02.12.2020 - 10:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Auch ohne Vorjahresumsatz: Doch noch Staatshilfen für das "Palma" in Amberg

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Die erneute Schließung der Gastronomie schien das "Palma Esst & Trinkt" in Amberg besonders hart zu treffen. Das Speiselokal wurde erst im Juni 2020 eröffnet. Wer Staatshilfen will, muss aber Vorjahresumsätze melden.

Jetzt haben Randell Barchuan Ibrahim (links) und sein Vater Barchuan Ibrahim Sliman (rechts) Gewissheit: Ihr Speiselokal darf Staatshilfen in Anspruch nehmen, obwohl es keinen Umsatz-Vergleichswert aus dem Vorjahr gibt.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

"Wie sollen wir das machen?" Anfang November wusste Randell Barchuan Ibrahim nicht, wie es mit seiner Familie und ihrem Lokal "Palma" an der Regierungsstraße weitergehen soll. Die Eröffnung war für das Frühjahr 2020 geplant. Wegen der Pandemie und der ab März geltenden Ausgangsbeschränkungen wurde daraus der 23. Juni dieses Jahres: "Wir haben bis dahin keinen Cent verdient. Wir hatten nur Ausgaben." Soll heißen: Der Familie ist es nicht möglich, einen Vergleichswert von 2019 zu liefern, wie es bei Staatshilfen Voraussetzung ist. Selbst einen Umsatz aus einem anderen x-beliebigen Zeitraum gibt es nicht: "Wir haben bisher keinen Monat ohne Corona. 75 Prozent von null sind null."

Soweit die Vorgeschichte. Stand Anfang November, als der Gastro-Lockdown beschlossen war. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten für den 22-Jährigen und seine Familie, die aus dem Irak stammt und vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen ist: "Wir haben letzte Woche die Zusage bekommen, dass es auch für uns Staatshilfen gibt. Wir sind zwar die Ausnahme, aber wir sind dabei", freut sich Randell Barchuan Ibrahim, dessen Steuerberaterin in Erfahrung gebracht hat, dass die Familie nun zwei Möglichkeiten hat - auch ohne Vergleichswert aus dem Vorjahr.

Es ist weniger, als wir hätten, wenn wir regulär geöffnet hätten, aber es reicht, dass wir weitermachen können.

Randell Barchuan Ibrahim

Entweder können 75 Prozent vom Oktober-Umsatz angegeben werden oder im Durchschnitt 75 Prozent aller seit der Eröffnung am 23. Juni gemachten Umsätze. Das Oktober-Geschäft sei "nicht so gut" gelaufen, sagt Randell Barchuan Ibrahim, da seien die Sommermonate schon besser gewesen. Also erhalten er und seine Familie nun drei Viertel des Umsatzes, den das "Palma" von 23. Juni bis 31. Oktober 2020 durchschnittlich gemacht hat. Davon ausgenommen sind die Einnahmen aus dem Lieferservice und dem To-go-Geschäft, da beides trotz des aktuellen Teil-Lockdowns noch möglich ist. Der 22-Jährige atmet auf: "Wir kommen da schon durch. Es hilft uns natürlich. Es ist weniger, als wir hätten, wenn wir regulär geöffnet hätten, aber es reicht, dass wir weitermachen können. Es reicht, dass wir den November geschafft haben. Und den Dezember schaffen wir auch." Und danach?

Das kann Randell Barchuan Ibrahim jetzt noch nicht sagen: "Für November und Dezember geht das jetzt mal so. Aber danach muss was passieren." Die Zeit des Wartens geht im "Palma" also trotz der guten Nachricht erst einmal weiter.

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