29.04.2021 - 19:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Mehr Platz für die Amberger Feuerwehr

Wer genau hinschaut, sieht es: Die Risse im Schlauchturm der Amberger Feuerwache sind verschwunden. Dieser Teil der Sanierung ist erledigt. Die weiter laufenden Arbeiten an zwei neuen Bauten sieht man von außen nicht.

Der Schlauchtumr der Amberger Feuerwache ist schon fertig, an der neuen Halle links daneben wird noch gebaut, ebenso wie an einem hier verdeckten Anbau rechts: Die Sanierung der 40 Jahre alten Wache geht weiter.
von Heike Unger Kontakt Profil

40 Jahre nach der Einweihung ist es höchste Zeit, sagte Stadtbrandrat Bernhard Strobl. Die Sanierung der Feuerwache in Amberg sei eine Mammutaufgabe – sowohl vom Umfang her, als auch aufgrund der Tatsache, dass alle Bauarbeiten bei laufendem Betrieb über die Bühne gehen müssen. Die Feuerwehr muss ja trotzdem jederzeit ausrücken können. Deshalb geschieht die Sanierung der Feuerwache auch in Etappen. Die erste ist schon geschafft: Seit vergangenem Jahr hat die Feuerwache eine richtige Atemschutzwerkstatt. Momentan läuft gerade der zweite Bauabschnitt: Die Sanierung des Schlauchturms ist inzwischen erledigt, vor diesem hoch aufragenden, von Weitem sichtbaren Bauwerks entstehen gerade zwei Neubauten, die man von außen nicht sieht. Eine große Halle für die Abrollbehälter und Geräte der Wehr und ein Anbau, in dem die Aktiven eine neue Umkleide bekommen werden.

Die Baustoff-Knappheit, die auf vielen Baustellen gerade ein Problem ist, hat auch die Feuerwehr bemerkt. Allerdings hatte sie Glück und das Material für ihre neue Halle in Holzbauweise noch bekommen. Hier sollen die sieben Abrollbehälter aus dem Fuhrpark ihren Platz bekommen. Ein Wechselsystem, bei dem ein Feuerwehrfahrzeug je nach Bedarf mit einem speziellen Aufsatz bestückt werden kann, der die benötigte Ausstattung enthält. Bislang gab es in der Wache keine Möglichkeit, die Abrollbehälter überdacht zu lagern, weshalb einige von ihnen auch in die Katastrophenschutzstelle ausgelagert sind. Künftig finden sie Platz in der neuen Halle, wo auch noch diverse Geräte gelagert werden können.

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Amberg

Amberg

Risse im Beton

Am Beton des Schlauchturms hatte der sprichwörtliche Zahn der Zeit genagt, Risse und teilweise schon freiliegende Armierungen hatten die Sanierung nach 40 Jahren nötig gemacht. Das ist inzwischen geschehen, der Turm hat auch einen neuen Anstrich bekommen und ist jetzt wieder fit für die nächsten Jahrzehnte. Zwischen Turm und Feuerwache entsteht gerade auch noch ein Anbau. Hier soll künftig der Umkleidebereich für die Aktiven sein – dabei wird laut Strobl endlich auch die schon lang gewünschte "Schwarz-Weiß-Trennung" möglich sein.

Dahinter verbirgt sich das Problem, dass die Feuerwehrleute von ihren Einsätzen immer auch für die Gesundheit problematische Partikel wie Ruß-Anhaftungen an Schutzkleidung und Gerätschaften mitbringen und die in der Wache verteilen oder auch auf ihre private Kleidung übertragen, wenn sie sich umziehen. Das soll künftig durch eine saubere Trennung beider Bereiche nicht mehr geschehen. Und es ist laut Strobl auch Zeit, getrennte Umkleiden und Sanitäranlagen für Frauen und Männer zu bekommen. Schließlich hat die Amberger Feuerwehr inzwischen auch 13 weibliche Aktive. Ebenfalls im Anbau untergebracht werden ein neuer Wach- und Bereitschaftsraum sowie ein Multimediaraum.

Noch einiges zu tun

Die Gesamtkosten für diesen zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 890.000 Euro. Damit wäre schon einiges geschafft. Aber noch nicht alles, wie der Stadtbrandrat sagt: Die Sanierung wird sich wohl noch eine ganze Weile hinziehen. Nicht nur, weil auch energetisch einiges gemacht werden muss. Fenster-Austausch und Fassadendämmung stehen unter anderem auf der To-do-Liste.

Gut möglich, dass manches aber auch noch ein bisschen warten muss: Derzeit wisse noch keiner, wie es nach der Pandemie um die Finanzen bestellt sein wird und ob manches Projekt vielleicht verschoben werden muss, weil das Geld dafür fehlt. Strobl geht jedenfalls davon aus, dass die Feuerwache auch „die nächsten fünf Jahre“ noch eine Baustelle bleiben wird. Auch die gerade laufenden Arbeiten haben sich wegen Corona etwas verzögert, sollen aber im Sommer fertig werden.

Kommentar:

Kommentar: Die Pandemie und ihre Baustellen

Auf vielen Baustellen werden Materialien knapp: Bauholz, Stahl – entweder auf die Schnelle gar nicht zu bekommen. Oder nur zu Mondpreisen. Glück für alle, die keine Engpässe haben. Für Laien aber auch erstaunlich, dass überhaupt so viel gebaut wird. Trotz Corona. Vielleicht aber auch deswegen. Wer wegen der Pandemie nicht in Urlaub fahren kann, packt halt stattdessen vielleicht den zu Hause lange aufgeschobenen Umbau an.

Es gibt also allen Unkenrufen zum Trotz auch Erfreuliches zu vermelden im ewigen Lockdown. Die weniger Optimistischen fürchten freilich schon dessen jetzt noch gar nicht absehbaren Folgen. Wenn vielleicht wieder reichlich Holz und Stahl zu haben sein werden. Aber dann das Geld fehlt, um solches Material zu kaufen.

Heike Unger

Hintergrund:

Kosten des zweiten Bauabschnitts Sanierung Feuerwache Amberg

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt der Sanierung der Amberger Feuerwache hat die städtische Pressestelle parat:

  • Neue Fahrzeughalle: rund 120.000 Euro
  • Anbau Bereitschaft: rund 485.000 Euro
  • Sanierung Fassade Schlauchturm: rund 110.000 Euro
  • Elektro: rund 105.000 Euro
  • Heizung, Lüftung, Sanitär: rund 70.000 Euro
  • Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 890.000 Euro.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.