24.11.2020 - 06:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Millionenschaden nach Großbrand in Amberg

In der Nacht auf Dienstag stehen mehrere Gebäude in Flammen. Rund 100 Feuerwehrkräfte kämpfen gegen das Feuer. Vor Jahrzehnten hat es an selber Stelle schon einmal in vergleichbarem Ausmaß gebrannt.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Es ist 1.15 Uhr, als Polizeibeamte in der Nacht auf Dienstag einen Autofahrer in der Bayreuther Straße kontrollieren. Plötzlich bemerken sie einen Feuerschein ganz in der Nähe. Der Hallen-Dachstuhl eines Zimmerei-Betriebs in der Austraße brennt. Höchste Alarmstimmung. Es dauert nicht lange, bis fünf Feuerwehren (Amberg, Ammersricht, Gailoh, Karmensölden und Raigering) mit über 20 Fahrzeugen und rund 100 Einsatzkräften anrücken. Doch das Feuer ist schnell. Es greift auf eine zweite Halle, einen Lastwagen und ein mehrgeschossiges Geschäftsgebäude über, in dem unter anderem die Büros des Vereins Schädel-Hirnpatienten in Not sowie ein IT-Betrieb und eine Personalvermittlung untergebracht sind.

Am Tag danach: Das Aufräumen beginnt

Amberg

Gleis muss gesperrt werden

Trotz der wütenden Flammen verhindern die Frauen und Männer der Feuerwehr Schlimmeres. Stadtbrandinspektor Philipp Seegerer sagt bei einem Lagebericht um kurz nach 3 Uhr morgens: "Wir haben auf drei Seiten eine Widerstandslinie aufgebaut." Die Feuerwehr kann dadurch zwei weitere Hallen der Zimmerei sowie einen kleineren Lastwagen vor den Flammen schützen. "Auch einen Pferdehof können wir komplett halten", berichtet Seegerer. Sonst wären die Pferde, die in dem Stall untergebracht sind, in Gefahr. Doch weder Tiere noch Menschen verletzen sich oder sind in Lebensgefahr. Der materielle Schaden hingegen ist immens. Eine genaue Summe kann in der Nacht auf Dienstag noch niemand nennen - dazu muss erst eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Es herrscht aber Einigkeit, dass es in die Millionen geht. Am Dienstagnachmittag gibt es Gewissheit: Das Polizeipräsidium schätzt den Schaden auf drei Millionen Euro.

Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach gab es in diesem Jahr bereits einen Großbrand

Hohenburg

Dass bei dem Einsatz jede Minute zählt, ist in den nächtlichen Stunden hör- und sichtbar. Aus dem Polizeifunk sind Zahlencodes und Anweisungen zu vernehmen, Feuerwehrmänner sind im Laufschritt unterwegs, um Wasserschläuche zu verlegen. Ein Mann, vermutlich ein Anwohner aus dem Umkreis, spricht von einer "Katastrophe".

Tatsächlich hat es einen Brand vergleichbaren Ausmaßes in der jüngeren Vergangenheit in Amberg nicht gegeben. Wenngleich an selber Stelle schon einmal ein Feuer gewütet hat. Seegerer berichtet: "Vor 25, 30 Jahren hat hier schon einmal eine Schreinerei gebrannt. Damals in der selben Größenordnung, wenn nicht sogar schlimmer." Diesmal seien es aber andere Inhaber, die betroffen sind, erklärt Seegerer. Die Polizei kümmert sich in der Nacht vor allem darum, den Verkehr umzuleiten. Sie sperrt großflächig ab. Ein Gleis wird gesperrt, das auch nachts für Güterverkehr genutzt wird. Die Polizei nimmt dafür Kontakt mit der Deutschen Bahn auf. Thomas Lachner, der Leiter der Polizeiinspektion Amberg, sagt: "Im Endeffekt machen wir das zur Sicherheit der Einsatzkräfte und Feuerwehrleute."

Immer wieder Glutnester

Bis in die Morgenstunden und auch noch tagsüber versuchen die Feuerwehrkräfte am Dienstag den Brand zu löschen, was vor allem wegen der Glutnester rund um den Holzverarbeitungs-Betrieb nicht immer einfach ist. Die Polizei hingegen regelt den Verkehr so, dass die zahlreichen Berufspendler mit ihrem Auto in die Arbeit fahren können.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, insbesondere zur Ursache, dauern an. In den kommenden Tagen wird ein Gutachter vor Ort sein.

Vor 25, 30 Jahren hat hier schon einmal eine Schreinerei gebrannt. Damals in der selben Größenordnung, wenn nicht sogar schlimmer.

Stadtbrandinspektor Philipp Seegerer

Im Frühjahr hatte in Amberg ein Brandstifter eine Brandserie verursacht

Amberg

 

 

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