25.04.2021 - 15:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Nicht mehr am Wagrain: Amberger Verschenkeschrank zieht um

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Nach zwölf Wochen war alles weg: Ambergs erster Verschenkeschrank, der im Wagrain-Viertel stand, soll aber nicht leer bleiben. Er ist umgezogen und steht nun in einem anderen Stadtteil.

Margit (rechts) und Paula Haberberger (links daneben) hatten die Idee: Sie stellten im Januar bei sich im Wagrain-Viertel Ambergs ersten Verschenkeschrank auf. Seit einer Woche steht dieser nun bei Sabine Kreiner (links) in Alt-Eglsee.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Idee war für Amberg völlig neu. Margit Haberberger (51) und ihre Tochter Paula (18) stellten am 22. Januar in ihrem Garten einen Verschenkeschrank auf, den Familienoberhaupt Bernhard Trummer selbst gebaut hatte und der bequem von der Steigerstraße aus zu erreichen war. Das Besondere: Mutter und Tochter legten Dinge hinein, die sie nicht mehr benötigten, die anderen aber noch eine große Freude bereiten könnten - Paulas alte Kuscheltiere zum Beispiel.

Schnell Nachahmer gefunden

Schon damals war klar, dass die Haberbergers den Kasten, den sie liebevoll Frieda tauften, nicht ewig werden bestücken können. "Der Schrank ist mobil. Wir verleihen ihn", kündigte Paula Haberberger an und musste mit ihrer Mutter gar nicht lange warten. Schnell meldeten sich die ersten Interessenten, die Frieda bei sich aufstellen wollten. Sabine Kreiner zum Beispiel. Die 49-Jährige, die beim Sozialdienst katholischer Frauen beschäftigt ist, kennt die Haberbergers privat gut und machte schon nach dem Start im Januar deutlich: "Ich habe damals schon gesagt, dass ich das auch machen möchte. Es wurde dann relativ schnell konkret."

Als sich Familie Haberberger von allen verzichtbaren Erinnerungsstücken getrennt hatte, zog der Verschenkeschrank an seine neue Adresse um: Alt-Eglsee 4. Das war vor gut einer Woche. Seitdem befüllt Sabine Kreiner Frieda regelmäßig mit Gegenständen, von denen sie sich trennen möchte. Der große Vorteil: "Hier kommen regelmäßig viele Spaziergänger vorbei, die zum Beispiel hinauf zur Platte wollen." Für dankbare Abnehmer der Geschenke ist also reichlich gesorgt: "Sonst hätte ich das auch nicht gemacht", sagt Sabine Kreiner, die sich an die von Paula und Margit Haberberger aufgestellten Regeln hält. Auch an seinem neuen Standort dient der Schrank nicht als Tauschbörse. Soll heißen: Jeder darf herausnehmen, was er gern möchte - und sich ohne Gegenleistung einfach darüber freuen. Aber: Nichts darf hineingestellt oder hineingelegt werden.

Dass Frieda nun in Alt-Eglsee zu finden ist, hat sich im Viertel bereits herumgesprochen, denn Sabine Kreiner, die im Stadtgebiet auch als viel gebuchte Märchenerzählerin und ehemaliger Teil des A-cappella-Ensembles Sonny Songdays bekannt ist, war nicht untätig: "Ich habe Plakate gemacht und sie zum Beispiel im Buswartehäuschen aufgehängt." Und so kann jeder, der das möchte, sich Handtücher oder Gläser einfach so herausnehmen. Auch ihren Weihnachtsbaum bietet Sabine Kreiner an. Wer will, kann inklusive Christbaumkugeln zugreifen. Eines aber ist jetzt neu in Alt-Eglsee: Weil nicht alle Dinge, die Sabine Kreiner verschenken möchte, auch in den Schrank passen, gibt es zusätzlich das "G'stell da Woch", auf dem schon bald beispielsweise ein Fahrradträger zu finden sein wird.

Noch etwa sieben Wochen

Zudem hat die 49-Jährige vor, Antikes zu verschenken. Die Gegenstände, die sie dann in Frieda liebevoll platzieren wird, gehörten ihrem Mann Michael, der 2014 im Alter von nur 47 Jahren verstarb. Noch etwa sieben Wochen lang wird sich der Verschenkeschrank in Alt-Eglsee befinden, bevor er wieder umzieht. Wie Paula Haberberger wissen lässt, gibt es bereits konkrete Anfragen von fünf weiteren Interessenten.

„Ich habe damals schon gesagt, dass ich das auch machen möchte. Es wurde dann relativ schnell konkret.“

Sabine Kreiner

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