11.06.2021 - 15:37 Uhr
AmbergOberpfalz

So stuft das Gesundheitsamt den steilen Anstieg der Inzidenz in Amberg ein

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Als Quote berechnet, ist die 7-Tage-Inzidenz in Amberg von Donnerstag auf Freitag um 140 Prozent gestiegen. Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey bleibt trotzdem erst einmal ruhig.

Amberg hatte auf der Karte, die das Robert-Koch-Institut erstellt, auch schon mal die beste 7-Tage-Inzidenz in Bayern. Jetzt machte sie wieder einen Sprung nach oben.
von Markus Müller Kontakt Profil

Bei 11,8 lag die 7-Tage-Inzidenz in Amberg am Donnerstag. Durch 7 neue Fälle, die am Freitag in der Statistik auftauchten, stieg sie auf 28,4. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien verriet Dr. Roland Brey, der Leiter des für Amberg und Amberg-Sulzbach zuständigen Gesundheitsamts, mehr zu den einzelnen Fällen. So hätten sich vier davon in einer einzigen Familie ereignet. „Hier ist einer mit Symptomen aufgefallen, daraufhin wurden dann auch die anderen Familienmitglieder – positiv – getestet.“

In den drei anderen Fällen handle es sich um Einzelpersonen, die nichts miteinander zu tun hätten, aber Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen gewesen seien. „Und die Kontaktpersonen werden alle getestet.“

In der Woche nur 12 Fälle

Die prozentuale Berechnung kann Dr. Brey auch deshalb nicht schrecken, weil die absoluten Zahlen der Ansteckungen weiterhin sehr überschaubar bleiben: Selbst mit den 7 neuen Fällen waren es in Amberg in der vergangenen Woche insgesamt nur 12. Auf gut 42.000 Einwohner gerechnet, ergibt das halt eine Inzidenz von gut 28, während die gleichen 12 Fälle in Amberg-Sulzbach bei über 100.000 Einwohnern nur eine 7-Tage-Inzidenz von 11 bewirken.

Brey nimmt die Zahlen in erster Linie als Beleg dafür, dass die Pandemie noch nicht am Ende ist. „Das Virus ist noch da, und mit den Lockerungen werden sich weitere Ansteckungsmöglichkeiten ergeben.“ Wobei jetzt vor allem die (jüngere) Gruppe der noch nicht Geimpften betroffen sei.

Erstmals brasilianische Mutation nachgewiesen

Dazu trage auch die Mobilität ihren Teil bei. Es habe beim Gesundheitsamt allein in der letzten Woche 1600 Einreiseanmeldungen gegeben, also im Wesentlichen Urlaubsrückkehrer; auch aus ferneren Regionen. Durch sie steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass neue Virusvarianten hier auftauchten. So sei jetzt in der Region Amberg-Sulzbach erstmals die sogenannte brasilianische Mutation (P.1) nachgewiesen worden.

Die Coronazahlen für Amberg und Amberg-Sulzbach am Freitag, 11. Juni

Amberg

Das Virus ist noch da, und mit den Lockerungen werden sich weitere Ansteckungsmöglichkeiten ergeben.

Dr. Roland Brey

Dr. Roland Brey

 

 

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