13.11.2020 - 10:12 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ammerthal/Illschwang muss in Gewässerschutz investieren

„Wir können das der Umwelt gegenüber nicht mehr verantworten.“ Dieter Dehling vom Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ammerthal/Illschwang bringt es auf den Punkt. Man muss investieren, um die Staumenge des Rückhaltebeckens zu erweitern.

Die Bürgermeister Anton Peter (Ammerthal, rechts) und Dieter Dehling (Illschwang) begutachten das zu erweiternde Rückhaltebecken.
von Gerd SpiesProfil

Der Gewässerschutz nahm breiten Raum ein bei der konstituierenden Sitzung des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung Ammerthal/Illschwang. Vor der Diskussion über die Abwasser-Situation im Verbandsgebiet hatte die Versammlung wichtige Beschlüsse zu fassen. Das Gremium, das sich aus den beiden Bürgermeistern und aus jeweils drei Gemeinderäten aus Ammerthal und Illschwang zusammensetzt, musste zunächst seinen Verbandsvorsitzenden wählen. Im Drei-Jahres-Rhythmus wechseln sich laut Satzung die Bürgermeister der beiden Gemeinden auf diesem Posten ab. Eigentlich wäre in den kommenden drei Jahren der Ammerthaler Bürgermeister an der Reihe. Da Anton Peter aber erst neu im Amt ist, wollte er Illschwangs Bürgermeister Dieter Dehling für drei weitere Jahre diese Aufgabe überlassen, was die Verbandsmitglieder in geheimer Abstimmung mit 7:1 Stimmen auch absegneten. Zum Stellvertreter wurde Anton Peter mit 6:2 Stimmen gewählt.

Für Gesprächsstoff sorgte die Aufwandsentschädigung. Der Vorschlag von Gemeinderat Stephan Koller (BFA), die Vergütung für die beiden Vorsitzenden in Höhe von zusammen 4000 Euro im Jahr zu streichen, um auf diese Weise über ein größeres finanzielles Polster für anstehende Investitionen zu verfügen, fand keine Zustimmung. Er wurde mit 1:7 Stimmen abgelehnt.

Noch in der vergangenen Legislaturperiode hatte die Rechtsaufsicht des Landkreises zur Auflösung des Zweckverbands geraten, da lediglich Verwaltungsaufgaben anfallen würden, die auch die Verwaltung der beiden Gemeinden übernehmen könnten. Die Situation hat sich aus Sicht der Verbandsvorsitzenden nun geändert. Es stünden dringende Investitionen im Bereich der Rückhaltebecken an – "zur Schonung der Umwelt", sagte Dehling. „Wir müssen dagegen was unternehmen“, forderte er. Bei starken Regenfällen seien nämlich die Rückhaltebecken unterdimensioniert. Denn bei vielen Kanalanschlüssen in den beiden Gemeinden handle es um Mischkanäle, in die auch Regenwasser eingeleitet werde. Falle in kurzer Zeit viel Niederschlag, reiche das erste Rückhaltebecken an der Götzendorfer Straße nicht mehr aus, ungeklärtes Abwasser könnte so in den Ammerbach fließen. Und da der Ammerbach schon seit Jahren immer weniger Wasser mit sich führe, vergrößere sich dadurch die Gefahr einer Umweltverschmutzung. „In der Vergangenheit sind schon Fischsterben aufgetreten, die darauf zurückzuführen sein könnten“, räumte Ammerthals Bürgermeister Anton Peter ein.

Drei Optionen legte ein beauftragtes Planungsbüro nun als Lösungsmöglichkeiten vor. Zum einen könnte man einen Teil der Abwässer direkt in das zweite Rückhaltebecken leiten. Zum anderen könnte man die Kanalleitung zwischen dem ersten und dem zweiten Rückhaltebecken vergrößern und damit auch die Ablaufgeschwindigkeit des Abwassers. Beide Verbandsvorsitzende favorisieren aber die dritte Option: die Erweiterung des ersten Rückhaltebeckens. „Die beste Lösung wäre, die Staumenge des ersten Rückhaltebeckens zu erweitern“, zeigte sich Verbandsvorsitzender Dieter Dehling überzeugt. Das sah auch Ammerthals Bürgermeister Anton Peter so. Sobald nun eine Kostenschätzung vorliegt, wird der Zweckverband darüber entscheiden müssen. Über eine Auflösung des Zweckverbands will man sich erst nach Abschluss dieses Bauvorhabens unterhalten.

Zweckverband tätigt große Investitionen

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