01.12.2021 - 11:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Projekt Hayag stellt zweites Haus auf den Philippinen fertig

Das Projekt Hayag auf der philippinischen Insel Cebu kämpft zäh und hartnäckig gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Inzwischen konnte das zweite Haus der Organisation fertiggestellt werden. Trotzdem fehlt Geld an allen Ecken und Enden.

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Hayag blüht trotz Corona weiter. Wie Siegfried Kreuzer, der Vorsitzende des Vereins Hayag International, schreibt, hat Corona auch die Philippinen fest im Griff. Das Land sei mehr oder weniger in einem permanenten Lockdown. Der große Unterschied zu Deutschland sei jedoch, dass es dort keinerlei Unterstützung gibt, vor allem nicht für die Ärmsten. Das Kinderprojekt Hayag in Cebu stehe seit 2004 unter dem Motto „Bildung gegen Armut“, dem einzigen nachhaltigen Weg aus der Armut. "In den Jahren vor Corona haben bereits einige Mädchen mit einem akademischen Abschluss das Haus verlassen und können nun ihr eigenes Leben und auch das ihrer Familien verändern", schreibt Siegfried Kreuzer. Diese Abschlüsse konnten laut Hayag auch in Coronazeiten aufrecht erhalten werden. Anfang 2020 bei Ausbruch der Pandemie wurde konsequent auf E-Learning umgestellt und die avisierten Abschlüsse wurden trotz der Pandemie erreicht.

In den Jahren 2020 und 2021 wurde nun das Haus Hayag 2 gebaut und fertig gestellt. Diese Erweiterung bietet laut Kreuzer nun nahezu doppelt so vielen Kindern Platz wie vorher. "Mit großer Unterstützung der Klaus- und Gertrud-Conrad-Stiftung, aber auch anderer Spender und vor allem dank der Mitglieder des Fördervereins wurde der Neubau in kurzer Zeit realisiert." Ab Januar können die neuen Plätze belegt werden.

Finanzielle Rücklagen aufgebraucht

Allerdings gestaltet sich diese Neubelegung nach Auskunft des Hayag-Vorsitzenden gar nicht so einfach. "Die finanziellen Rücklagen des Vereins wurden durch den Neubau, der auch durch Corona sehr viel teurer wurde als geplant, nahezu aufgebraucht." Eine Vollbelegung ist aufgrund der Kosten im Moment nicht möglich. „Wir werden, wie auch beim ersten Haus, die erweiterte Kapazität Schritt für Schritt füllen, wie es unsere finanziellen Mittel zum jeweiligen Zeitpunkt erlauben“, sagt Siegfried Kreuzer.

Jedes Mädchen, das im Haus Hayag lebt, kostet mit Schulbesuch, Studium, Kost, Logis und interner Hauswirtschaftsausbildung sowie mit medizinischer Versorgung rund 200 Euro pro Monat. Für die Kinder, die in ihren Familien leben, müssen rund 30 Euro pro Monat aufgewendet werden. Bei aktuell 35 Kindern im Haus und 70 Kindern bei ihren Familien unterstützt Hayag laut Kreuzer aktuell über 210 Kinder in deren Bildung. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 10.000 Euro pro Monat. Das sei auch der Betrag, den Hayag aktuell durch Mitgliedsbeiträge und Spenden monatlich erzielen könne. „Ohne Neumitglieder und neue Spender können wir die neuen Kapazitäten nur minimal ausschöpfen“!, bittet Siegfried Kreuzer um Unterstützung.

Fast alle Kinder geimpft

Aktuell stellt sich die Situation nach den Worten von Siegfried Kreuzer so dar, dass alle Mitarbeiter vor Ort und die meisten der Kinder im Haus bereits gegen Corona geimpft sind. Aber nach wie vor sei die große Mehrheit der Filipinos nicht geimpft. Es gebe einfach nicht genug Impfdosen die wir „westliche Welt“ diesen Ländern zur Verfügung stellen. Somit herrsche ein kontinuierlicher Lockdown, der auch Hayag schwer treffe. Einige der Kinder müssten auch ihren Eltern helfen und könnten somit nicht mehr studieren oder in die Schule gehen. Die staatliche Unterstützung fehle. "Nach wie vor lernen unsere Kinder überwiegend im E-Learning-Modus vom Haus Hayag aus. Das erschwert das Miteinander im Haus und erhöht die Kosten ungemein." Kreuzer hofft, dass sich die Situation in den nächsten Monaten verbessern wird.

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Hintergrund:

Fünf Euro bedeuten rund zehn Mahlzeiten für Kinder

Der Verein Hayag bietet eine Mitgliedschaft schon ab fünf Euro pro Monat an. Der Verein bietet neben der Bildung für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis circa 22 Jahren auch Straßenkindern eine Grundversorgung an. Jeden Sonntag werden 250 bis 300 Straßenkinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Für fünf Euro können laut Siegfried Kreuzer bis zu zehn warme Mahlzeiten zur Verfügung gestellt werden.

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