11.05.2021 - 12:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit Test oder ohne und trotz Quarantäne: Abitur-Start in Amberg und Sulzbach-Rosenberg

Das Abitur wird ab 12. Mai erneut unter Corona-Bedingungen geschrieben. Zwar gibt es diesmal mehr Vorlauf und Tests, doch das macht es für die Gymnasien in Amberg und Sulzbach-Rosenberg nicht leichter. Im Gegenteil.

Auch in Sulzbach-Rosenberg und Amberg beginnen am Mittwoch, 12. Mai, die Abiturprüfungen. In beiden Städten treten insgesamt 291 junge Leute an.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Rückblick: Das Bayerische Kultusministerium hatte im Vorjahr entschieden, den Beginn der Abiturprüfungen wegen der Pandemie vom 30. April auf den 20. Mai 2020 zu verlegen. "Trotz der Corona-Krise wollen wir faire Bedingungen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten sicherstellen", sagte Kultusminister Michael Piazolo. Jetzt, ein Jahr später, ein ähnliches Bild: Aus dem geplanten Auftakt am 30. April wurde der 12. Mai. Die aktuellen Worte des Ministers klingen wie die vor zwölf Monaten: "Wir wollen, dass alle Abiturientinnen und Abiturienten faire Bedingungen vorfinden. In den Prüfungen selbst wie in der Vorbereitung." Doch wie fair sind die Bedingungen wirklich? Und welche Prüfungen mussten die Leiter der fünf Gymnasien im Raum Amberg-Sulzbach bestehen, bevor die 291 Zwölftklässler antreten können?

Gregor-Mendel-Gymnasium

Mehr Abiturienten als das GMG hat in diesem Jahr kein Gymnasium aus der Region zu bieten: 89. Für Direktor Peter Welnhofer stellt sich da zwangsläufig die Platzfrage: "Mit allen in die Turnhalle zu gehen, das würde nicht funktionieren." Deswegen werden die Prüflinge im gesamten Gebäude auf einzelne Zimmer verteilt. Maximal zwölf sitzen in einem Raum. Das sei mit einem gewissen Aufwand verbunden, der noch größer werde, da zwischen Schülern mit und ohne Test unterschieden werden muss. 70 Abiturienten hatten im Vorfeld angekündigt, sich testen zu lassen, 12 wollen darauf verzichten und werden deswegen vom Rest getrennt. Gleiches gilt für die Abiturienten, die Corona-Erst- oder -Zweit-Kontakt sind und in Quarantäne müssen. Sie dürfen an den Prüfungen teilnehmen, kommen aber in ein Extra-Zimmer: "Die Risikogruppe bleibt bei den Prüfungen unter sich."

Herzog-Christian-August-Gymnasium

Am Sulzbach-Rosenberger Herzog-Christian-August-Gymnasium tut sich Schulleiter Dieter Meyer etwas leichter als sein Amberger Kollege vom GMG. Die 68 Abiturienten ließen sich ohne große Umstände in zwei Gruppen aufteilen: "Eine für Getestete und eine für Nichtgetestete." Das sei in der Zweifachturnhalle der Schule umsetzbar. Doch auch am HCA muss auf die Risikogruppe Rücksicht genommen werden. Für sie stehen zwei weitere Räume zur Verfügung. Meyer ist sogar auf einen Spezialfall vorbereitet. Sollte es zwei Prüflinge mit Quarantänepflicht geben, von denen sich einer testen lässt und einer nicht, würden beide voneinander getrennt. Sie hätten dann jeweils ein Zimmer für sich allein. Entsprechend viele Lehrer müssten als Aufsichtspersonal eingeteilt werden. "Die Herausforderung ist schon eine andere als bei allen bisherigen Abiturjahrgängen", sagt Meyer. Aber: "Es ist zu bewältigen."

Erasmus-Gymnasium

Etwas weniger Organisationsaufwand kam auf Christian Weiß-Mayer zu. Der Chef des Erasmus-Gymnasiums sagt, dass alle 51 Absolventen gemeinsam in der Doppelturnhalle der Schule sitzen können: "Sie machen alle einen Selbsttest. Sie haben alle unterschrieben." Das bedeute aber nicht automatisch, dass es bis zu den Prüfungen keine Risikogruppe oder Quarantäne-Fälle gibt. Deshalb müssen vorsorglich weitere Räume freigehalten werden: "Das kann noch kommen, was wir natürlich nicht hoffen. Aber wir sind auf jeden Fall vorbereitet."

Max-Reger-Gymnasium

Ein ähnliches Bild auch am MRG, wo laut Direktor Georg Meyer 38 junge Frauen und Männer antreten: "Wir werden für die Prüfungen unsere beiden Turnhallen nutzen. Jeweils 19 in einer Halle. Das geht schon." Auch hier werden weitere Räume für mögliche Risikogruppen und Quarantäne-Fälle freigehalten. Das sei machbar. Aufwendiger werde die Organisation dagegen am Freitag, 21. Mai, bei den Tests im dritten Abitur-Durchgang. Dann müssen die Schüler zusätzlich nach Fächern getrennt werden. So, wie es auch vor Corona schon üblich war.

Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium

Laut Günter Jehl stellen sich am von ihm geleiteten Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium 45 junge Frauen den Aufgaben. Verteilt werden die Schülerinnen, je nach Test-Bereitschaft, auf Kunsträume und die Sporthalle. Jehl weist auch auf die Folgen des organisatorischen Aufwands für alle anderen Jahrgangsstufen hin. Weil viele Lehrer als Aufsichtspersonal benötigt werden, habe das Kultusministerium entschieden, den Wechselunterricht für alle anderen Klassen am 12., 18. und 21. Mai ausfallen zu lassen, obwohl die Inzidenz ihn ermöglicht. Für diese Klassen gebe es kein Homeschooling mit Videokonferenzen, sondern "Material-gestütztes Arbeiten" von zu Hause aus. Zudem erklärt Günter Jehl, wie es um den Infektionsschutz bestellt ist: "Eine FFP2-Masken-Pflicht gibt es nicht." Es reiche, wenn die Schülerinnen eine OP-Masken tragen, weil es sich durch sie besser atmen lasse.

Abitur 2021: So ist die Stimmung in Weiden und im Kreis Neustadt

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Abiturprüfungen 2021 - Der Zeitplan

Schriftlicher Teil

Mittwoch, 12. Mai: Deutsch

Dienstag, 18. Mai: Mathematik

Freitag, 21. Mai: Drittes Fach

Mündlicher Teil

Erste Prüfungswoche: Montag, 7., bis Freitag, 11. Juni

Zweite Prüfungswoche: Montag, 14., bis Freitag, 18. Juni

Noten und Verabschiedung

Bekanntgabe der Ergebnisse: Freitag, 18. Juni

Entlassung der Absolventen: Freitag, 16. Juli

 

 

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