09.05.2021 - 13:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Motorradfahrer im Visier der Polizei

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Weniger Verkehrstote – das ist das Ziel eines bayerischen Sicherheitsprogramms. Bei Ensdorf und bei Auerbach hat die Polizei deshalb besondere Kontrollen durchgeführt. Oberpfalz-Medien hat den Polizisten über die Schulter geschaut.

Der Verkehrspolizist winkt an der Vilstalstraße einen Motorradfahrer heraus.
von Gerd SpiesProfil

Die Motorrad-Saison ist auch im Landkreis Amberg-Sulzbach schon längst wieder im Gange. Gerade am vergangenen Wochenende verlockte das herrliche Wetter viele Cruiser dazu, sich auf ihren "heißen Öfen" den kühlen Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. An den schönen Wochenenden passieren aber auch die meisten Unfälle mit Motorradfahrern. Jeder vierte Verkehrstote in Bayern ist ein Motorradfahrender.

Ambergs Radler stellen sich jeder Kontrolle

Amberg

Deshalb starteten im April 2021 der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2030. Oberstes Ziel ist es, die Zahl der Verkehrstoten so stark wie möglich zu reduzieren. Allein 15 Motorradfahrer verloren im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Gegenüber 2019 mit nur vier tödlich verletzten Motorradfahrern ein rasanter Anstieg. Die Regierung will daher neben vermehrten Präventivveranstaltungen auch stetig Verkehrskontrollen durchführen.

14 Fahrern droht Anzeige

Im Landkreis Amberg-Sulzbach führte am vergangenen Wochenende die Verkehrspolizei Amberg unter Leitung von Polizeihauptkommissar Wolfgang Schreiner eine Kontrollaktion mit dem Schwerpunkt auf die Motorradfahrer durch. An zwei für Cruiser beliebten Strecken, an der Vilstalstraße bei Ensdorf Richtung Süden und an der AS 6 bei Auerbach, standen die Blitzer. Anschließend wurden Fahrer und Fahrzeug angehalten und kontrolliert. Unterstützt wurden die Beamten der Verkehrssicherheit von den örtlichen Polizeiinspektionen Amberg und Auerbach.

Ein kurzer Einblick: Samstag, 14 Uhr, auf dem Parkplatz an der Staatsstraße 2165 kurz vor Ensdorf. Der Verkehrspolizist muss nicht lange warten, bis er einen motorisierten Zweiradfahrer zur Kontrolle herauswinken kann. Wenige Hundert Meter vorher steht der Blitzer, der die Geschwindigkeit misst. Was folgt, nennt man im Polizei-Jargon "ganzheitliche Kontrolle", erklärt Polizeihauptkommissar Stefan Martin. Er ist an der Vilstalstraße der verantwortliche Kontrollstellenleiter. Neben den Papieren wird auch der technische Zustand des Fahrzeugs kontrolliert. Während ein Beamter die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs untersucht, werden gleichzeitig im Dienstfahrzeug die Daten des Verkehrsteilnehmers überprüft. In wenigen Sekunden können dank der Polizei-Software die Fahrerlaubnis, ein eventuelles Fahrverbot und so weiter abgefragt werden.

Die absoluten Raser blieben an diesem Samstagnachmittag an den beiden Kontrollstellen aus. Auf der Vilstalstraße fuhr der Schnellste 133 km/h, 100 sind dort erlaubt. Ihm und 13 weiteren Motorradfahrern droht wegen zu hoher Geschwindigkeit eine Anzeige. Bei drei Krafträdern war die Betriebserlaubnis erloschen, bei acht Fahrern fehlten die mitführpflichtigen Dokumente, bei fünf Fahrzeugen wurde eine Mängelliste ausgestellt.

Schnellster mit Tempo 88

Bei der Kontrollstelle im nordwestlichen Landkreis bei Auerbach wurden zwölf Fahrzeugführer wegen zu hoher Geschwindigkeit beanstandet, drei von ihnen erhalten eine Anzeige. Der Schnellste war mit Tempo 88 unterwegs, erlaubt sind 60. Sechs Motorradfahrer erhielten eine Kontrollaufforderung, zwei eine Mängelanzeige ausgestellt.

Im Dienstfahrzeug werden anhand des Computers die Daten abgefragt.
Der technische Zustand des Fahrzeugs wird genau unter die Lupe genommen.

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