17.02.2020 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Warnstreik vor AOK-Gebäude

Verdi ruft AOK-Beschäftigte zu Warnstreiks in der Oberpfalz auf. Über 100 Beschäftigte folgen Aufruf in Ebermannsdorf und Amberg.

Rund 70 Beschäftigte machten ihrem Unmut über das Tarif-Angebot der Arbeitgeberseite am Montag bei einem Warnstreik Luft.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Lautstark für mehr Lohn. In der Oberpfalz rief Verdi AOK-Mitarbeiter am Montag zu einem Streik auf. Vor dem Digitalisierungs-Zentrum in Ebermannsdorf folgten rund 40 Beschäftigte dem Aufruf, in Amberg vor dem Gebäude an der Raigeringer Straße weitere 70. In den ersten beiden Verhandlungsrunden ist es zu keiner Einigung zwischen den Tarifpartnern gekommen. Verdi fordert 6,8 Prozent mehr Lohn. Die Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK) legte folgendes Angebot vor: 2 Prozent für 2020 und jeweils 1,5 Prozent für 2021 sowie 2022.

Für Thomas Hermann, Verdi-Vertrauensmann in Amberg, eindeutig zu wenig. In Anlehnung an Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni wetterte er: „Diese Angebot ist schwach wie eine Flasche leer. Was erlaube AOK?“ Außerdem kritisierte er eine Forderung der TGAOK scharf, auch wenn sie wieder vom Tisch sei. Demnach sollten die Sozialzuschläge gestrichen werden. Bei einem verheirateten Beschäftigten mit zwei Kindern würde das 390 Euro im Monat ausmachen, rechnete Hermann vor.

Auch Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner echauffierte sich und bezeichnete den Verhandlungspartner als dreist. „Die TGAOK will uns was wegnehmen“, erklärte er. Wenn die Arbeitgeber weiterhin so mit dem Feuer spielen würden, könnte der Verband noch „einen draufsetzen“. Gröbner verwies auf den ganztägigen Warnstreik in Ludwigsburg, an dem sich vergangene Woche rund 1000 AOK-Beschäftigte beteiligt hatten, und sprach auch von einem Erzwingungsstreik – wenngleich es „noch lange nicht so weit ist“. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 25. und 26. Februar angesetzt.

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