ist bei dem Bauprojekt aus rechtlicher Sicht alles geklärt. Das gelte trotz der Tatsache, dass nicht alle Anwohner um ihre Zustimmung zum Bauplan gebeten worden seien. „Das hätten wir uns schon gewünscht“, sagte Appl, zumindest Gespräche mit den Betroffenen, „damit man nicht erneut die Anwohner aufbringt“.

Nicht "Komfortzonen schützen"

Neuß konnte seitens der Verwaltung von „sehr harmonischen Gesprächen“ mit einer unzufriedenen Anwohnerfamilie berichten. Er betonte aber gleichzeitig: „Wir sind nicht gewählt, dass wir Komfortzonen schützen, sondern dass wir die Entwicklung der Stadt vorantreiben.“ Dennoch appellierte er an Dieter Hofmann: „Sprich mit der Familie, wenn sie Gesprächsbedarf hat.“ Der Bauantrag erhielt einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Die Eingliederung der Auerbacher Wasserversorgung in den großen oberfränkischen Zweckverband Juragruppe war bereits im Mai Thema der Stadtratssitzung gewesen. Jetzt informierte Neuß, dass ein neutraler Gutachter die Vor- und Nachteile dieses Beitritts unter die Lupe nehmen solle. Man habe sich dabei auf den Kommunalen Prüfungsverband geeinigt. Die Kosten für das Gutachten trage die Juragruppe.

Klausurtagung wegen Juragruppen-Beitritt

Herbert Appl bat darum, den Stadträten dieses Werk mit mindestens einem Monat Vorlauf zur Verfügung zu stellen. Neuß versprach das. Er plane sogar eine eigene Klausurtagung des Stadtrats mit dem Fachmann, der es erarbeite. Die Verwaltung wolle die Räte „nicht allein lassen mit 600 Seiten Gutachten“. Es sei wichtig, sich intensiv mit dieser Materie auseinanderzusetzen. „Denn wenn wir diesen Schritt gehen, müssen wir alle überzeugt sein, dass es der richtige ist.“

Sowohl die SPD- als auch die CSU-Fraktion kündigten an, bereits im Vorfeld einen Fragenkatalog für den Gutachter aufzustellen, damit er auf die Unklarheiten zielgenau eingehen könne.

Ein kleiner Disput ergab sich zwischen Herbert Appl und Bürgermeister Neuß (FW), als der CSU-Sprecher auf einer offiziellen Reaktion der Stadt zu einem CSU-Antrag beharrte. Darin hatten die Christsozialen eine stark verringerte Nutzungsgebühr für die Außengastronomie angeregt. Tatsächlich hatte die Stadt – genau wie 2020 – heuer nur 20 Prozent des üblichen Satzes in Rechnung gestellt.

„Komplett erlassen dürfen wir das nicht“, äußerte Neuß dazu auf SRZ-Nachfrage. Er habe das so entschieden und auch den Wirten mitgeteilt. Eine Medienberichterstattung sei ebenfalls schon erfolgt. Deshalb betrachte er die Sache nun als erledigt.

"Gilt ein Gespräch nichts mehr?"

Appl hielt dagegen, trotz eines Gespräches zwischen ihm und dem Bürgermeister in dieser Angelegenheit wisse man nicht, inwieweit die Gaststätten über die Hintergründe informiert worden seien. Neuß gefiel das nicht. „Gilt denn ein Gespräch zwischen uns nicht mehr?“, fragte er. „Wir müssen die Stadtratssitzung doch nicht nutzen, um Dinge zu behandeln, die erledigt sind.“ Trotzdem werde die Verwaltung die Notwendigkeit einer offiziellen Reaktion prüfen.

Zum Antrag der Auerbacher CSU auf eine verringerte Sondernutzungsgebühr für die Außengastronomie

Auerbach

Die Stadtratssitzung hatte dieses Mal mit einem Ortstermin auf der Spital-Baustelle in der Unteren Vorstadt begonnen. Dort informierte Urban Meiller vom Amberger Büro „em.Architekten“ das Gremium über den Stand der Sanierung des Bürgerspitals.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde durch den Umbau zum Seniorenheim stark verändert. Lediglich die Sandsteinfassade im Keller- und im Erdgeschoss blieb erhalten. Das machte für das zukünftige Wohngebäude ein neues Farbkonzept in Abstimmung zur Spitalkirche notwendig. Der Stadtrat stimmte einer helleren Fassadengestaltung zu, bei der die angebaute Spitalkirche ihre kräftigere Farbe behält und dadurch im Mittelpunkt steht.

Wegen Parkplatz: Baum muss fallen

Laut Bürgermeister Neuß sollen die Parkflächen an der Straße direkt vor dem Gebäude öffentlich bleiben. Für die Mieter der zwölf entstehenden Wohnungen sind sieben Parkplätze rund um das Haus geplant. Für Neuß steht fest: „Ein Mieter, der ein Auto hat, braucht einen Parkplatz.“ Deshalb müsse man wahrscheinlich auch einen Baum hinter dem Gebäude beseitigen (bei einer Ersatzpflanzung).

„Weil das ein atmosphärischer Baum ist“, sei ihm nicht ganz wohl dabei, meinte Architekt Meiller. Andererseits sei das auch der Zugang für die Rollstuhlfahrer, „und die sollten nahe an der Tür parken können“.

Meiller peilt eine Fertigstellung der neuen Wohnungen für das Frühjahr 2022 an. Spätestens im zweiten Halbjahr soll dann der Einzug möglich sein. Laut Geschäftsleiter Uwe Lindner handelt es sich dabei zum größten Teil um Sozialwohnungen, so dass von der Warteliste Interessenten mit Wohnberechtigungsschein bevorzugt werden.

Architekt Urban Meiller zeigte den Stadträten, wie er sich die farbliche Gestaltung der Fassade des renovierten Bürgerspitals (links) in Abstimmung mit der Spitalkirche (rechts) vorstellt.

Was die Auerbacher Stadträte im Mai über den Beitritt zur Juragruppe dachten

Auerbach
Hintergrund:

„FrankenPfalz“-Messe wieder 2022

  • Premiere: 2006
  • Rhythmus: alle zwei Jahre
  • Idee: Plattform für Handel und Handwerk in der „FrankenPfalz“
  • Veranstaltungsort 2022: Hartenstein
  • Termin: eines der beiden letzten Wochenenden im März
  • Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „FrankenPfalz“: Auerbach, Betzenstein, Hartenstein, Hirschbach, Königstein, Neuhaus a. d. Pegnitz, Plech, Velden

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.