07.06.2020 - 10:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Waldbesitzer aufgepasst: Borkenkäfer schwärmt aus

Vor allem im südlichen Kreis Amberg-Sulzbach ist ein verstärkter Schwärmflug der Borkenkäfer zu verzeichnen. Das Landwirtschaftsamt appelliert deshalb an die Waldbesitzer, gründlich zu kontrollieren, ob ihre Fichtenwälder befallen sind.

So sieht er aus, der Borkenkäfer: Ein Buchdrucker auf einer Fichte.

Vor allem im südlichen Landkreis Amberg-Sulzbach ist ein verstärkter Schwärmflug der Borkenkäfer zu verzeichnen. Die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (AELF Amberg) appellieren deshalb an die Waldbesitzer, in den kommenden Wochen gründlich zu kontrollieren, ob ihre Fichtenwälder befallen sind.

„Befallene Stämme müssen rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden“, erklärt Wolfhard-Rüdiger Wicht, Behördenleiter am AELF Amberg. Zudem sei es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Aber auch bisher nicht aufgearbeitetes Bruch- oder Windwurfholz aus vorausgegangenen Stürmen ist für die Käfer ideales Brutmaterial und sollte daher zügig entfernt werden. Diese sogenannte „saubere Waldwirtschaft“ ist die einzig wirksame und bewährte Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen kann. Beratung und Unterstützung bei der Bekämpfung bieten neben den Förstern des AELF auch die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse.

Wie die Symptome eines Borkenkäferbefalls aussehen und was dann zu tun ist, wird erstmals auch in zwei Kurzvideos der Bayerischen Forstverwaltung erklärt. Die typischen Merkmale sind gut erkennbar: Frischer Befall zeigt sich durch braunes Bohrmehl, das aussieht wie Schnupftabak. Es sammelt sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation. In der Folge färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. In solchen Fällen ist es laut Wicht wichtig, auch benachbarte Bäume intensiv zu untersuchen. Heuer sei besonders große Wachsamkeit geboten, um eine starke Vermehrung der Käfer zu verhindern. Denn wegen der idealen Lebensbedingungen im letzten Jahr hätten mehr Käfer als sonst im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintert.

Da die Bekämpfung des Borkenkäfers und der Erhalt der Wälder im Interesse der gesamten Gesellschaft liegen, unterstützt die Staatsregierung die Waldbesitzer bei dieser riesigen Herausforderung mit erheblichen finanziellen Mitteln. „Und darüber hinaus stehen unsere Revierförster jedem bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite“, ergänzt Sven Grünert, Abteilungsleiter Forsten. Detailinfos zur Borkenkäferbekämpfung, zu den Fördermöglichkeiten und den Ansprechpartnern gibt es unter http://www.aelf-am.bayern.de. Hier finden sich auch die beiden neuen Video-Tutorials.

Borkenkäfersuche - Tutorial

Borkenkäferbekämpfung - Tutorial

Auch 2019 war schon ein Borkenkäfer-Jahr

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