09.03.2020 - 14:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Wirtschaft fürchtet Folgen des Coronavirus

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Amberg leidet unter dem Coronavirus. Damit sind nicht nur diejenigen gemeint, die husten und niesen. So langsam bekommt auch die Wirtschaft die Folgen zu spüren. Nicht erst seit der Absage der Oberpfälzer Baumesse am Wochenende im ACC.

Viele Großveranstaltungen wie Messen werden derzeit wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben. Auch die lokalen Messebauern sind davon betroffen. Die Amberg-Sulzbacher IHK fordert daher schnelle Hilfen für Firmen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Viele Unternehmer blickten mit Sorge in die Zukunft. „Die Verunsicherung ist groß – auch in der Region“, sagt IHK-Geschäftsführer Bernhard Reif. Auf seinem Schreibtisch seien bereits vereinzelt Anfragen von Firmen gelandet, die nach Möglichkeiten kurzfristiger Hilfe fragen. „Man muss abwarten, wie die Politik unterstützen kann.“

Einen ersten Schritt sieht Reif in dem Treffen des Koalitionsausschusses, der Kurzarbeit erleichtern will. „Die Unternehmen brauchen jetzt schnell und unbürokratisch Hilfe.“ Etwa in Form von kurzfristigen Liquiditätshilfen. Vor allem seien Firmen an ihn herangetreten, die unmittelbar von der Corona-Absage von Großveranstaltungen betroffen sind. Gastronomie, Messebauer. „Aber auch diejenigen, die bei Messen ihre Lieferanten und Kunden treffen und dort Geschäfte für das ganze Jahr abwickeln.“ Reif rechnet mit deutlichen Umsatzeinbußen – auch für die lokale Wirtschaft.

Reaktion auf die Absage der Baumesse in Amberg

Amberg

Roland Wels aus Amberg ist selbstständiger Messebauer. Seit sechs Jahren ist er in der Oberpfalz, vorher baute er eine Firma in Japans Hauptstadt Tokio auf. Seither unterstützt er von Amberg aus via Homeoffice die Geschicke. „In Tokio ist es noch drastischer als hier“, berichtet er. Der 57-Jährige erzählt, dass vor rund zwei Wochen trotz des gewaltigen Ausbruchs des Coronavirus’ dort eine Messe stattfand. „Die Hälfte der Aussteller hatte abgesagt.“

Roland Wels ist selbstständiger Messebauer und leidet geschäftlich unter dem Coronavirus.

Der Veranstalter verlangte von ihnen, auf der Ausstellungsfläche einen Teppich auszulegen und dort einen Brief zu hinterlegen, in dem sie sich für das Wegbleiben entschuldigen. „Eine Halle fast nur mit Teppichen“, sagt Wels. Nur rund ein Viertel der Besucher kam.

Eine Familie erzählt über ihre Erfahrungen

Amberg

Wels ist froh, dass seine Firma sehr international aufgestellt ist. Derzeit plant er für einen Aussteller die Fläche für eine Messe in Rio de Janeiro. Ansonsten hat er jetzt viel Freizeit. Denn normalerweise hätte er auch für einen weiteren Kunden planen müssen. Eine Messe für Licht und Gebäudetechnik in Frankfurt ist in den Herbst verschoben worden.

Tipp aus dem Klinikum St. Marien in Amberg

Amberg

Da man sich zudem in seinem Unternehmen nicht sicher war, ob die Olympischen Spiele in Tokio wirklich stattfinden, habe man „schon mit einer Durststrecke gerechnet“. „Dass die sich aber nach vorne streckt, haben wir nicht gedacht“, sagt Wels. Er rechnet mit deutlichen Umsatzeinbußen. „Das Frühjahr ist für Messebauer immer die stärkste Saison.“ Bisher habe er erst ein Viertel von dem erreicht, was man sich für die Saison vorgenommen habe. „Ich hoffe, dass wir glimpflich davonkommen.“

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