05.05.2021 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Serie Klimaschutz in Amberg: Nachhaltig Bauen oder Sanieren – aber wie?

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Wenn Sie ein Haus bauen oder eine Wohnung sanieren wollen, bekommen Sie bei der Stadt Amberg eine Beratung zu allen relevanten Themen. Klimafreundliches Bauen kann auch Ihre Wohnqualität verbessern. Wir verraten Ihnen, wie das geht.

Bauen und Sanieren ist kein leichtes Thema, wenn es um dem Klimaschutz geht. In Amberg gibt es dafür eine Klimaschutzmanagerin, die mit Ratschlägen zur Seite steht.
von Gerd SpiesProfil

Fast 90 Prozent der Energie in deutschen Hauhalten werden für Heizung und Warmwasser verbraucht. Allein durch die Energieversorgung unserer Gebäude fallen 25 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes an. Bauen und Sanieren spielen also beim Klimaschutz eine große Rolle. Corinna Loewert, Ambergs Klimaschutzmanagerin, gibt Ihnen hierzu Ratschläge.

„Erst denken, dann anfangen!“ Diese Regel gelte nicht nur beim Bauen, sondern auch beim Sanieren, sagt Corinna Loewert. Schließlich seien ja vom Bauherrn bereits im Vorfeld einige wichtige Punkte zu bedenken: „Passen die Wärmestandards von Wand, Fenster, Keller und Dach auch zusammen? Wie sieht es mit der Heizung, wie mit der Stromversorgung aus?“ Solche Themen sollten vor einem Baubeginn abgeklärt und hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit überprüft sein. Loewert rät hier, sich dabei fachmännische Hilfe ins Boot holen: „Es bietet sich an, einen Energieberater an seiner Seite zu haben, der in einer Erstberatung über Möglichkeiten, Kosten, Risiken, aber auch Fördermittel aufklären kann. Beratungsangebote gibt es neben zahlreichen privaten Energieberatern auch bei den Stadtwerken Amberg Versorgungs GmbH und bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V.“.

Die Krux der „grauen“ Energie

Als sogenannte graue Energie wird die gesamte Energie bezeichnet, die für die Errichtung eines Gebäudes notwendig ist. Gemeint sind alle Energien zusammengenommen, die zum Gewinnen, Verarbeiten, Transport bis hin zur Entsorgung der Bauteile notwendig sind. Es steckt also in jedem Stück Wand, Boden oder Decke „graue“ Energie. „Im Jahr 2019 war die Zementindustrie für 2 Prozent der gesamtdeutschen Treibhausemissionen verantwortlich. Das entspricht den Emissionen von rund 1000 Kilometern Autofahren oder 400 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Bürgerin und Bürger“, rechnet die Klimaschutzmanagerin vor. Loewert schlägt daher heimische Materialien und ressourcenschonendes Bauen vor. Sie minimieren die im Gebäude verbaute „graue“ Energie.

Gedanken zum Thema Sanieren

„Je mehr beim Sanieren die Bausubstanz erhalten wird, desto besser ist die Klimabilanz am Ende“, betont Loewert. Deshalb sollte am Anfang einer Sanierung immer der Grundgedanke des Erhalts von Bausubstanz stehen. Außerdem brauche es, so Loewert, einen Plan für die Umsetzung. „Will ich über die nächsten Jahre gerechnet eine Komplettsanierung anstreben oder will ich „nur“ die Wanddämmung oder die Heizung angreifen? Wie viel Budget steht mir zur Verfügung? Welche Fördergelder kann ich abgreifen? Welche baurechtlichen Vorgaben oder Denkmalschutzbelange sind zu beachten? All das muss bedacht werden, um ,Dämpfer' in der Hochphase der Planung zu vermeiden“, erklärt die Klimaschutzmanagerin. Für Vermieter ergebe sich durch Sanieren eine Wertsteigerung der Immobilie. Für den Mieter würden sich zwar die Mietkosten erhöhen, dafür aber die Heizkosten verringern. Zudem würde er von einem gestiegenen Wohnkomfort profitieren.

Lebenszyklus von Baustoffen beachten

Klimafreundliches Bauen oder Sanieren hat auch etwas mit dem Lebenszyklus der verwendeten Baustoffe zu tun. Welche Dämmstoffe verwende ich? Wie sieht das Lebensende des Dämmstoffs aus? Ist er Sondermüll oder kann er thermisch verwertet werden? Diese Fragen sollten aus Sicht von Loewert in die Planungen einbezogen werden. Außerdem sollten, so Loewert, Überlegungen zur Nutzung erneuerbarer Energien berücksichtigt werden. „Es gibt hier auch im Bestand pfiffige Lösungen: Zum Beispiel mit einer Wärmepumpe den Keller trocken halten, mit Solarthermie Warmwasser erzeugen oder die Heizung unterstützen. Alles ist nur eine Sache der Planung, deshalb: Erst denken, dann bauen oder sanieren.“

Wo erhalte ich Informationen?

Die Stadt Amberg gibt in ihrer Broschüre „Amberg. Global. Nachhaltig. So geht´s!“ Tipps zu den Themen nachhaltige Dämmstoffe, Nutzung erneuerbarer Energie, Energiesparmaßnahmen in Miete und Eigenheim. Die Broschüre steht in der Bürgerinfo im Rathaus oder als Download unter www.amberg.de/nachhaltigkeit zur Verfügung. Ganz aktuell können sich Interessierte in der Klimaschutzwoche vom 30. April bis zum 9. Mai über Solarenergie und Heizungstausch informieren. Infos gibt es unter www.zen-ensdorf.de/klimaschutzwoche.html oder als Flyer in der Amberger Bürgerinfo. Mit der Verleihung der sogenannten „Grünen Hausnummer“ werden Hausbesitzer ausgezeichnet, die sich für Nachhaltigkeit, Natur- und Klimaschutz einsetzen. Für weitere Fragen, zum Beispiel zu Förderangeboten, steht Ambergs Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert unter 10-2403 oder unter Corinna.Loewert[at]Amberg[dot]de zur Verfügung.

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Hintergrund:

Serie zum Thema Klimaschutz in Amberg

  • In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzbeauftragten der Stadt Amberg, Corinna Loewert, startet die Amberger Zeitung eine achtteilige Serie zum Thema Klimaschutz in Amberg.
  • Ziel ist es, darzustellen was die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens konkret für die Region und jeden einzelnen Bewohner bedeutet.
  • Die Serie befasst sich mit verschiedenen Themenbereichen:
    Unter anderem mit den Themen Strom und Energieversorgung, Elektrifizierung im Haus und im Verkehr, Photovoltaikanlagen auf Dächern und auf Feldern, Sanieren und Bauen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie Informations- und Förderangebote.

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