30.10.2020 - 15:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Vor dem Teil-Lockdown: Coronazahlen in Amberg steigen und steigen

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Die Coronazahlen in Amberg steigen stetig. Die Polizei rät dringend davon ab, an Halloween umherzuziehen. An Allerheiligen wird es kaum Andachten auf Friedhöfen geben. Altstadt-Händler bangen um ihre Existenz. Die Coronalage zum Wochenende.

Polizeibeamte kontrollieren in der Fußgängerzone in Amberg die Einhaltung der Hygienevorschriften.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Am Freitag 24 neue Fälle in Amberg und im Landkreis

Die Coronazahlen in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach sind am Freitag kräftig gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit meldete im Vergleich zum Vortag acht neue Fälle in der Stadt (Gesamt: 191) und gleich 16 im Landkreis (Gesamt: 628). Die Inzidenzwerte betrugen damit 59,23 in Amberg und 38,82 im Landkreis. Der bevorstehende November-Lockdown wirkt sich für das Klinikum St. Marien in Amberg vorerst nicht aus, zumindest dann nicht, wenn es um die Besuchsregeln geht. "Es bleibt im Moment alles beim Alten", war am Freitag nach Nachfrage zu erfahren. Soll heißen: Pro Patient ist ein Besucher für eine Stunde am Tag zugelassen. Die Besuchszeit von 13 bis 19 Uhr wird beibehalten. Maskenpflicht und Abstandsgebot gelten auch in den Patientenzimmern. Aktuell werden im Klinikum sieben positiv auf Covid-19 getestete Patienten behandelt, zwei davon auf der Intensiv-Station. Wie es hieß, verfügt St. Marien derzeit über 47 Intensivbetten. (upl/tk)

Halloween: Polizei rät dringend ab

Die Polizei rät dringend davon ab, die Kinder am Samstagabend zu Halloween von Haus zu Haus ziehen zu lassen. "Dies erweitert die zwischenmenschlichen Kontakte und kann zur starken, vermeidbaren Virusausbreitung beitragen", heißt es in einer Mitteilung an die Presse. Die Polizei erinnert an die bereits geltenden Kontaktbeschränkungen: Auch in Amberg sind die privaten Zusammenkünfte mittlerweile auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte reduziert. "Angesichts dieser Tatsachen wirkt die Vorstellung, dass Kinder von Haus zu Haus ziehen, um dort Süßigkeiten einzusammeln und anschließend zu genießen, recht befremdlich." Die Polizei geht davon aus, dass ohnehin die meisten Türen geschlossen bleiben und die kleinen Hexen und Monster enttäuscht weiterziehen müssten. (upl)

Ein Bild, das symbolisch für die nächsten Wochen steht: In einem Lokal in der Amberger Innenstadt sind die Stühle nach oben gestellt.

Lokaler Einkauf "überlebenswichtig"

Die Wirtschaftsförderung und der Stadtmarketingverein hatten gemeinsam mit den Einzelhändlern in der Amberger Altstadt viele Pläne: die Fußgängerzone sollte sich für eine Herbst-Modenschau in einen Catwalk verwandeln. "Wir haben die Aktion gemäß den Entwicklungen mehrmals umgeplant. Zuletzt wollten wir einen Videostream machen, doch man kann nicht vermeiden, dass trotzdem Grüppchen zusammenstehen und zuschauen, wir wären ja mitten in der Stadt gewesen", sagte Verena Fitzgerald von der Wirtschaftsförderung der Gewerbebau. Im Sommer noch hätten die Einzelhändler Aufwind verspürt. "Es kamen Tagestouristen oder Radler nach Amberg." Doch kaum ging es Richtung Herbst, seien die Menschen wieder weniger und vorsichtiger geworden. "Die Schließung der Gastronomien und einzelner Dienstleister wird sich erheblich auf die Kundenfrequenz in der Altstadt auswirken", sagte Fitzgerald. Denn der lokale Einkauf gehe Hand in Hand mit einem Besuch im Café oder Gasthaus. "Dabei ist gerade in der jetzigen Zeit der lokale Einkauf überlebenswichtig für unsere Händler", appellierte Fitzgerald an die Amberger. "Es gibt ja bei den Gastronomen mittlerweile viel zum Abholen, man muss sich ja nicht immer etwas liefern lassen." (roa)

Gerade in der jetzigen Zeit ist der lokale Einkauf überlebenswichtig für unsere Händler.

Verena Fitzgerald

Verena Fitzgerald

Keine Maskenpflicht in Fußgängerzone

Die Einhaltung der Hygienevorschriften im privaten Bereich wird von der Polizei - wie berichtet - nicht aktiv kontrolliert. Doch sowohl in der Fußgängerzone als auch am Busbahnhof und anderen Plätzen gebe es immer wieder Kontrollen. "Der öffentliche Raum wird bestreift", sagte Polizeisprecher Achim Kuchenbecker. Derzeit gibt es trotz des gestiegenen Inzidenzwertes in Amberg keine Maskenpflicht in der Fußgängerzone - im Gegensatz zu anderen Städten wie beispielsweise Weiden. "Wir waren uns in Absprache mit der Stadt Amberg einig, dass es dort keine Auffälligkeiten gibt", sagte Kuchenbecker. (roa)

Cineplex ab 2. November geschlossen

Das Kino hatte es in den vergangenen Monaten ohnehin schwer. Zuerst der Lockdown im Frühjahr. Anschließend immer wieder Hiobsbotschaften: Filmstudios verschieben haufenweise große Blockbuster, einige Filme wie "Mulan" oder der im Dezember erscheinende "Soul" werden erst gar nicht im Kino gezeigt, sondern landen auf Streamingplattformen. Nun also der zweite Lockdown, wegen dem auch das Cineplex Amberg vom 2. bis 30. November schließen muss. „Wir bedauern sehr, dass wir den Spielbetrieb im November erneut einstellen müssen, denn wir haben ein detailliertes Hygienekonzept aufgestellt und arbeiten mit einer modernen Lüftungsanlage, großzügigen Abständen und einer entsprechend geringen Auslastung unserer Säle", sagt Kinobetreiber Michael Thomas. Doch er betont: "Zugleich wollen wir natürlich unseren Beitrag leisten, um Corona einzudämmen und hoffen auf eine baldige Verbesserung der Situation." Für den November hatte das Cineplex zusammen mit den Amberger Eberhofer-Fans dem Start von Kaiserschmarrndrama entgegengefiebert. "Jetzt hoffen wir, dass wir im Dezember mit unserem bayerischen James Bond durchstarten und eine schöne Weihnachtszeit im Kino miteinander verbringen können." (doz)

Allerheiligen: Gräbersegnung mit Abstand

Allerheiligen kann noch vor dem Lockdown gefeiert werden, in den Pfarreien gelten ganz unterschiedliche Regeln. Eines ist aber immer gleich: Abstand und Masken sind Pflicht. Einige Pfarreien haben die traditionelle öffentliche Gräbersegnung auf den Friedhöfen ganz abgesagt, der für Aschach-Raigering zuständige Pfarrer Eduard Kroher hält sie. Um 14 Uhr wird es am Sonntag, 1. November, auf dem Friedhof in Aschach im Freien eine kurze Andacht geben, anschließend nimmt er die Gräbersegnung vor. Der Abstand könne eingehalten werden, sagt Kroher. "Wenn zu viele Leute kommen, bitte ich sie, Masken aufzusetzen." Wie kurz die Andacht sein wird, macht er von etwas anderem abhängig: vom Wetter. (san)

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