22.06.2021 - 11:19 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Geplantes Kneippbecken im Gemeinderat Ammerthal nicht unumstritten

Kneippen regt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Geht es nach dem Willen von Ammerthals Bürgermeister Anton Peter, ist das Wassertreten bald auch im Ammerbach möglich. Doch nicht alle Gemeinderäte sind davon begeistert.

Hier soll der Einstieg zum Kneippen im Ammerbach sein, wie Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch deutlich macht.
von Gerd SpiesProfil

Der Ammerthaler Gemeinderat musste sich in seiner jüngsten Sitzung noch nicht für oder gegen ein Kneippbecken in Unterammerthal entscheiden, die Ausführungen von Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch dienten lediglich der Information. Trepesch arbeitet sehr viel am Lebensraum Gewässer, gerade um Flüsse und Bäche ökologisch zu verbessern. Der Ammerbach spielt im Leben des Diplom-Ingenieurs eine besondere Rolle. Als Kind spielte er, in Speckmannshof aufgewachsen, gern an diesem Bach. Als Landschaftsarchitekt nahm er bereits zweimal an Untersuchungen der Gewässer im Naturpark Hirschwald und damit auch des Ammerbachs teil, einmal zur Erstellung des Landesentwicklungskonzepts, einmal für das Landesamt für Umwelt.

Der Experte riet dem Gremium, zur Strukturverbesserung des Ammerbachs ein Kneippbecken in Unterammerthal zu errichten. "Der Bau eines Kneippbeckens ist im Grunde eine ökologische Maßnahme mit dem Ziel, den Wasserstand auf etwa 20 Zentimeter zu erhöhen, damit dort auch Fische wieder laichen können", begründete Trepesch die Maßnahme, die auch staatlich gefördert werde. Um eine größere Wassertiefe zu erreichen, sollen im Bachbett sogenannte Störsteine verlegt werden. Der Abschnitt , in dem das Wassertreten möglich sein soll, soll rund fünf Meter lang soll und mit einem etwa 2,5 Meter langen Handlauf ausgestattet sein.

"Der Ammerbach hat es verdient, dass man etwas gegen sein Austrocknen tut", stellte Bürgermeister Anton Peter, das derzeitige Hauptproblem des Gewässers beim Namen nennend, fest. Stellenweise nur noch wenige Zentimeter tief, schlängelt sich der Bach durch den Naturpark Hirschwald, die gänzliche Austrocknung droht. "Man tut der Natur was Gutes und zugleich auch den Menschen", nannte Robert Weiß als positiven Effekt eines Kneippbeckens in Unterammerthal. Der Bürgermeister ergänzte auch gleich, welche Zielgruppe dabei erreicht werden soll: "Es soll etwas für die Ammerthaler sein."

Dies sieht nicht jeder Gemeinderat so. Stephan Koller (BFA), der Wortführer der Opposition im Gemeinderat, fehlte zwar aus dienstlichen Gründen bei dieser Sitzung. Aber er nahm schriftlich Stellung zu dem Vorhaben Kneippbecken. "Teile der Bürger, die dort wohnen, haben erhebliche Bedenken, von Besuchern des Kneippbeckens überrannt zu werden", heißt es in dem Schreiben. Koller führt darin weiter aus, dass zum Schutz von Flora und Fauna das wenige Wasser nicht durch eine zusätzliche Nutzung weiter belastet werden sollte.

Genau den Schutz von Flora und Fauna habe diese Maßnahme aber zum Ziel, betonte der Landschaftsarchitekt in seinem Vortrag "Wir wollen mit dem Kneippbecken erreichen, dass es Flora und Fauna besser geht. Das Kneippen ist nur ein zusätzliches Schmankerl", erklärte er. In erster Linie gehe es darum, das Gewässer aufzuwerten und dadurch mindestens die Note 3 im Gewässeratlas zu erreichen statt der bisherigen Note 4.

Bis das Thema Kneippbecken in Unterammerthal tatsächlich im Gemeinderat zur Abstimmung kommt, wird aber noch einige Zeit vergehen. Denn zunächst muss das Wasserwirtschaftsamt um eine Stellungnahme gebeten und müssen mögliche Fördermöglichkeiten abgeklopft werden.

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Ammerthal
Christopher Trepesch referiert vor dem Ammerthaler Gemeinderat.
Entwurf des Architekturbüros Trepesch für das Kneippbecken in Unterammerthal.

"Der Bau eines Kneippbeckens ist im Grunde eine ökologische Maßnahme mit dem Ziel, den Wasserstand auf etwa 20 Zentimeter zu erhöhen, damit dort auch Fische wieder laichen können."

Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch

 

 

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