28.08.2019 - 17:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Ohne Wasser keine Zukunft

Hilfe zur Selbsthilfe in Bolivien leisten seit Jahren die Hahnbacher Gruppe Coraje und der überregionale Verein Runa Masis. Ihr Engagement gilt dem Wassermangel in der Region Ayopaya, der die Existenz der dortigen Indio-Bauern bedroht.

Rohrverlegung im Hochgebirge.
von Autor MMAProfil
Alle arbeiten mit.

Unterdessen sind dort einige Familien auf der Suche nach Arbeit und Möglichkeiten in die Vororte der größeren Städte abgewandert, da sie allein von der Landwirtschaft nicht mehr überleben können. Es haben nämlich nur wenige Gemeinden ausreichend gute und bewässerte Böden. In den Höhen produzieren die Menschen Kartoffeln und Ocas, in den Tälern Mais, Kartoffeln, Weizen und andere Hülsenfrüchte wie Bohnen. Im unteren Teil aber steht nur wenig Wasser zur Verfügung, das zudem in einem offenen Kanal fließt und nicht ausreicht, um genügend Pflanzen anzubauen.

Steil und gefährlich

Angesichts dieser Umstände hatten die Dorfbewohner von Charuni bereits 2018 beschlossen, an die Unterstützer einen einstimmigen Antrag zu stellen und sich schriftlich verpflichtet, bei allen Aufgaben mitzuarbeiten, die für den Bau eines Bewässerungskanals erforderlich sind: das Verlegen der Rohre von der Straße zu den Anschlüssen. Doch die Wege oder Orte dort sind sehr steil und gefährlich und verlangen von allen enorme Anstrengungen. Großeltern, Jugendliche und Erwachsene arbeiten engagiert in der dünnen Hochgebirgsluft teilweise bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit mit, um die spendierten Leitungen zu transportieren und zu verlegen.

133 Stangenrohre wurden dank der Unterstützung aus der Oberpfalz gekauft und verlegt. Auch sind zwei Entsandungskammern im Einmündungsbereich errichtet worden. Größte Schwierigkeiten ergaben sich, als ein sogenannter Felsflug von 30 bis 40 Meter Länge zu bewerkstelligen war. "Es war harte Arbeit und sehr gefährlich, aber mit kontinuierlicher Hilfe der Ortsbewohner war es möglich, zu bohren und auch mit Dynamit zu arbeiten, um den Weg zu ebnen, auf dem Rohre verlegt werden sollten. Dabei wurden sogar zwei Hängebrücken von circa 40 Metern Länge gebaut", schrieb Jorge Aquino an seine deutschen Freunde. Er sieht seine Lebensaufgabe darin, seiner bolivianischen Heimat zu helfen. Dank seiner Musikgruppe Sacambaya ist er vielen Fans in Deutschland kein Unbekannter mehr.

Aquino berichtet weiter: "Die Gemeinschaft hat sich sehr angestrengt, und jedes Mitglied hat bisher mindestens zwölf ganze Tage gearbeitet. Man hat sich zusammengetan, um einen Mehrzweckbohrer kaufen zu können. Dieser war erforderlich, um das dort extrem harte Gestein zu brechen. All diese Menschen bringen größte Opfer, arbeiten konzentriert, sind viele Tage oben auf dem Berg, ohne richtiges Essen, und zeigen mit ihrem Einsatz, wie wichtig es ihnen ist, jenes überlebensnotwendige Wasser zu bekommen."

Erfüllung eines Traums

Die Ingenieure des Centro Cultural in Independencia, mit dem Coraja und Runa Masis zusammenarbeiten, sprechen von "der Erfüllung eines Traumes, Wasser zu haben", um Chirimoya, Avocado, Mandarinen und andere Früchte anbauen zu können. Durch den Verkauf dieser könnte ihre Ernährung und ihr Einkommen deutlich verbessert und Landflucht verhindert werden.

Um das Wasserprojekt fertigstellen zu können, bräuchte die Großgemeinde weitere 13 000 Euro, die sie unmöglich selber aufbringen kann. Deshalb wandte man sich nun hilfesuchend an die deutschen Freunde und hofft sehr auf deren Großzügigkeit. Auch kleinste Beiträge seien willkommen, so Hans Bauer, Vorsitzender von Runa Masis, und verweist auf das Spendenkonto (IBAN DE78 7509 0300 0001 3121 97). Da der Verein zertifiziert ist, werden Spendenquittungen ausgestellt, die vom Finanzamt anerkannt werden.

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