09.07.2021 - 12:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Rapper Ben Salomo virtuell zu Gast am Erasmus-Gymnasium Amberg

Der jüdische Musiker Ben Salomo wirbt für Aufklärung gegen Antisemitismus. Das macht er nicht irgendwo, sondern im Erasmus-Gymnasium Amberg. Die Schüler hören ihm aufmerksam zu. Schließlich ist er auch Youtuber.

Der Rapper, Buchautor und Youtuber Ben Salomo sprach mit der Oberstufe des Erasmus-Gymnasiums über jüdisches Leben.
von Elisa RomfeldProfil

Heuer gibt es etwas Besonderes zu feiern: Denn im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden laut einer Urkunde aus dem Jahr 321 seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass wird an vielen Orten das deutsch-jüdische Festjahr begangen, auch in Amberg. Vor diesem Hintergrund hat es sich ein Geschichte-Projekt-Seminar am Erasmus-Gymnasium zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zu diesem Jubiläum zu leisten: Die Oberstufenschüler erstellen im Laufe des Jahres einen Audioguide zum jüdischen Leben in Amberg - von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Um zu erfahren, wie sich jüdisches Leben in all seinen Facetten heute anfühlt und was gegen Antisemitismus unternommen werden kann, hatte das P-Seminar den erfolgreichen jüdischen Rapper Ben Salomo aus Berlin ans EG eingeladen – Pandemie-bedingt in Form einer Videokonferenz für die gesamte Q11.Zunächst berichtete Ben Salomo von seinen eigenen Erfahrungen und erzählte den spürbar betroffenen Schülerinnen und Schülern, wie er bereits als Kind in Berlin immer wieder persönlichen Beleidigungen und Übergriffen ausgesetzt gewesen sei. Später beobachtete er, wie auch in der Deutschrap-Szene, deren Teil er lange gewesen ist, zunehmend antisemitische und rassistische Vorurteile und Klischees aufgetaucht seien. Das habe dazu geführt, dass er dieser Szene den Rücken gekehrt und seinen eigenen musikalischen Weg gegangen sei.

Im Anschluss an seinen Bericht diskutierte Salomo engagiert mit den Schülerinnen und Schülern über historische Hintergründe und aktuelle Gesichtspunkte von Judenfeindlichkeit sowie vor allem darüber, was gegen Antisemitismus und aufflammenden Rechtspopulismus getan werden kann. Auf die Frage, womit denn der Antisemitismus beginne, antwortete der Künstler mit dem Satz des Soziologen Adorno: „Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden“. Das Gegenprogramm dazu laute: Bildung und Aufklärung! Jeder könne dazu beitragen, so Ben Salomo am Ende der Konferenz, Antisemitismus zu bekämpfen. Ein erster Schritt sei ein Treffen wie dieses, bei dem man jüdische Mitbürger kennenlernen und sich über jüdisches Leben informieren und austauschen könne, oder eben auch der geplante Audioguide zum jüdischen Leben in Amberg.

Die Veranstaltung war Teil der aktuellen Kommunikationskampagne #ClapForCrap, mit der die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ein Zeichen gegen Diskriminierung und Intoleranz setzt.

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