06.08.2020 - 15:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf tödlichen Konflikt unter Lkw-Fahrern folgt Mordanklage

Ein Vorfall aus Burglengenfeld kommt im September vor das Amberger Schwurgericht. Der Staatsanwalt geht von einem heimtückisch begangenen Verbrechen aus

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchten das Gelände einer Spedition in Burglengenfeld, nachdem dort Ende vergangenen Oktober die Leiche des Lkw-Fahrers gefunden worden war.
von Autor HOUProfil

Nach mehreren Monaten der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Amberg Anklage gegen einen 44-Jährigen erhoben, der im Verdacht steht, am 23. Oktober letzten Jahres in Burglengenfeld einen Lkw-Fahrer mit Messerstichen getötet zu haben. Der dem mutmaßlichen Täter gemachte Vorwurf lautet auf Mord.

In den Vormittagsstunden des 24. Oktober 2019 war auf dem Parkplatz einer Spedition am nördlichen Stadtrand von Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) ein firmenfremder Lastzug entdeckt worden. Nahe des Fahrzeugs befanden sich Blutspuren. Daraufhin begann eine Absuche des Geländes, bei der man auf die Leiche eines 41-Jährigen stieß. Der Tote wies Stich- und Schnittverletzungen auf, sein Körper war mit Laub bedeckt worden.

Der mutmaßliche Täter lag zu diesem Zeitpunkt mit Verletzungen im Krankenhaus. Auch bei ihm handelte es sich um einen Lkw-Fahrer. Stunden vor dem Auffinden des Toten war der 44-Jährige nicht weit vom Tatort entfernt am 23. Oktober gegen 22.30 Uhr auf einer Burglengenfelder Umgehungsstraße mit seinem Sattelzug von der Fahrbahn geraten. Dabei kippte das tonnenschwere Fahrzeug um. Als Polizisten eintrafen, wurde das Geschehen zunächst als Verkehrsunfall behandelt und die Einlieferung des Fahrers zur ärztlichen Behandlung veranlasst. Erst später stellte sich ein Zusammenhang mit den Ereignissen auf dem Gelände der nicht weit entfernten Spedition heraus.

Die Kripo Amberg übernahm den Fall und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Ihr Ergebnis zusammenfassend und bewertend, erhob der Leitende Oberstaatsanwalt Joachim Diesch, der seinerzeit selbst an den Tatort gekommen war, Anklage wegen eines heimtückisch begangenen Mordverbrechens. Nur das bestätigte Diesch auf Anfrage. Eingehender wollte er sich nicht äußern, "weil der Fall bereits bei der zur Aburteilung zuständigen Strafkammer des Landgerichts liegt und das Hauptverfahren unterdessen eröffnet ist."

Die Leiche des Lkw-Fahrers ist Ende Oktober 2019 auf dem Gelände einer Spedition in Burglengenfeld gefunden worden.

Burglengenfeld

Die Erste Strafkammer, die dann als Schwurgericht tagt, wird die Ereignisse von Burglengenfeld an mehreren Prozesstagen im September erörtern. Geladen sind neben Zeugen auch mehrere Sachverständige. Der mutmaßliche Täter, von dem es damals hieß, er sei wie das Opfer "ein Mann mit Migrationshintergrund", wurde nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in Untersuchungshaft genommen. Er kannte den tot aufgefundenen 41-Jährigen offenbar, da beide mit ihren Lastfahrzeugen Zement aus Burglengenfeld zu einer Firma im Landkreis Schwandorf beförderten.

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