22.07.2021 - 14:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Ursensollener Heimatpfleger Josef Schmaußer feiert 70. Geburtstag

Wer Josef Schmaußer kennt, hatte es schon geahnt: Das mit dem Ruhestand würde er nicht zu wörtlich nehmen. Und wegen Corona ist er 2020 sogar kurz in den Schuldienst zurückgekehrt. Am 23. Juli feiert der Hohenkemnather 70. Geburtstag.

Josef Schmaußer wird am 23. Juli 70 Jahre alt. Noch immer steckt der bekannte Heimatforscher voller Elan und Ideen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Man kennt Josef Schmaußer quer durch den ganzen Landkreis (und darüber hinaus). Zum einen wegen seines Berufs. Lehrer war er – in den Volksschulen in Kümmersbruck, Allersburg, Auerbach, Neumarkt, Kastl, Ursensollen, Amberg und Hirschau.

Seit vier Jahren ist er in Pension. Aber 2020 folgte er dem Aufruf des Kultusministeriums „zur Sicherung der Unterrichtsversorgung an bayerischen Grund-, Mittel- und Förderschulen“. „Da bin ich nochmals für einige Stunden in den Beruf eingestiegen“, erzählt der Jubilar. „Das habe ich keine Minute bereut.“ Er erinnert sich gern an viele positive Begegnungen mit jungen Menschen und hat mit der Gelassenheit des Alters eine neue Erkenntnis hinzugewonnen: „Vieles lässt sich mit Humor lösen.“

Aber fast noch mehr kennt man Josef Schmaußer als Heimatkundler. Seit 20 Jahren ist er Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen. Dort hat er viele Ausstellungen initiiert – über die Lokalbahn genauso wie über Sterbebilder oder die Weltkriege. Den „Heimatkundlichen Stammtisch in der Gemeinde Ursensollen“, den er ins Leben gerufen hat, leitet er seit 15 Jahren. Gäste zwischen 17 und 86 Jahren treffen sich dort, erzählen selbst oder lauschen den Geschichten von Josef Schmaußer.

Kindheit auf Bauernhof

Seit über zehn Jahren bietet er für das Seniorennetzwerk Vorträge und geführte heimatkundliche Wanderungen an. Damit hat er sich über den Landkreis hinaus einen Ruf erworben. Er weiß schon, warum sein Blick zurück so gut ankommt: „Ich habe gerade noch einen Schnürpfl des alten Dorflebens erlebt, so wie das Leben lange Jahre in den Oberpfälzer Dörfern ablief. Meine Kindheit mit vielen Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof lässt mich nie ganz los und prägt bis heute mein Gefühlsleben.“ Der Hohenkemnather verhehlt auch nicht, dass das ständige Heimweh, das er in seiner Internatszeit in Tirschenreuth gespürt hat, die Grundlage für seine Heimatliebe wurde.

Schreiben kann Schmaußer auch. Seit fast 30 Jahren ist er freier Mitarbeiter bei beiden Amberger Zeitungen, veröffentlicht in Zeitschriften und Büchern. Seit 1994 liefert er für die Bayerische Akademie der Wissenschaften Beiträge zum neuen Bayerischen Wörterbuch.

Auszeichnung als Kommunalpolitiker

Und in der Politik hat er ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Für die CSU war er von 2002 bis 2020 sowohl Mitglied im Ursensollener Gemeinderat (die letzte Periode als Dritter Bürgermeister) als auch im Amberg-Sulzbacher Kreistag. Am 5. August bekommt er im König-Ruprecht-Saal die „Kommunale Dankurkunde für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung“ überreicht.

Die Feier zum 70. Geburtstag an diesem Freitag findet im Familienkreis statt. „Da kommen so 25 Leute zusammen.“ Darüber hinaus hat Schmaußer niemand eingeladen, aber falls Gratulanten auftauchen, ist er natürlich vorbereitet.

Ziele und Wünsche hat er auch mit 70 noch, sagt der Jubilar: „Weiterhin so gesund bleiben, mit einem der drei Kinder heuer im August zum 15. Mal die Zugspitze besteigen.“ Viele Wanderungen möchte er noch unternehmen, ebenso Radtouren („momentan noch ohne E-Bike“) und weiterhin so viele positive Begegnungen mit gelassenen Menschen erleben. Dann wird er auch in Zukunft sagen können: „Eines der Wörter, die ich am häufigsten benutze, ist Danke.“

Ein AZ-Artikel von Josef Schmaußer über die Gebietsreform in Ursensollen

Ursensollen

Meine Kindheit mit vielen Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof lässt mich nie ganz los und prägt bis heute mein Gefühlsleben.

Josef Schmaußer

 

 

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