18.06.2021 - 16:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Schüler treffen Lokaljournalisten: Amberger Zeitung zu Gast im Erasmus-Gymnasium

Journalismus studieren, um Journalist zu werden? Wie kommt die Amberger Zeitung zu ihren Themen? Und was unterscheidet den Beruf als Redakteur von anderen? Achtklässler des Amberger Erasmus-Gymnasiums hatten zwei besondere Lehrer zu Gast.

Die Redakteure der Amberger Zeitung, Wolfgang Ruppert und Tobias Gräf, sprechen im Amberger Erasmus-Gymnasium mit Schülern über Lokaljournalismus.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Die Schüler der 8b des Amberger Erasmus-Gymnasiums sind am Mittwoch, 16. Juni, von ihrem üblichen Plan abgewichen, zumindest für eine Stunde. Nicht Deutsch oder Mathe war das Thema, sondern "Zeitung und Journalismus". Lehrerin Tanita Hahn hatte dazu zwei Redakteure von Oberpfalz-Medien eingeladen und Wolfgang Ruppert und Tobias Gräf ihren angestammten Platz an der Tafel überlassen. Die Mitarbeiter der Amberger Zeitung übten sich in der Rolle als Kurzzeit-Pädagogen und diskutierten mit den Gymnasiasten über Lokaljournalismus, die Rolle der Medien in der Demokratie und gaben dabei auch ganz praktische Einblicke in ihren abwechslungsreichen Redaktionsalltag der Amberger Zeitung.

Bereits in den Tagen zuvor haben sich die Achtklässer intensiv mit dem Thema Zeitung beschäftigt. Was eine Glosse von einer Nachricht und eine Reportage von einem Kommentar unterscheidet – mit Blick auf die unterschiedlichen Textgattungen waren die Jugendlichen gut vorbereitet. Sie stellten Ruppert und Gräf interessiert Fragen und hörten aufmerksam zu. Die Gastdozenten erklärten beispielsweise, wie Oberpfalz-Medien jeden Tag zu neuen Themen findet, über die in der gedruckten Zeitung und im Onetz tagesaktuell berichtet wird. Dass bei schweren Unfällen aus Pietäts- und Opferschutzgründen Verletzte oder Tote nicht fotografiert und in der Zeitung abgedruckt werden, gehörte genauso zur Schulstunde wie das Zwei-Quellen-Prinzip.

Amberger Zeitung als Debattenforum

Dass eine Zeitung unabhängig ist, eine politische Kontrollfunktion erfüllt, ausgewogen berichtet und einer Informationspflicht nachzukommen hat, war ebenfalls Thema. Wie wichtig ein professioneller Journalismus in einer Demokratie ist, wurde auch am aktuellen Beispiel der bevorstehenden Bundestagswahl und des Wahlkampfes thematisiert: "Ohne Partei zu ergreifen, stellt die Amberger Zeitung das Wahlprogramm der einzelnen Parteien und die Direktkandidaten im Wahlkreis Amberg-Sulzbach-Neumarkt vor – die Wähler können sich so eine eigene Meinung bilden und ihre Wahlentscheidung treffen", erläuterte Gräf. Doch die AZ diene auch als Ansprechpartner für ihre Leser, veröffentliche Leserbriefe und sei damit ein wichtiges Debattenforum im Lokalen, ergänzte Ruppert. Doch die beiden Redakteure konnten aus eigener Erfahrung bestätigten, dass sich auch Lokaljournalisten zunehmender Vorwürfe von Verfassungsfeinden, Querdenkern und Verschwörungsanhängern ausgesetzt sehen und deshalb lernen müssen, mit dem Vorwurf der "Systempresse" angemessen umzugehen.

Sicherer Schreibstil schadet nicht

Natürlich war für die Achtklässler auch interessant, welche Voraussetzungen für den Beruf des Journalisten erforderlich sind. "Einen guten und sicheren Schreibstil sollte man schon haben, aber ein Journalismus-Studium ist keine Voraussetzung", erklärte Wolfgang Ruppert. Dafür sollten Journalisten zeitlich flexibel sein. "Abendtermine oder Dienst am Wochenende kommt regelmäßig vor", sagte Tobias Gräf. "Die Zeitung am Montag muss schließlich schon am Sonntag produziert werden."

Über das Praktikum zum Journalisten

Ob sich ein Schüler oder eine Schülerin aus der 8b des Erasmus-Gymnasiums nach dieser Stunde mit vielen praktischen Erzählungen aus dem Redakteurs-Alltag für den Job als Journalist erwärmen kann? Die kommenden Jahre werden es zeigen: Oberpfalz-Medien ist immer auf der Suche nach interessierten Praktikanten und Volontären. Vielleicht ist nach dem Abitur in vier Jahren auch ein Bewerber aus der 8a dabei.

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