29.07.2021 - 16:07 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Gemeinderat Ammerthal: Ex-Bürgermeisterin bleibt Medaillen-Verleihung fern

Ammerthal hat ehemalige Ratsmitglieder geehrt. Ex-Bürgermeisterin Alexandra Sitter blieb der Medaillenverleihung fern. In einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, macht sie ihrem Nachfolger Anton Peter Vorwürfe.

Die ehemalige Bürgermeisterin Ammerthals, Alexandra Sitter, ist der Verleihung einer Medaille für ihre Dienste an der Gemeinde fern geblieben
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Im Grunde war es am Mitttwochabend eine überschaubare und friedliche Sitzung des Ammerthaler Gemeinderats. Es ging um Themen wie den Glasfaserausbau und das Baugebiet "Bei der Ziegelhütte". Ein kleines Highlight hatte die Tagesordnung aber zu bieten: Bürgermeister Anton Peter zeichnete ehemalige Mitglieder des Gemeinderats mit einer Ehrenmedaille für deren Dienste für die Kommune aus. Von den insgesamt sechs Personen, die geehrt werden sollten, waren nur zwei gekommen. Johann Weber und Jutta Birner bekamen für ihre zwölfjährige Tätigkeit im Gemeinderat die Auszeichnung in Silber. Peter dankte ihnen für "den Einsatz und die Nerven", die sie der Gemeinde geopfert hätten. Allen nicht anwesenden Medaillen-Trägern will Peter die Auszeichnung vorbeibringen.

Gemeinderat Stephan Koller warf ein, er finde es "äußerst schade", dass nur zwei Personen zur Ehrung gekommen waren. Er fragte, ob der Bürgermeister Gründe dafür nennen könne. Peter sagte, er habe zwei Schreiben bekommen, in denen sich Jubilare entschuldigt hätten. In einem weiteren Fall habe es gesundheitliche Gründe für das Fehlen gegeben. Einen Nachholtermin wird es aber laut Peter nicht geben. "Ich habe sie ja eingeladen", sagte er. Über weitere Details wollte das Gemeindeoberhaupt dann nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung sprechen.

Sitter "irritiert"

Einer der fehlenden Jubilare war die ehemalige Ammerthaler Bürgermeisterin Alexandra Sitter, die für zwölf Jahre Dienst an der Gemeinde geehrt werden sollte. Der Redaktion liegt eine schriftliche Stellungnahme Sitters vor, die sie auch an Peter geschickt hat. Darin erklärt sie, warum sie nicht an der Verleihung teilgenommen hat. Sitter hat die Einladung "mit Irritation" erhalten. Sie begründet diese Reaktion damit, dass sie bereits vor über einem Jahr als Erste Bürgermeisterin der Gemeinde ausgeschieden sei. In ihrem Schreiben heißt es wörtlich: "Ich definiere Anerkennung als Würdigung, Achtung und Respektierung." Dies habe sie bei ihrem Abschied aus dem Rathaus nicht erfahren.

Damals habe ihr Peter lediglich einen Bilderrahmen im Wert von rund zehn Euro, eine selbstgestaltete Urkunde und einen Blumenstrauß überreicht. Von einer Medaille habe ihr damals niemand etwas gesagt und es sei ihr auch nicht gestattet gewesen, noch ein paar Abschiedsworte zu sprechen. Laut Sitter kommt die Ehrung jetzt zu spät. "Die Verleihung dieser Ehrenmedaille hätte früher stattfinden können, da im vergangenen Jahr zahlreiche Gemeinderatssitzungen stattgefunden haben", lautet ihr Vorwurf. Schließlich nennt sie noch einen Grund für ihr Fernbleiben: Sie fürchte, die Teilnahme an der Ehrung könnte als Angriffsfläche und Anlass für Drohbriefe gegen ihre Person dienen.

Bürgermeister erklärt Situation

Bürgermeister Peter erläuterte in der Sitzung am Mittwoch seine Sicht der Dinge. Ein Grund, warum die Verleihung erst so spät stattfinde, sei zunächst, dass Corona das Vorhaben ausgebremst habe. Peter: Während der Pandemie "wurden in den Gemeinderatssitzungen jeweils nur die wichtigsten Themen behandelt, um in Anbetracht des Infektionsrisikos die Sitzungen zeitlich möglichst knapp zu halten". Außerdem habe es zur Zeit seiner Amtsübernahme schlichtweg keine Medaillen mehr gegeben, so dass die Gemeinde zunächst neue anfertigen lassen musste. Peter: "Ein anderes Problem war, dass der Prägestempel verschwunden war und es nicht einfach war, dafür zu sorgen, dass er wieder auftaucht."

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Ammerthal
Info:

Weitere Themen aus dem Gemeinderat Ammerthal

  • Luftfilter: Die Gemeinde hat neun mobile Geräte für die Schule angeschafft, die insgesamt rund 14 500 Euro gekostet haben und von denen knapp 7300 Euro gefördert wurden.
  • Glasfaserausbau: In Sachen schnelleres Internet teilte Bürgermeister Anton Peter mit, dass die Gemeinde kommende Woche Gespräche mit einzelnen Anbietern führen wolle.
  • Baugebiet: Zum Baugebiet „Bei der Ziegelhütte“ sagte Peter, dass die Gemeinde gerade um „Grundstückssicherheit“ bemüht sei. Danach komme die Bauleitplanung.
  • Feuerwehr: Die Gemeinde verkauft ein altes Löschfahrzeug der Feuerwehr. Mit dem Erlös soll Ausrüstung für die Einsatzkräfte angeschafft werden.
Bürgermeister Anton Peter (links) überreichte Jutta Birner und Johann Weber die Medaille für ausgeschiedene Gemeinderatsmitglieder. Beide waren 12 Jahre Teil des Gremiums.

 

 

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