20.02.2020 - 23:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Quertreiber lieben die Amberger Hexennacht

Keine Hexennacht ohne die Quertreiber. Zumindest seit 15 Jahren ist das so. Sänger Torsten Donhauser und seine vier Musiker-Kollegen muss man da nicht betteln: Sie lieben die Mega-Party auf dem Amberger Marktplatz.

Quertreiber-Frontmann Torsten Donhauser in Action, auf Bühne bei der Amberger Hexennacht.
von Heike Unger Kontakt Profil

Nicht nur Tausende Faschings-Fans lockt die Amberger Hexennacht am unsinnigen Donnerstag auf den Marktplatz. Auch die Band Die Quertreiber hat diesen Termin fest verbucht. Warum? Ganz einfach: "Es macht natürlich einen Riesenspaß, vor so einer Riesenmenge zu spielen", sagt Frontmann Torsten Donhauser.

Seit 15 Jahren dabei

Genau 15 Jahre ist es her, als Barbara Lanzinger, die "die" Amberger Faschings-Veranstaltung ein paar Jahre zuvor intiiert hatte, die Quertreiber fragte, ob sie dabei sein wollten. "Wir waren sofort begeistert", erinnert sich Donhauser – und zwar auch, als die Narrenschar mit rund 1500 im Vergleich zu heute eher "klein" war. "Wir sind stolz, dass das so eine Riesenveranstaltung geworden ist, die wir auch ein bisschen mit aufgebaut haben", meint Donhauser.

Tatsächlich seien inzwischen 7000 bis 8000 Partygäste dabei - und zwar nicht nur aus der Region. Donhauser weiß von Gruppen, die extra aus Regensburg und Nürnberg kommen, weil die Hexennacht in Amberg so einzigartig ist. Selbst für die Quertreiber, die auch auf großen Volksfesten auf der Bühne stehen, ist sie etwas ganz Besonderes. "Das ist schon unsere größte Veranstaltung im Jahr", sagt Donhauser.

Stimmungshits müssen sein

Wo sind eure Hände? Da muss Torsten Donhauser nicht zweimal fragen.

Vorbereiten müssen sich die fünf Stimmungs-Profis aber "eigentlich nicht" darauf, meint der Sänger und Gitarrist Torsten Donhauser. Das Party-Repertpoire sitzt, die Stücke sind klar: "Stimmungshits, die müssen sein." Ballerman-Kracher zum Beispiel, aber auch Schlager und 90er-Hits. Die kann jeder mitsingen. "Wir fahren mit dem Bob", natürlich mit der dazugehörigen Choreografie, die jeder Narr auf dem Marktplatz beherrscht, darf auch nicht fehlen. "Das spielen wir glaub' ich schon seit 15 Jahren", verrät Donhauser lachend.

Zuweilen kommen auch ein paar neue Hits dazu. "Cordula Grün" zum Beispiel. Ein Überraschungshit im vergangenen Jahr, der natürlich heuer auf der Playlist bleiben muss. In diesem Jahr gebe es allerdings keinen solchen Senkrechtstarter, meint Donhauser. Macht nix, die Dauerbrenner zünden ebenfalls. Mit Garantie. "In der Pause kommen auch immer Leute, die sich was wünschen", sagt der Frontmann und bittet gleich um Verständnis, "dass wir nicht alle diese Musikwünsche erfüllen können. Sonst werden wir zur Musicbox."

Die Kostüme sind Kult

Die Quertreiber sind Stammgäste bei der Amberger Hexennacht. Schon seit 15 Jahren.

Auch wenn er von der Bühne aus wenig Details sieht, sondern die erst am Tag danach auf Bildern im Internet entdeckt, ist Donhauser doch eines aufgefallen, was sicher dazu beitrage, dass die Hexennacht so etwas Besonderes ist: "Die Super-Verkleidungen" der Leute, die mitfeiern. Und die Mühe, die sich die Gruppen, die alle im selben Outfit auftauchen, dabei geben. Von einer Arbeitskollegin zum Beispiel weiß Donhauser, dass sie und ihre Mitstreiterinnen schon seit zwei Wochen an ihren Kostümen nähen. "Wie sie nur immer auf die Ideen kommen...", lobt Donhauser die Kreativität der Hexennacht-Fans.

Hat man nach so viel Gaudi als Band überhaupt noch Lust, sich auch selber ins Faschingsgetümmel zu stürzen? Klar, meint Donhauser. Auch wenn sie inzwischen alle Kinder haben. Fasching muss schon sein. Die Band ist am Faschingswochenende in Schönsee auf Achse. Ganz privat. Und auch bei den Faschingszügen in der Region sind die Jungs dabei.

Stimmung schon beim ersten Lied

Was macht die Amberger Hexennacht so besonders? Die vielen Partygäste, die kreativen Verkleidungen fallen Donhauser da ein. Vor allem aber das, was für eine Band wichtig ist: "Da hast du schon beim ersten Lied Stimmung drin. Im Bierzelt ist das nicht immer so." Da klingt dann doch noch ein kleines Minus für die Hexennacht durch - gerade weil die Stimmung dort so großartig ist. "Es ist an dem Abend schon schade", dass um 23 Uhr Schluss sein muss. Zumindest open air.

Die Band muss um 22.45 Uhr ihr letztes Lied ankündigen, egal, wie sehr die Menge tobt. "Da kanntast scho no a Stund spieln", klingt bei Donhauser Bedauern durch. Aber nur ganz kurz. "Dann geht's halt danach in den Kneipen weiter." Dort kann man die Quertreiber dann durchaus auch noch antreffen. Beim Feiern. Und am nächsten Tag? Gleich wieder ab in die Arbeit? "Das ist unterschiedlich", meint Donhauser. "Hab' ich aber auch schon gemacht. Aber heuer hab' ich Urlaub."

Amberger Hexennacht 2020

Amberg
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