30.10.2020 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Michael Cerny: "Keine Angst vor Sanierungen in Amberger Altstadt"

Baureferent Markus Kühne berichtete in der Bürgerversammlung der Stadt Amberg von abgeschlossenen und anstehenden Sanierungen sowie über Fördermöglichkeiten. OB Michael Cerny appellierte: "Keine Angst vor Sanierungen in der Altstadt."

Bei der Bürgerversammlung der Stadt Amberg im ACC rückte das Amberger Ei in den Fokus.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Gibt man "Amberg" bei der Google-Bildersuche ein, erscheinen viele Fotos vom Amberger Ei. "Das ist unsere Außenwirkung", sagte Markus Kühne bei der Bürgerversammlung der Stadt am Donnerstagabend im ACC. "Ein geschlossenes Ensemble, eine historische Altstadt von einer Stadtmauer umgeben." Das sei selten - und deshalb so besonders. Amberg hätte zweimal großes Glück gehabt, erklärte der Baureferent. "Wir sind im Krieg verschont geblieben und wir haben nicht den Fehler gemacht, bei Stadterweiterungen die Stadtmauer und den Grüngürtel zu schleifen."

Mehr aus der Bürgerversammlung der Stadt Amberg

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Die Statistiken würden zeigen, dass die Altstadt nicht nur bei Gastronomen und Händlern beliebt ist, sondern auch bei Einwohnern aller Altersgruppen, sagte Michael Cerny. "Der Trend geht zum Wohnen in der Stadt." Das empfindet der Oberbürgermeister als ein "großes Kompliment für die Amberger Altstadt". Es sei jedoch auch Angst zu spüren. Häuser mit großem baulichen und wirtschaftlichen Potenzial würden aus Sorge vor den Kosten und dem Aufwand nicht entwickelt. "Eine Sanierung ist umfangreich, aber Angst braucht man nicht haben", erklärte Cerny. "Wir haben ein kompetentes Baureferat das unterstützt."

Zudem habe die Stadt in den vergangenen Jahren zwei Stellen geschaffen: die Altstadtkümmerin für die Bereiche Handel und Gastro, angesiedelt bei der Gewerbebau, und den Wohnraumförderer (Baureferat), der auf Hausbesitzer zugeht und sie berät. Kühne verwies zudem auf die staatlichen und kommunalen Förderprogramme. "Am Anfang mögen die Fragezeichen groß sein", sagte er. "Aber wir helfen mit Rat, Tat - und Geld."

Am Vilssteg bei der Schiffbrückgasse soll ein Lokal entstehen

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In den vergangenen 50 Jahren seien über 100 Millionen Euro nach Amberg geflossen (Zuschüsse durch Bund, Land, Stadt: 71 148 556 Euro; indirekte Förderung durch erhöhte Steuerabschreibung: 37 424 724 Euro). Als gemeinsames Ziel machte der Baureferent den Erhalt des Ensembles aus. "Wir sind keine Kulisse, sondern eine originale, unzerstörte mittelalterliche Stadt." Die denkmalgerechte Sanierung der historischen Gebäude bezeichnete der Baureferent als eine nachhaltige und ökologische "Investition in die Zukunft". Auch kleinere Objekte würden ihren Teil dazu beitragen. "Gerade die machen unsere Stadt so liebenswert."

Als "großen Erfolg" bezeichnete Kühne das 2014 aufgelegte Fassadenprogramm. Mit einem Budget von bisher 150 000 und künftig 250 000 Euro werden damit außenrelevante Kosten zu 30 Prozent (maximal 25 000 Euro) gefördert. "Die Fassadensanierung hat oft eine komplette Sanierung angestoßen." Auch das Wohnraumprogramm, mit dem die Reaktivierung länger leerstehenden Wohnraums unterstützt wird, entwickle sich gut (2018: 1; 2019: 5; 2020: 12).

Cerny: "Wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere Hausbesitzer tätig wird, oder die Aufgabe in dritte Hände gibt, wenn dadurch etwas Schönes entsteht." Vorher-Nachher-Bilder von Sanierungen zeigte Kühne den Teilnehmern im ACC: darunter das ehemalige Visa in der Lederergasse, Fronfeste und Henkerturm.

Die Sanierung des ehemaligen Kaufhaus Storg hat begonnen

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