10.08.2020 - 15:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Sozialdienst katholischer Frauen Amberg bindet Kräuterbüschel in Corona-Manier

Schon seit über 35 Jahren bietet der Sozialdienst katholischer Frauen in den Pfarreien von Amberg und Poppenricht zu Mariä Himmelfahrt Kräuterbuschen gegen eine Spende an. Damit wird ein altbayerischer Brauch am Leben erhalten.

Anstatt der 1000 prächtigen Kräuterbüschel bindet der SkF heuer aufgrund der Corona-Pandemie nur 500 Sträuße, um sie in den Amberger Kirchen zu Mariä Himmelfahrt gegen Spenden anzubieten.
von Adele SchützProfil

An Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, bringen Christen seit dem 7. Jahrhundert Heilkräuter und Blumen mit in den Gottesdienst, um sie zum Wohl für Mensch, Vieh und Haus segnen zu lassen. Die geweihten Kräuterbüschel werden dann zu Hause getrocknet und mit Vorliebe im Herrgottswinkel aufgehängt. „Sie sollen vor Krankheit schützen sowie Haus, Hof und Familie vor Unheil bewahren“, weiß Sabine Baumeister-Kiener vom Fachbereich Ehrenamtliches Engagement des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Amberg. Gemeinsam mit Ulrike Pfleger organisiert sie alljährlich ein Kräuterbüschelbinden, an dem sich rund 20 fleißige Helfer mit Begeisterung und Freude beteiligen.

Die Jura-Werkstätten stellen dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Dort kann an großen Tischen Hand in Hand gearbeitet werden, sodass das Kräuterbüschelbinden zur schönen Gemeinschaftsaktion wird. Rund 1000 Büschel bindet das bewährte Team an Helferinnen alljährlich. Damit werden dann die Gläubigen der Stadtpfarreien St. Georg, Hl. Dreifaltigkeit, St. Michael sowie der Pfarrkirche St. Michael in Poppenricht gegen eine Spende versorgt.

Die vom SkF-Team gesammelten und von den Helferinnen angelieferten Gartenkräuter und Heilkräuter aus der Natur wie Kamille, Schafgarbe, Salbei, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Ringelblumen, Rainfarn, Dost, Johanniskraut, Baldrian, Beifuß, Lavendel und Distel sowie an Getreide Hafer und Weizen werden zu farbenprächtigen Büscheln gebunden, die dann in den Gottesdiensten an Mariä Himmelfahrt geweiht werden.

„Heuer läuft aufgrund der Corona-Pandemie alles anders“, lässt Baumeister-Kiener wissen. Das gemeinsame Binden der Kräuterbüschel in den Jura-Werkstätten falle flach, stattdessen würden die fleißigen Helferinnen die Büschel in Heimarbeit binden. Vom SkF-Team werden sie dazu mit einem Karton voll Kräuter und Getreide versorgt. Weiter treffe sich laut Baumeister-Kiener am 14. August eine kleine Gruppe beim SkF-Gebäude, um bei strikter Einhaltung der Hygieneregeln gemeinsam zu binden. Hierfür ist eine Anmeldung beim SkF erforderlich. In diesem Jahr werden auch nur 500 anstatt der 1000 Kräuterbüschel gebunden.

„Die Kräuterbuschen werden dieses Jahr in den Amberger Kirchen von St. Georg, Hl. Dreifaltigkeit und St. Michael sowie in St. Michael in Poppenricht bereits zu den Vorabendmessen in Kartons angeliefert und mit einer Kasse für die Spenden aufgestellt und nicht wie üblich vom SkF-Team angeboten“, erklärt Baumeister-Kiener. Gegen einen Obulus können die Gläubigen sie nach den Messen mitnehmen. „Mit dem Spendenerlös wird die vielfältige soziale Arbeit des SkF unterstützt“, betont Sabine Baumeister-Kiener.

Wegen ihrer leuchtenden Farbenpracht kommt auch die stachelige Distel in die Kräuterbüschel des SkF.

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