29.01.2020 - 12:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Musikalische Flusskreuzfahrt

Das Quintett der Harmonic Brass spielt in der Paulanerkirche. Die Zuhörer sind begeistert von der musikalischen Reise entlang der Donau. Das Publikum dankt es mit Applaus und Begeisterung.

Alexander Steixner, Elisabeth Fessler, Andreas Binder, Hans Zellner und Manfred Häberlein(v.li.n.re.) begeisterten als „Donauten“ in der Paulanerkirche.
von Autor MMAProfil

Unter dem Hornisten und charmanten Conférencier Andreas Binder befuhr das Quintett der Harmonic Brass in der vollen Paulanerkirche 2845 Flusskilometer der "schönen blauen Donau". Mit stehenden Ovationen dankten nach zwei Stunden wahrem Ohrenschmaus rundum glückliche "Passagiere" die befrackten Profimusikern, welche als "Donauten" vor und im europäischen Schiff mit Können und Witz begeisterten.

Mitreißend dunkle Töne

Von Binder, der sich selber "Schiffsnarr und Geschichtenerzähler" nannte, wurde Manfred Häberlein aus Pegnitz als "Tuba-Wahnsinn" vorgestellt, der Straubinger Trompeter Hans Zellner, der sechs der elf Stücke bearbeitet hatte, als Smutje Elisabeth Fessler, von deren Feder vier Opi adaptiert wurden, war mit ihrer Trompete die "geliebte Flussprinzessin" und Vollmatrose, Frauenschwarm und Posaunist vereinigten sich bei Alexander Steixner.

Nach einem fulminanten Introitus setzte der Melodienfluss zunächst gemächlich ondulierend, doch immer feuriger werdend in Ulm mit Theodor Schwartzkopffs Ouverture à 5 ein. Ob Ludwig van Beethoven in Regensburg sich wohl jene Elise geangelt habe, für die jene sehnsuchtsvolle melancholische Melodie bei der imaginären Wurstkuchl erklang?

In Passau wurde Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll zum gewaltigen Strom, der anschwellend, mitreißend von dunklen Untiefen zum Höhenflug in helle Sphären trug. Das weihnachtliche "Locus Iste" von Anton Bruckner, jenem "Meteor am Musikhimmel", so Binder, durchströmte den Kirchenraum gleich einem innigen Gebet.

Wiener Fröhlichkeit

Im Kontrast dazu vermittelte Johann Nepomuk Hummels Konzert für Trompete und Orchester in Es-Du eine leichtfüßige, schwungvolle Wiener Fröhlichkeit, die in Mozarts "Rondo alla turca" gipfelte, witzig präsentiert "wie ein lockerer, duftender Apfelstrudel", so der Conferencier. Tänzerisch, flott und sinnlich wurde es beim Anlegen in Budapest und dem Csárdás von Vittorio Monti. Für seine Tuba-Soli erhielt Manfred Häberlein Extra-Applaus. Das "Concerto Danubio", das Elisabeth Fessler geschrieben hat, begann majestätisch mit der "Königin der Flüsse", um dann ruhig, andächtig staunend die "zauberhaften Naturlandschaften" zu rühmen. Mit "Buntes Treiben" endete das Opus quirlig und vielstimmig. Mitreißende, rasante Tanzmusik, unterstützt vom Rhythmus dreier Trommeln, transferierte ungebändigte Lebensfreude und entführte mit "Kustina Oro" von Goran Bregovic nach Serbien.

Durchs "eiserne Tor" und seine gefährlichen Donaustrudel landete man schließlich wohlbehalten in Rumänien bei Constantin Dimitrescus "Dans taranesc". Übermütige Kapriolen springend, glich die Bearbeitung von Elisabeth Fessler einer charmanten Einladung zum Tanz. Das "Ty sch meine pidmanula", ein von Hans Zellner bearbeitetes Volkslied aus der Ukraine, erinnerte an fröhliche Weisen und schloss die Fantasiereise perfekt bei Kilometer Null.

Passende Zugabe der bestens gelaunten Musiker mit Seidenschals und Zylinder oder Krönchen, war "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauss (Sohn), die mit stehenden Ovationen vor deren Auszug endete.

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