18.12.2020 - 18:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Wegen Corona: Bundeswehr hilft in Altenheimen

Einige Seniorenheime im Landkreis Amberg-Sulzbach sind von Corona besonders stark betroffen. Doch sie bekommen Hilfe.

Im Altenheim St. Barbara in Sulzbach-Rosenberg arbeiten zwölf Soldaten als „helfende Hände“.
von Markus Müller Kontakt Profil

Im Caritasheim St. Barbara in Sulzbach-Rosenberg ist nach Angaben von Heimleiterin Marina Fink ein Drittel der Belegschaft infiziert. 9 Corona-Nachweise bei Bewohnern, 24 bei den Mitarbeitern bedeutet das nach einer Auswertung vom Dienstag.

Den ersten Fall der zweiten Welle verzeichnete St. Barbara am 13. November. Seit zehn Tagen sind die Infizierten auf eigenen Stationen. „Die Senioren wollten auf keinen Fall aus ihren Zimmern, sie haben gesagt: Lieber sterbe ich. Deshalb haben wir das am Anfang noch nicht gemacht“, schildert Marina Fink die Situation.

"Helfende Hände"

Im ersten Schritt habe man das Personal in zwei strikt voneinander getrennte Gruppen aufgeteilt, mit jeweils eigenen Räumen. Irgendwann war dann aber die eigene Coronastation nicht mehr zu umgehen und das Heim beantragte angesichts der Personalnot beim Landratsamt Hilfe. Die kam in Gestalt von zwölf Bundeswehrsoldaten („helfende Hände“), die zwar nicht zu Pflegetätigkeiten eingesetzt werden dürfen, aber etwa bei der Essensverteilung oder auch einfach den Bewohnern als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Das Caritasheim St. Hedwig in Auerbach hat ebenfalls schon einen Personalnotstand beim Landratsamt angemeldet, sagt Heimleiter Matthias Stiegler. Etwa ein Drittel der 66 Bewohner wurde hier positiv getestet, dazu – Stand Dienstag – 12 Mitarbeiter. „Das Personal kommt aber teilweise nach der Infektion schon wieder zurück“, sieht Stiegler einen Hoffnungsschimmer.

Für die vom Virus befallenen Bewohner wurde ein kompletter Pandemiebereich mit 15 Betten eingerichtet. Und auch sonst minimiert man die Kontakte: „Alle Bewohner sind im Zimmer.“

Für das Phönix-Lebenszentrum in Schlicht bei Vilseck wurden am Dienstag 27 infizierte Bewohner und 6 infizierte Mitarbeiter gemeldet. Aus dem Haus war am Freitag aber keine Stellungnahme zu bekommen.

Nur als letzte Möglichkeit

Die Bundeswehr helfe in Corona-Notfällen, wenn es nötig sei, sagt Oberstleutnant der Reserve Stephan Koller, der Leiter des Kreisverbindungskommandos in Amberg. „Aber das geht erst, wenn die Subsidiarität geprüft ist“, also wenn von einer anderen Stelle keine Hilfe kommen kann. „Der Einsatz der Bundeswehr ist nur als ultima ratio möglich.“

In Amberg sind vier Bundeswehrsoldaten bei der Screening-Stelle am Eingang des Klinikums St. Marien tätig. Fünf arbeiten im Amberger Corona-Testzentrum. Ansonsten helfen in Amberg-Sulzbach 40 Soldaten im Gesundheitsamt und in Pflegeheimen. Am Freitag wurde zudem personelle Unterstützung der Bundeswehr für die Krankenhäuser in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach bewilligt.

Zur aktuellen Infektionslage in Amberg und Amberg-Sulzbach

Amberg

 

 

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