21.11.2019 - 13:30 Uhr
AmbergOberpfalz

Unzählige Katzen im Tierheim Amberg - aber wo sind die Hundewelpen?

Besonders im Herbst werden etliche kleine Kätzchen im Tierheim abgegeben. Hundewelpen findet man eher selten. So ist es auch in Amberg. Woran liegt das? Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Tierheims, Jennifer Caudill, klärt auf.

Mischlingsrüde Leo wartet seit mehr als eineinhalb Jahren auf ein neues Herrchen oder Frauchen.
von Katharina ForsterProfil

Ein Blick auf die Homepage des Tierheim Amberg genügt, um zu sehen: Eine Vielzahl an Katzenkindern sucht ein Zuhause. In Kartons ausgesetzt, am Straßenrand gefunden, zugelaufen. Allen Findelkindern gewährt das Tierheim Amberg eine Zuflucht. Doch woher rührt diese hohe Anzahl an Kätzchen? Und wieso sind dagegen nur selten Hundewelpen im Tierheim zu finden?

"Welpen werden meist vom Züchter oder privat unter der Hand verkauft", erklärt Jennifer Caudill, Mitarbeiterin im Tierheim Amberg. Oft seien diese Käufe leider unüberlegt, weil die Kleinen süß und fluffig sind und sich im Welpenalter noch wenig von ihrem späteren Charakter zeigt. "Bei einem Herdenschutzhund oder einem Husky merken die Besitzer beispielsweise häufig erst mit sieben bis acht Monaten, wie anspruchsvoll die richtige Haltung und der Umgang eigentlich sind. Dann landen die Tiere leider bei uns", sagt die Expertin. "Wenn wir aber mal Welpen hier haben, sind sie schnell vermittelt. Das ermöglicht ihnen ein schönes Aufwachsen in einer Familie."

Viele Katzenbabys

Bei den Kitten ist die Situation jedoch anders. Viele Katzen sind Freigänger und nicht kastriert, weshalb sie sich im Frühjahr und im Herbst unkontrolliert vermehren. Etwa 17 trächtige Katzen hat das Tierheim Amberg dieses Jahr bereits aufgenommen. Zusammen mit den vielen mutterlosen Fundkätzchen, die oft ausgesetzt wurden und völlig verwahrlost waren, wurden dieses Jahr zwischen 60 und 80 Kitten im Tierheim Amberg abgegeben. Im Moment sind es noch über zehn Kitten, die ein Zuhause suchen.

Jennifer Caudill arbeitet ehrenamtlich beim Tierheim. Auf dem Arm hält sie Kater Axel.

Das Tierheim wird von Pflegefamilien unterstützt, die die Kleinsten zu sich nehmen und bis zur Vermittlung aufpäppeln. "Wir sind total froh, dass wir viele tolle Pflegefamilien haben, die sich mit Herzblut um die Tiere kümmern."

Aber wieso suchen eigentlich so viele Leute gezielt nach Jungtieren, wo doch so viele ältere Hunde und Katzen noch auf ein Zuhause warten? "Oft wird nach jungen Tieren gefragt, weil Menschen Angst haben, dass ältere Tiere anfälliger für Krankheiten sind. Verlustängste spielen ebenso eine Rolle, denn man weiß ja nie, wie lange das Tier noch lebt. Dabei wären ausgewachsene Hunde eine gute Wahl. Wir haben viele ältere Hunde, die super sind." Sie seien stubenrein und einige hätten sogar schon etwas Nützliches gelernt. Hund Leo und Hündin Conny haben zum Beispiel alle Grundkommandos drauf.

Amberg

Mischlingsrüde Leo ist schon mehr als ein Jahr im Tierheim Amberg. Er sei ein richtiger Vorzeigehund. "Trotzdem ist für jeden Hund natürlich ein richtiges Zuhause das Beste. Ganz egal, wie alt er ist." Leider landeten dort immer wieder Hunde, weil sich die Lebensumstände der Halter gravierend änderten. "Trennung, Zeitmangel. Da gibt es viele Gründe. Manche Halter sind aber auch einfach überfordert oder können die Tierarztkosten ihres kranken Hundes nicht tragen", erzählt Caudill.

Ist der Züchter seriös?

Und was ist, wenn man sich doch entscheidet, einen Welpen zu adoptieren? "Wichtig ist, dass man sich vorher gut informiert. Je mehr Infos man über den Hund hat, desto besser. Ist der Züchter auch wirklich seriös? Oder gibt es in größeren, umliegenden Tierheimen einen Welpen, der ein Zuhause sucht? Optimal ist es, wenn man genau weiß, woher der Hund kommt und wer die Eltern sind." Generell sei es wichtig, das Muttertier zu sehen. Sollte das nicht möglich sein, lohnt es sich, so viele Fragen wie möglich zu stellen. "Denn leider gibt es auch einige schwarze Schafe, die mit dem süßen Aussehen der Welpen und der Leichtgläubigkeit der Menschen dubiose Geschäfte treiben."

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